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Testbericht

Michael Gebhardt/SP-X, 22. Januar 2020

SP-X/Las Vegas. Drei Jahre ist es her, dass Mercedes die fünfte E-Klasse-Generation auf den Markt gebracht hat, noch gut sechs Wochen dauert es, bis auf dem Auto Salon in Genf die überarbeitete Version der Business-Limousine ihre Hüllen fallen lässt. Noch bevor die große Premieren-Sause startet, hat Mercedes drei Prototypen aus dem Werk entlassen, die rund um Las Vegas einen Vorgeschmack auf die Neuerungen geben. Alles noch unter dem Deckmantel der Tarnfolie, die die kosmetischen Arbeiten an der Karosserie vertuschen soll. Man braucht allerdings kein Hellseher zu sein, um trotz weiß-blauer Beklebung zu erahnen, dass sich die bislang mehr als eine Million Mal verkaufte, aktuelle E-Klasse an die derzeitige Formensprache anpasst. Sie tritt zukünftig etwas selbstbewusster, mit stolz geschwellter Brust und straffen Flächen auf. Dass das auch ein Vorgeschmack auf die ebenfalls noch in diesem Jahr kommende Neuauflage des Flaggschiffs S-Klasse ist, ist wahrscheinlich.

Dass Mercedes das Volumenmodell in Las Vegas seine Runden drehen lässt, kommt nicht von ungefähr. Anfang Januar versammelt sich hier die High-Tech-Welt zur Consumer Electronics Show (CES), und um das Thema Elektronik geht es auch beim kommenden E-Klasse-Facelift: Mercedes’ vollvernetztes Infotainment-System mit Sprachsteuerung und Navi-Hinweisen in Augmented-Reality-Darstellung (MBUX) hält jetzt auch in der Geschäftsklasse Einzug und mit ihm ein neues Lenkrad, bei dem die bisherigen Sensor-Felder durch richtige Touchslider ersetzt werden. Ob die etwas gewöhnungsbedürftige MBUX-Bedienung damit intuitiver von der Hand geht, wird sich zeigen.

Natürlich stattet Mercedes die E-Klasse auch mit den neuesten Fahrassistenten aus: Es gibt einen noch schlaueren Tempomaten, der auch auf Live-Traffic-Infos reagiert und bei einem voraus drohenden Stau vorsichtshalber die Geschwindigkeit drosselt. Der Bremsassistent greift beim Linksabbiegen ein, wenn man den Gegenverkehr übersieht und der Tot-Winkel-Warner schlägt nun auch beim Aussteigen Alarm, wenn sich Radfahrer, Autos oder Motorradfahrer von hinten nähern. Ebenfalls im Dienste der Sicherheit steht die Urban-Guard-Funktion, die das geparkte Fahrzeug überwacht. Über den Online-Dienst Mercedes Me wird der Besitzer informiert, wenn jemand das Auto anrempelt, abschleppt oder klaut. Per Tracking-Funktion kann man verfolgen, wo das Fahrzeug gerade ist, außerdem lässt sich der Schlüssel per App deaktivieren – sollte den jemand gemopst haben, kann er damit nichts anfangen. Diese Funktion lässt sich zum Beispiel auch nutzen, wenn man in den Urlaub fährt und der Autoschlüssel zu Hause bleibt.

Auch wenn im Rahmen der CES die neuen Technik-Spielereien im Fokus lagen, haben die Stuttgarter auch zu den Motoren ein paar Worte verloren. Bereits bekannt ist der Plug-in-Hybrid im E 300 e mit Vierzylinder-Benziner, 90 kW/122 PS starkem E-Motor und einer Systemleistung von 235 kW/320 PS und 700 Newtonmeter Drehmoment; wie weit der Plug-in rein elektrisch kommt, steht noch nicht genau fest. Auch der schon lange angekündigte Diesel-Plug-in geht nun endlich an den Start, insgesamt spricht Mercedes von sieben Teilzeitstromern, wobei natürlich Limousine und Kombi sowie die Allrad-Versionen alle mitgezählt werden. Neu in der E-Klasse ist der 270 kW/367 PS starke Reihensechszylinder mit 48-Volt-Technik, der sich auf der ersten Mitfahrt als äußerst kultivierter und durchzugsstarker Begleiter präsentiert hat. Ein direkt an der Kurbelwelle ansetzender, integrierter Startergenerator (ISG) hilft mit 15 kW/20 PS extra beim Anfahren und Boosten und macht dem Turboloch den Garaus. Die gleiche Technik nutzt auch der neue Vierzylinder, den Mercedes schon lange angekündigt hat und der nun endlich sein Debüt gibt. Der Verbrenner selbst entwickelt 200 kW/272 PS, was freilich vollkommen ausreicht, um auch eine mit vier Mann besetzte E-Klasse flott in Gang zu setzen. Selbst im Fond reisend merkt man allerdings, dass er etwas rauer läuft als sein sechszylindriger Bruder. Allerdings ist die Abstimmung des Triebwerks noch nicht final abgeschlossen, so die Entwickler. Ein bisschen Zeit haben sie ja auch noch, an den Start geht die überarbeitete E-Klasse im Sommer 2020, Coupé, Cabrio und die nur für China vorgesehen Langversion der Limousine kommen kurz danach. Wie sich die Preise entwickeln, lässt Mercedes derzeit noch offen; günstiger dürfte die E-Klasse, die aktuell bei knapp über 46.000 Euro startet, aber auf keinen Fall werden. 

Nach drei Jahren überarbeitet Mercedes die E-Klasse. Neben neuen Motoren haben sich die Stuttgarter beim Facelift vor allem auf weitere Digitalisierung und die Assistenzsysteme konzentriert.

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Fazit

Nach drei Jahren überarbeitet Mercedes die E-Klasse. Neben neuen Motoren haben sich die Stuttgarter beim Facelift vor allem auf weitere Digitalisierung und die Assistenzsysteme konzentriert.

Quelle: Autoplenum, 2020-01-22

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