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Hyundai Grandeur Limousine (2005–2011)

Alle Motoren

3.3 V6 (235 PS)

4,2/5 aus 8 Erfahrungen
Leistung: 235 PS
Ehem. Neupreis ab: 39.500 €
Hubraum ab: 3.342 ccm
Verbrauch: 10,2 l/100 km (komb.)

2.2 CRDi (155 PS)

3,8/5 aus 2 Erfahrungen
Leistung: 155 PS
Ehem. Neupreis ab: 42.500 €
Hubraum ab: 2.188 ccm
Verbrauch: 7,9 l/100 km (komb.)
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Hyundai Grandeur Limousine (2005–2011)

Praxistest: Hyundai Grandeur 2.2 CRDi - Koreanisches Overstatement
Autoplenum

Praxistest: Hyundai Grandeur 2.2 CRDi - Koreanisches Overstatement

Dass Hyundai mit dem Grandeur in der gehobenen Mittelklasse mitspielen will, zeigt bereits der stolze Preis. Dafür gibt es auch schon eine E-Klasse mit Stern. Und an die kommt der Edel-Koreaner längst nicht ran. Vor allem innen.

An sich ist der Grandeur gar kein übles Auto. So, wie das 4,9 Meter lange Flaggschiff der koreanischen Marke dasteht, kann es auch strengen europäischen Ansprüchen genügen. Die Karosserie ist gediegen, unauffällig - mittelklassig. Das Heck, in dem sich hinter den LED-Rückleuchten ein mit 523 Litern Fassungsvermögen üppiger (und durch Umklappen der Rücksitzlehnen in Maßen erweiterbarer) Kofferraum verbirgt, hat Schwung und erinnert mit seinem angedeuteten "Rucksack" ein wenig an den 7er-BMW. All das macht zwar noch längst kein Design, das ein Auto auf den ersten Blick im Gedächnis verankert. Ein Mercedes, ein Audi, ein BMW sind schon aus dem Augenwinkel heraus zu erkennen. Da ist der Grandeur doch verwechselbarer. Zum Beispiel mit seinem kleinen Bruder Sonata.

Innen ist's dann aber schnell vorbei mit Mittelklasse. Sicher: Der Zustieg ist durch die weit öffnenden Türen sehr bequem, das Platzangebot vorne wie hinten opulent. Und auch die (Leder-)Sitze sind straff und bieten einen - mit den in dieser Kategorie üblichen Abstrichen zugunsten der Bequemlichkeit - ordentlichen Seitenhalt. Die Serienausstattung ist nicht minder üppig wie der Lebensraum - vom Tempomat bis zum Lichtsensor, vom Lederlenkrad bis zur Zwei-Zonen-Klimaautomatik ist alles an Bord, was das Fahren in der Mittelklasse angenehm macht. Dazu kommen Nettigkeiten wie ein selbst abblendender Innenspiegel oder beheizte Außenspiegel.

Aber all das nützt den Koreanern nicht mehr viel: Schon der erste Blick aufs Armaturenbrett sorgt für den Absturz des Grandeur aus der Mittel- in die optische Kompaktklasse. Die Materialien machen zwar einen hochwertigen Eindruck und fühlen sich angenehm an. Doch ansonsten passen außen und innen nicht zusammen. Der Grandeur ist augenfällig noch ein Mischprodukt: Nicht mehr reiner Koreaner wie sein Vorgänger, aber auch noch nicht reiner Europäer wie Hyundais i30. Die Mittelkonsole krankt an der Unsitte der Koreaner, erst nach der Anlandung in Bremerhaven ein Fummel-Radio mit CD-Schlitz und Minimal-Navi rein zu klatschen. Mit Design hat das nicht mehr viel zu tun. Ebenso wenig wie der wuchtige Mitteltunnel, aus dem der Schalthebel der Automatik ziemlich einsam ragt.

Und wer genauer hinschaut, der merkt zwar schnell, dass die Verarbeitung überall sehr gut ist - aber die Designer im Detail geschludert haben. Ein Beispiel: Die Zierleisten der Tür gehen in die des Armaturenbrettes über. So weit die Theorie. Die Praxis zeigt jedoch einen augenfälligen Versatz der Zierleisten gegeneinander. Eine Kleinigkeit? Ja. Aber nicht in einem Auto, das gegen die E-Klasse antritt. Dass dann auch ein integriertes Telefon zumindest gegen Aufpreis erhältlich sein sollte oder diverse elektronische Helferlein, die über ESP und ABS hinausgehen, sei nur noch am Rande vermerkt.

