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Testbericht

22. November 2005
Burscheid, 21. November 2005 – Wenn 2006 die Fußball-WM in Deutschland angepfiffen wird, werden Prominente wie Kaiser Franz offiziell nicht in einem deutschen Mobil, sondern in einem noblen Hyundai Grandeur vorgefahren. Das hat einen Grund: Der koreanische Hersteller setzt als FIFA-Partner seine Limousinen als VIP-Shuttle ein. Wir haben bereits jetzt getestet, was die koreanischen Autobauer (nicht nur) für den Beckenbauer und andere Promis auf die Räder gestellt haben. Flaggschiff löst den XG 350 ab Das neue Hyundai-Flaggschiff löst den XG 350 ab. Der Grandeur fährt mit seiner 4,90 Meter langen Eleganz in einer Liga mit, in der die deutschen Marken bekanntermaßen die Platzhirsche sind. „Das wird sicher auch in absehbarer Zeit so bleiben“, weiß auch Hyundai-Chef Karl-Heinz Engels. Also Entwarnung für die einheimischen Mitbewerber: Ein Volumenmodell soll und wird die neue Limousine hierzulande nicht werden. Hyundai plant, im Jahr 2006 in Deutschland etwa 500 Fahrzeuge zu verkaufen. Dezent-unauffällige Optik Doch schauen wir uns den Nobel-Koreaner näher an: Der Grandeur ist ein klassisch geschnittener Viertürer, der dezent wirkt. Der sanfte Coupé-Schwung des Daches verleiht dem großen Wagen Dynamik. Als markante Blickpunkte fallen die leicht ausgestellten hinteren Kotflügel und der aufgesetzte Kofferraumdeckel ins Auge. Am Heck gibt es ein durchgezogenes Leuchtenband. Der Schriftzug Grandeur beantwortet den Hinterherfahrenden die oft gestellte Frage, was das für ein Wagen sei. Zwei Auspuffenden entlüften den V6 und künden von der Kraft der 235 PS, die weiter vorn zur Arbeit antreten. Die Frontpartie wird von relativ flachen Scheinwerfern und einem verchromten Kühlergrill dominiert.

Stilvoll eingerichteter Salon Die Eleganz der Außenhaut macht Lust auf Einsteigen. Der Salon des Grandeur ist stilvoll und modern eingerichtet. Man fühlt sich sofort heimisch. Die verwendeten Materialien wirken wertig und sind ordentlich verarbeitet. Die Armaturentafel ist übersichtlich und funktional gestaltet. Holzapplikationen an Lenkrad, Mittelkonsole und Wählhebel tragen zum Wohlfühl-Ambiente bei. Nur das serienmäßige DIN-Radio mit integriertem Navigationssystem passt nicht so ganz stimmig ins harmonische Bild der Steuerzentrale. Für diesen Platz kann auch ein DVD-Navigationssystem mit großem Monitor für einen Aufpreis von 1.990 Euro geordert werden. Straffe und bequeme Sitze Völlig neu entwickelt wurden die Sitze: Die beheizbaren Ledersessel sind straff gepolstert und bequem, könnten aber ein wenig mehr Seitenhalt bieten. In punkto Serienausstattung lässt der große Hyundai kaum Wünsche offen. Zu den Annehmlichkeiten gehören neben einer Zweizonen-Klimaautomatik eine Memory-Funktion für zwei Fahrer, Licht- und Regensensoren und eine Einparkhilfe für hinten. Zu den wenigen aufpreispflichtigen Extras gehören das Schiebedach, das erwähnte Navigationssystem und die Mica-Metalliclackierung. Leise bei niedrigen und mittleren Touren Schicken wir den Grandeur auf die Piste: Der 3,3-Liter-V6 erwacht leise und punktet mit einem kultivierten Leerlauf. Im unteren und mittleren Drehzahlbereich dringt der Klang der Maschine kaum ans Ohr. Jedoch bei höheren Touren dürfte die Maschine gern etwas leiser sein. Hyundais großer Wagen setzt sich beim scharfen Anfahren sehr forsch in Bewegung: Man bekommt auf trockenem Asphalt sogar beim Geradeaus-Start die Räder kurz zum Durchdrehen. Bevor die Traktionskontrolle die Situation in den Griff bekommt, quietscht es kurz. Wem das passiert, der schaut sich verschämt um – man macht mit einem Nobel-Mobil wie dem Grandeur keinen Kavaliersstart.

