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Testbericht

Wolfram Nickel/SP-X, 10. Januar 2011

Im Jahr des 55. Jubiläums auf dem amerikanischen Markt probt Volkswagen mit einem neuen Passat die Zukunft, nicht ohne sich seiner Wurzeln und der einstigen Überlegenheit mit dem Kultobjekt Käfer zu besinnen. Wie einst der „Beetle“ soll die neue USA-Ausführung des Passat ab Mitte August den Importrivalen in den Zulassungscharts davon fahren und möglichst viele amerikanische Heimspieler auf die Plätze verweisen.

Dazu schickt die speziell für Amerika entwickelte Wolfsburger Mittelklasse ihren nur mäßig erfolgreichen Importvorgänger in den Ruhestand und bietet als erster wirklich eigenständiger US-Volkswagen deutscher Abstammung mit besonders großen Abmessungen und Produktion im neuen Werk in Tennessee amerikanischen Heimvorteil. Darin unterscheidet sich die 4,87 Meter messende Limousine zwar nicht von den ebenfalls in den USA gefertigten Wettbewerbern asiatischer Marken, auf einen Vorsprung hofft Volkswagen jedoch durch relativ günstige Einstiegspreise ab 20.000 Dollar (15.490 Euro) und den Imagevorteil „German Engineering“. Tatsächlich wurde die Technik weitgehend vom gerade erneuerten deutschen Passat übernommen. Die amerikanische Antriebspalette umfasst vorerst jedoch nur drei Motoren, darunter aber einen 125 kW/170 PS leistenden 2,5-Liter-Fünfzylinder-Benziner und ein 208 kW/280 PS starken 3,6-Liter-V6-Benziner, die für den europäischen Passat nicht erhältlich sind. Identisch ist nur ein 103 kW/140 PS entwickelnder 2,0-Liter-Diesel.

Der amerikanische VW soll ein Auto auf deutsche Art sein, etwas konservativ im Auftritt, sorgfältig gestaltet im Detail und um besondere Solidität bemüht. Daran können selbst die teils etwas billiger wirkenden Materialien im Interieur und die etwas schlichtere Frontgestaltung nichts ändern. Zu den amerikanischen Vorlieben zählen auch die klassisch gestalteten Dach- und Fensterlinien mit einem dritten Seitenfenster in der C-Säule. Ein Design ohne modische Mätzchen, das die Funktion voran stellt. Und genau dies bestätigt der erste Eindruck: Weit öffnende Türen und eine hoch aufschwingende Kofferraumklappe laden ein, üppiges Reisegepäck zu verstauen und Platz zu nehmen auf angenehm konturierten Sitzen mit großen Beinauflagen und hochgezogenen Lehnen. Nicht einmal die Kopffreiheit im Fond des US-Passats muss der heute sonst verbreiteten stark abfallenden Dachlinie Tribut zollen.

Vorerst wird der Passat nur im Werk Chattanooga, Tennessee produziert, ab Mitte 2011 in modifizierter Version auch im chinesischen Shanghai. Ersatzlos gestrichen wird übrigens der Passat Variant, der nur wenig kürzere Jetta SportWagon soll künftig die nicht allzu zahlreichen amerikanischen Kombikunden ködern. Eine Million Passat will Volkswagen in den nächsten sieben Jahren alleine in den USA verkaufen. Ein ambitioniertes Ziel, das den Vorgänger mit zuletzt 12.500 Einheiten (einschließlich Variant) weit übertrifft und an die Zeiten des Urvaters Beetle erinnert. Auch diesen will Volkswagen America im Jubiläumsjahr zu neuer Form auflaufen lassen – mit der zweiten Generation des amerikanischen Retrobestsellers New Beetle. Für den Passat gilt allerdings: Noch nie war die klassische Mittelklasse umkämpfter als heute wie in den USA über 20 Wettbewerber zeigen.


Volkswagen Passat - Technische Daten:

Viertüriger Mittelklasselimousine; Länge: 4,87 Meter; Breite: 1,83 Meter; Radstand: 2,80 Meter; Preis: ab 20.000 Dollar.

Motoren: 2,0-Liter-Diesel, 103 kW/140 PS ; 2,5-Liter-Fünfzylinder-Benziner, 125 kW/170 PS; 3,6-Liter-V6-Benziner, 208 kW/280 PS

Das Wolfsburger Imperium schlägt zurück. Nachdem der bisherige Passat in den USA bestenfalls mäßig erfolgreich war kommt jetzt der US-Passat, der erste Volkwagen, der speziell für die Staaten entwickelt wurde.

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Fazit
Das Wolfsburger Imperium schlägt zurück. Nachdem der bisherige Passat in den USA bestenfalls mäßig erfolgreich war kommt jetzt der US-Passat, der erste Volkwagen, der speziell für die Staaten entwickelt wurde.

Quelle: Autoplenum, 2011-01-10

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