Der 4-Zylinder-Diesel leistet 114 kW/155 PS. Er läuft kultiviert, aber mit spürbaren Vibrationen und hat mit dem koreanischen Schwergewicht mitunter seine Not. Fürs Überholen ist ein wenig Anlauf nötig - von 0 auf 100 braucht der Diesel-Grandeur 11,4 Sekunden, bei 202 km/h ist Schluss. Der E 200 dagegen beschleunigt in 9,9 Sekunden und schafft 214 km/h. Immerhin: Die große Elastizität des turbounterstürzten Selbstzünders und die hohe Durchzugskraft von 343 Nm machen den Grandeur zu einem entspannten und damit angenehmen Cruiser und Reisewagen. Dazu trägt auch das komfortabel abgestimmte Fahrwerk und die ruhig und präzise schaltende Automatik bei.

Wenig erquicklich ist allerdings der Verbrauch. Hyundai gibt 7,9 Liter Diesel auf 100 Kilometer an, im Test war es gut ein Liter mehr. Das ist selbst beim offiziellen Wert schon reichlich - ein E 200 oder E 220 kommt mit einem Normverbrauch von 6,3 Litern über die gleiche Distanz. Beim CO2-Ausstoß stehen den 208 g/km des Grandeur denn auch nur 167 g/km beim Mercedes gegenüber.

Fahren lässt sich der Grandeur wie bei einem Auto dieser Größe üblich. Der Geradeauslauf ist stabil, in kritischen Situationen greift das ESP frühzeitig entschärfend ein. Die Traktionskontrolle sorgt dafür, dass es mit dem Drehmoment beim Beschleunigen keine Probleme gibt. Die Sicht nach vorne ist gut. Nach Hinten sollte man sich besser auf die akustische Einparkhilfe verlassen. Die Lenkung ist leichtgängig, reagiert aber sehr indirekt. Zudem sind die Einflüsse des Frontantriebs immer wieder spürbar. Die Rückmeldungen von der Fahrbahn dagegen eher weniger.

Ein E-Klasse-Diesel ist bereits ab 37.600 Euro, mit besseren Fahrleistungen und geringerem Verbrauch zu haben. Auch, wenn man dann noch einige tausend Euro zusätzlich investieren muss, bis man auf dem Serienstand des Grandeur liegt, kommt die E-Klasse angesichts des wesentlich höheren Wiederverkaufswertes unterm Strich auch nicht unbedingt teurer. Der Grandeur ist ein durchaus ordentliches Mittelklasse-Auto - dem ein nicht nachvollziehbar hohen Preis so gut wie jede Chance raubt.

Hyundai Grandeur 2.2 CRDi: Der Langstrecken-Meister
auto-news

Reisen in der Limousine: Auf langen Strecken zu Hause

München, 20. August 2007 – Der Grandeur ist in Deutschland das Flaggschiff von Hyundai. Der elegante Wagen spielt in einer Liga, die von einheimischen Platzhirschen angeführt wird. Doch der große Koreaner ist eine nicht zu unterschätzende Alternative zu teureren Automobilen. Jetzt wird der Grandeur noch interessanter: Der Hersteller bietet den 4,90 Meter langen Wagen außer mit einem 235 PS starken 3,3-Liter-V6-Benziner auch mit einem 155-PS-Diesel an. Unauffällige Eleganz Der Grandeur ist ein gestreckt wirkender Viertürer von eher unauffälliger Eleganz. Blitzende Chromteile wie Zierleisten an den Seiten werten das Äußere auf. Der sanfte Coupé-Schwung des Daches verleiht dem großen Wagen Dynamik. Am Heck beantwortet der Schriftzug „Grandeur“ den Hinterherfahrenden die oft gestellte Frage, was das wohl für ein schicker Wagen sei. Gut eingerichtetes Interieur Nobel geht es innen zu: Bequeme Ledersitze laden zum Reisen ein. An Lenkrad und Wählhebel finden sich Holzapplikationen. Das Cockpit ist übersichtlich gestaltet, die Anzahl der Knöpfe und Schalter wurde auf das nötige Maß begrenzt. In der Mittelkonsole gibt es serienmäßig ein DIN-Radio mit Navigationssystem, das allerdings farblich nicht passt und arg nachgerüstet wirkt.