Sanft schaltende Automatik Die Kraft der 235 PS wird von einer sanft schaltenden Fünfgang-Automatik auf die Vorderräder übertragen. Beim Kickdown allerdings würde man sich wünschen, dass die Power schneller wieder anliegt. Wer mag, kann auch die Gänge sequentiell mit der Hand wechseln. Doch hier gibt es einen Sicherheits-Modus: Selbst bei Handbetrieb schaltet das Getriebe hoch, bevor die Drehzahlmessernadel in den roten Bereich fluscht und schaltet beim Bremsen und Anhalten soweit runter, dass sich der Grandeur problemlos an- oder weiterfahren lässt. In nur 7,8 Sekunden auf Tempo 100 Die Dynamik-Werte sind für einen Wagen dieser Größe beachtlich: In nur 7,8 Sekunden sprintet der Grandeur auf Tempo 100. Nur 4,3 Sekunden vergehen von Tachoanzeige 60 bis Tachoanzeige 100 – das nimmt Überholvergängen entscheidend die Angst. Hyundai beziffert die Spitzengeschwindigkeit mit 237 km/h, dieser Wert hat der Grandeur bei unserem Test nur mit Mühe erreicht. Den Verbrauch gibt der Hersteller mit 10.2 Litern Normalbenzin an. Bequemer Reisewagen für lange Strecken Die Abstimmung des Fahrwerks verrät, was der Grandeur sein soll: ein bequemer Reisewagen für lange Strecken. Kurven forsch oder sportlich zu fahren, quittiert der große Viertürer mit einer spürbaren Neigung der Karosserie. Da die Sitze nur wenig Seitenhalt bieten, verkneift man sich einen ambitionierten Reisestil und verlegt sich aufs gelassene Chauffieren. Ab 36.450 Euro Kommen wir zur Anschaffung: Der Grandeur ist nahezu voll ausgestattet für 36.450 Euro zu haben. Selbst Features wie ESP, ein Navigationssystem, eine Lederausstattung und die elektrisch verstellbaren Sitze sind bereits ab Werk an Bord. Hyundai sieht die Konkurrenz vor allem bei Mitbewerbern wie dem Peugeot 607, dem Lexus GS oder dem Citroën C6. Allerdings kosten all diese mit einer vergleichbaren Motorisierung bereits im Grundpreis über 40.000 Euro. Einzig der Chrysler 300C 3.5 V6 für 38.600 Euro kommt preislich an den Hyundai heran. (hd)
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Technische Daten
Antrieb:Frontantrieb
Anzahl Gänge:5
Getriebe:Automatikgetriebe
Motor Bauart:V-Benzinmotor
Hubraum:3.342
Anzahl Ventile:4
Anzahl Zylinder:6
Leistung:173 kW (235 PS) bei UPM
Drehmoment:304 Nm bei 3.500 UPM
Preis
Neupreis: 36.450 € (Stand: November 2005)
Fazit
Der Hyundai Grandeur ist eine Limousine, in der sich der Kaiser Franz sicher wohlfühlen wird: Viel Platz wie im Stadion, bequeme Plätze für die VIPs mit Leder wie am Ball. Nur mit dem Flutlicht klappts nicht, denn der Grandeur wird nicht mit Xenon-Scheinwerfern angeboten. Wer darüber hinaus mit seinem Wagen lieber Reisen als Rasen möchte und auf eine betont sportliche Fahrweise verzichten kann, ist mit dem Grandeur bestens bedient. Für vergleichsweise wenig Geld bekommt man einen gut ausgestatteten Wagen der oberen Mittelklasse, der gehobenen Komfortansprüchen genügt. (hd)

Quelle: auto-news, 2005-11-22

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