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Testbericht

Hans Bast, 6. Dezember 2010
Mercedes-Benz stattet seinen Nachtsicht-Assistenten mit einer zusätzlichen Spotlight-Funktion aus, die Personen am Fahrbahnrand mit einem separaten Lichtstrahl erfasst.

Auf diese Weise soll die Aufmerksamkeit des Fahrers frühzeitig auf ein Hindernis am Fahrbahnrand gelenkt werden. Bei Mercedes erhofft man sich von der neuen Technik einen nachhaltigen Effekt auf die Unfallstatistik. Schließlich ereignen sich fast 40 Prozent aller tödlichen Unfälle des Nachts - bei durchschnittlich nur 20 Prozent des gesamten Verkehrsaufkommens.

Vor allem auf nächtlichen, schlecht oder gar nicht ausgeleuchteten Landstraßen tauchen Fußgänger für den Autofahrer plötzlich wie aus dem Nichts auf. Um dieser Schrecksekunde zu begegnen, offeriert Mercedes seit 2009 seinen aktiven Nachtsicht-Assistenten Plus als Sonderausstattung. Damit werden mit Personen am Fahrbahnrand in einem Abstand bis zu 80 Metern von dem Assistenten erfasst und auf dem Display des Kombi-Instruments angezeigt. Die Ausleuchtung der Straße erfolgt dafür im blendfreien Infrarotbereich.

Eine Spezialkamera hinter der Frontscheibe zeichnet das Bild auf. Eine zweite Kamera, die auch vom Geschwindigkeitslimit-Assistenten und dem Spurhalte-Assistenten genutzt wird, erkennt, ob ein Fahrzeug bei Dunkelheit unterwegs ist und dient zur Berechnung der Position eines vorausfahrenden oder entgegenkommenden Verkehrsteilnehmers. Sobald das System Fußgänger, Radfahrer oder ein anderes Hindernis vor dem Auto erkannt hat, werden sie in der Anzeige des Aktiven Nachtsicht-Assistenten Plus markiert.

Die neuartige Spotlight-Funktion nutzt jetzt alle diese Informationen, um einen erkannten Fußgänger anzublinken. Dafür werden zusätzliche, in den Frontscheinwerfern untergebrachte steuerbare Punktlichter verwendet, die einen Fußgänger bis zu vier Mal anblinken. Der Fahrer wird dadurch auf eine potenzielle Gefahr hingewiesen, selbst wenn sie sich noch weit außerhalb des Abblendlichtkegels befindet. Eine Blendung anderer Verkehrsteilnehmer wird ausgeschlossen, da die Illumination nicht erfolgt, wenn sich vorausfahrende oder entgegenkommende Fahrzeuge im Bereich des Fußgängers befinden. Ist der Fahrer hingegen mit Fernlicht unterwegs wird nur mit dem rechten Scheinwerfer wird geblinkt. Der blinkende Scheinwerfer bleibt anschließend fünf Sekunden abgeblendet, um in diesem Zeitraum eine Blendung des Fußgängers zu verhindern. Als positiver Nebeneffekt werden hierdurch die Fußgänger auf das heranfahrende Fahrzeug aufmerksam gemacht.

Ab Sommer 2011 soll den Aktiven Nachtfahr-Assistenten Plus mit Spotlight-Funktion in der S-Klasse geben. Wie hoch das Interesse der Kunden an modernen Unfallvermeidungshilfen ist, zeigt die aktuelle Verkaufsstatistik. Jede zweite S-Klasse bislang schon mit der Nachtfahrhilfe ausgestattet. Was das System kosten soll, hat Mercedes aber noch nicht preisgegeben. Der bisherige Nachtfahr-Assistent schlägt immerhin mit rund 2000 Euro zu Buche. „Ziel der Entwicklung war es, die besonders folgenschweren nächtlichen Kollisionen mit Fußgängern zu verhindern. Mit diesem Konzept schützt ein mit Spotlight-Funktion ausgerüsteter Mercedes-Benz nicht nur die eigenen Insassen, sondern trägt auch maßgeblich zu einer höheren Sicherheit anderer Verkehrspartner bei", sagt Dr. Weber Mitglieds des Vorstands der Daimler AG und verantwortlich für Konzernforschung und die Entwicklung von Mercedes-Benz Cars.

Erste Versuche bestätigen, nach Angaben von Mercedes-Benz, den Sicherheitsvorteil der neuen Technik. Bei einer Geschwindigkeit von 70 km/h wird ein Fußgänger mit der Spotlight-Funktion 25 Meter eher erkannt als ohne. Das entspricht einem Zeitvorteil von ungefähr 1,3 Sekunden. Zeit die man benötigt um einem Unfall, im günstigsten Fall, auszuweichen oder seine Folgen zu mildern.
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Quelle: Autoplenum, 2010-12-06

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