Motor innen leise Der neue Selbstzünder ist innen nur im Hintergrund zu hören, verrät aber außen den Passanten sein Tun. Kombiniert mit einer sanft schaltenden Fünfgang-Automatik, leistet die Maschine im Grandeur ordentliche Dienste, ist aber nicht besonders spritzig. 11,4 Sekunden auf Tempo 100 Der Motor bringt den etwa 1,8 Tonnen schweren Wagen in 11,4 Sekunden auf Tempo 100 und weiter auf eine Spitze von 202 km/h. Während lange Autobahnetappen mit dem großen Hyundai geradezu ein Genuss sind, würde man sich in Kurven etwas mehr Fahrdynamik und weniger Seitenneigung wünschen. Für 41.640 fast komplett Der Grandeur 2.2 CRDi ist ab 41.640 Euro zu haben. In diesem Preis sind acht Airbags, das ESP und das Leder mit drin. Auf der Extra-Liste stehen nur drei Positionen, darunter ein Navigationssystem mit großem Display.

Fazit

Der Hyundai Grandeur ist ein geräumiges und bequemes Reiseauto, das in seiner Klasse durchaus noch ein Geheimtipp ist. Wer nicht unbedingt eine sportlich-durchtrainierte Limousine braucht, wird mit dem Top-Hyundai seine Freude haben. Denn zu einem vernünftigen Preis bekommt man einen gut ausgestatteten Gleiter, in dem man sich auf langen Strecken wie zu Hause fühlen kann.

Testwertung

4,0/5

Hyundai Grandeur im Test: Des Kaisers neuer Begleiter
auto-news

Hyundai Grandeur im Test: Des Kaisers neuer Begleiter

Burscheid, 21. November 2005 – Wenn 2006 die Fußball-WM in Deutschland angepfiffen wird, werden Prominente wie Kaiser Franz offiziell nicht in einem deutschen Mobil, sondern in einem noblen Hyundai Grandeur vorgefahren. Das hat einen Grund: Der koreanische Hersteller setzt als FIFA-Partner seine Limousinen als VIP-Shuttle ein. Wir haben bereits jetzt getestet, was die koreanischen Autobauer (nicht nur) für den Beckenbauer und andere Promis auf die Räder gestellt haben. Flaggschiff löst den XG 350 ab Das neue Hyundai-Flaggschiff löst den XG 350 ab. Der Grandeur fährt mit seiner 4,90 Meter langen Eleganz in einer Liga mit, in der die deutschen Marken bekanntermaßen die Platzhirsche sind. „Das wird sicher auch in absehbarer Zeit so bleiben“, weiß auch Hyundai-Chef Karl-Heinz Engels. Also Entwarnung für die einheimischen Mitbewerber: Ein Volumenmodell soll und wird die neue Limousine hierzulande nicht werden. Hyundai plant, im Jahr 2006 in Deutschland etwa 500 Fahrzeuge zu verkaufen. Dezent-unauffällige Optik Doch schauen wir uns den Nobel-Koreaner näher an: Der Grandeur ist ein klassisch geschnittener Viertürer, der dezent wirkt. Der sanfte Coupé-Schwung des Daches verleiht dem großen Wagen Dynamik. Als markante Blickpunkte fallen die leicht ausgestellten hinteren Kotflügel und der aufgesetzte Kofferraumdeckel ins Auge. Am Heck gibt es ein durchgezogenes Leuchtenband. Der Schriftzug Grandeur beantwortet den Hinterherfahrenden die oft gestellte Frage, was das für ein Wagen sei. Zwei Auspuffenden entlüften den V6 und künden von der Kraft der 235 PS, die weiter vorn zur Arbeit antreten. Die Frontpartie wird von relativ flachen Scheinwerfern und einem verchromten Kühlergrill dominiert.

Stilvoll eingerichteter Salon Die Eleganz der Außenhaut macht Lust auf Einsteigen. Der Salon des Grandeur ist stilvoll und modern eingerichtet. Man fühlt sich sofort heimisch. Die verwendeten Materialien wirken wertig und sind ordentlich verarbeitet. Die Armaturentafel ist übersichtlich und funktional gestaltet. Holzapplikationen an Lenkrad, Mittelkonsole und Wählhebel tragen zum Wohlfühl-Ambiente bei. Nur das serienmäßige DIN-Radio mit integriertem Navigationssystem passt nicht so ganz stimmig ins harmonische Bild der Steuerzentrale. Für diesen Platz kann auch ein DVD-Navigationssystem mit großem Monitor für einen Aufpreis von 1.990 Euro geordert werden. Straffe und bequeme Sitze Völlig neu entwickelt wurden die Sitze: Die beheizbaren Ledersessel sind straff gepolstert und bequem, könnten aber ein wenig mehr Seitenhalt bieten. In punkto Serienausstattung lässt der große Hyundai kaum Wünsche offen. Zu den Annehmlichkeiten gehören neben einer Zweizonen-Klimaautomatik eine Memory-Funktion für zwei Fahrer, Licht- und Regensensoren und eine Einparkhilfe für hinten. Zu den wenigen aufpreispflichtigen Extras gehören das Schiebedach, das erwähnte Navigationssystem und die Mica-Metalliclackierung. Leise bei niedrigen und mittleren Touren Schicken wir den Grandeur auf die Piste: Der 3,3-Liter-V6 erwacht leise und punktet mit einem kultivierten Leerlauf. Im unteren und mittleren Drehzahlbereich dringt der Klang der Maschine kaum ans Ohr. Jedoch bei höheren Touren dürfte die Maschine gern etwas leiser sein. Hyundais großer Wagen setzt sich beim scharfen Anfahren sehr forsch in Bewegung: Man bekommt auf trockenem Asphalt sogar beim Geradeaus-Start die Räder kurz zum Durchdrehen. Bevor die Traktionskontrolle die Situation in den Griff bekommt, quietscht es kurz. Wem das passiert, der schaut sich verschämt um – man macht mit einem Nobel-Mobil wie dem Grandeur keinen Kavaliersstart.

Sanft schaltende Automatik Die Kraft der 235 PS wird von einer sanft schaltenden Fünfgang-Automatik auf die Vorderräder übertragen. Beim Kickdown allerdings würde man sich wünschen, dass die Power schneller wieder anliegt. Wer mag, kann auch die Gänge sequentiell mit der Hand wechseln. Doch hier gibt es einen Sicherheits-Modus: Selbst bei Handbetrieb schaltet das Getriebe hoch, bevor die Drehzahlmessernadel in den roten Bereich fluscht und schaltet beim Bremsen und Anhalten soweit runter, dass sich der Grandeur problemlos an- oder weiterfahren lässt. In nur 7,8 Sekunden auf Tempo 100 Die Dynamik-Werte sind für einen Wagen dieser Größe beachtlich: In nur 7,8 Sekunden sprintet der Grandeur auf Tempo 100. Nur 4,3 Sekunden vergehen von Tachoanzeige 60 bis Tachoanzeige 100 – das nimmt Überholvergängen entscheidend die Angst. Hyundai beziffert die Spitzengeschwindigkeit mit 237 km/h, dieser Wert hat der Grandeur bei unserem Test nur mit Mühe erreicht. Den Verbrauch gibt der Hersteller mit 10.2 Litern Normalbenzin an. Bequemer Reisewagen für lange Strecken Die Abstimmung des Fahrwerks verrät, was der Grandeur sein soll: ein bequemer Reisewagen für lange Strecken. Kurven forsch oder sportlich zu fahren, quittiert der große Viertürer mit einer spürbaren Neigung der Karosserie. Da die Sitze nur wenig Seitenhalt bieten, verkneift man sich einen ambitionierten Reisestil und verlegt sich aufs gelassene Chauffieren. Ab 36.450 Euro Kommen wir zur Anschaffung: Der Grandeur ist nahezu voll ausgestattet für 36.450 Euro zu haben. Selbst Features wie ESP, ein Navigationssystem, eine Lederausstattung und die elektrisch verstellbaren Sitze sind bereits ab Werk an Bord. Hyundai sieht die Konkurrenz vor allem bei Mitbewerbern wie dem Peugeot 607, dem Lexus GS oder dem Citroën C6. Allerdings kosten all diese mit einer vergleichbaren Motorisierung bereits im Grundpreis über 40.000 Euro. Einzig der Chrysler 300C 3.5 V6 für 38.600 Euro kommt preislich an den Hyundai heran. (hd)

Fazit

Der Hyundai Grandeur ist eine Limousine, in der sich der Kaiser Franz sicher wohlfühlen wird: Viel Platz wie im Stadion, bequeme Plätze für die VIPs mit Leder wie am Ball. Nur mit dem Flutlicht klappts nicht, denn der Grandeur wird nicht mit Xenon-Scheinwerfern angeboten. Wer darüber hinaus mit seinem Wagen lieber Reisen als Rasen möchte und auf eine betont sportliche Fahrweise verzichten kann, ist mit dem Grandeur bestens bedient. Für vergleichsweise wenig Geld bekommt man einen gut ausgestatteten Wagen der oberen Mittelklasse, der gehobenen Komfortansprüchen genügt. (hd)

Weitere Hyundai Limousine

Alternativen

Hyundai Grandeur Limousine (2005–2011)