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Testbericht

5. Juni 2003

Die Zahl der kompakten Vans auf dem Markt wächst. Fast jeder automobile Volumen-Produzent hat einen der praktischen Vielzweck-Transporteure im Programm. Auch Mercedes fährt da nicht hinterher: Für die Stuttgarter Marke ist der Vaneo im Rennen.  Wir wollten den Mercedes unter den Kompakt-Vans näher kennen lernen und haben den Vaneo in der speziell auf Familien zugeschnittenen Ausstattung Family und mit dem 125 PS starken 1,9-Liter-Benziner getestet. 

Typische Mercedes-Nase 
Seine Optik verleiht dem Vaneo keinen unverwechselbaren, aber einen markanten Auftritt. Vorn trägt der kompakte Personenbeförderer eindeutig eine Mercedes-Nase: Die tropfenförmigen Scheinwerfer und der große Stern am Lamellen-Grill weisen auf die Stuttgarter Herkunft des Vaneo hin: Die Verwandtschaft mit der kleineren A-Klasse ist nicht zu übersehen.  Das kantige Heck gibt dem Vaneo allerdings einen Nutzfahrzeug-Touch. Es wird von senkrechten Leuchtenbändern dominiert. Die Dachreling und ein kurzer Dachspoiler versuchen dem Anblick eine sportliche Note zu verleihen. 

Erhöhte Position 
Vom Fahrersitz aus genießt man einen erhöhten Überblick auf das Verkehrsgeschehen. Vorn ist ausreichend Platz. Die Frontsitze könnten eine Spur komfortabler sein. Menschen mit langen Oberschenkeln wünschen sich zudem eine längere Sitzfläche. Die bunt gepunkteten Stoff-Sitzbezüge in der Family-Ausstattung sind sicherlich nicht jedermanns Geschmack, aber darüber lässt sich bekanntlich streiten. 

Blinkerhebel überladen 
Das Lederlenkrad liegt gut in der Hand. Unser Testwagen war mit einem Tempomat ausgestattet. Der Hebel dafür ist links am Lenkrad angeordnet und lässt sich zunächst mit dem Blinkerhebel verwechseln. Auch die Scheibenwischer werden am Blinkerhebel bedient – das ist ebenfalls gewöhnungsbedürftig.  Alle anderen wichtigen Schalter und Tasten sind klar definiert und gut zu erreichen. Pluspunkt: Ein zweiter Innenspiegel ermöglicht es, die Kinder zu beobachten ohne den Kopf zu wenden. 

Große Schiebetüren im Fond 
Im Fond erleichtern zwei große, leicht zu öffnende Schiebetüren einen guten Einstieg in die Familien-Klasse von Mercedes. Allerdings: Wenn man die Türen nicht bis zum Anschlag öffnet, rollen sie automatisch wieder zu. An den Rückenlehnen der Vordersitze gibt es bei „Family“ Klapptische. Beim Beifahrersessel lässt sich die Rückenlehne durch Vorklappen in einen Tisch verwandeln. 

Rückbank geteilt 
Die Rückbank ist in einen Einzel- und einen Zweiersitz geteilt. Die beiden äußeren Sitzflächen haben integrierte Kindersitze. Je nach Bedarf lassen sich nur die Lehnen oder die Sitze komplett mit wenigen Handgriffen umklappen. 

Sitze herausnehmbar 
Wer den Vaneo als Transporter nutzen will, kann ihn recht schnell umwandeln: Unkompliziert können die Sitze komplett ausgebaut werden. Selbst der Beifahrersitz kann nach Lösen eines Steckers ganz entfernt werden. Diese Option kostet allerdings 186 Euro Aufpreis. 

Praktischer Laderaumboden 
Praktisch ist der herausziehbare Laderaumboden, den es in der Family-Ausstattung in Serie gibt. Das erleichtert das Beladen des Vaneo. Dieser Boden lässt sich nach dem Betätigen zweier Hebel ebenfalls komplett entfernen. An seiner Stelle können zwei weitere Einzelsitze befestigt werden. Beim Konkurrenten Opel Zafira ist dieses Problem allerdings besser gelöst: Dort verschwinden die zusätzlichen Sitze Nummer sechs und sieben im Boden. 

Starker Motor mit 125 PS 
Unser Testwagen war mit einem 1,9-Liter-Benziner mit 125 PS ausgestattet. Das Aggregat bietet vom Start weg eine gute Beschleunigung, ist angenehm durchzugsstark und elastisch. Laut Hersteller beschleunigt der Vaneo damit in 11,1 Sekunden auf hundert und erreicht eine Höchstgeschwindigkeit von 180 km/h. Bei unserem Test haben wir die Tachonadel weit über die 190-er-Marke gebracht.

Motor nicht zu laut 
Selbst bei hohen Drehzahlen wird der Vierzylinder nicht zu laut. Einen dazu passenden guten Eindruck hinterlässt auch die Schaltung, mit der sich leichtgängig und exakt die Gänge wechseln lassen.

Komfortabel, aber nicht sportlich 
Das weich gefederte Fahrwerk ist ausschließlich auf Komfort ausgelegt: Eine sportliche Fahrweise, die vom Motor freudig unterstützt würde, mag der Unterbau nicht so sehr. Auf der Serpentinenstrecke neigt sich der Aufbau unangenehm zur Seite. Die recht indirekte Lenkung wirkt sich beim sportlichen Fahren ebenfalls als Spaß-Bremse aus.  

Assistent unterstützt Bremsen 
Nichts zu meckern gibt es dagegen an der richtigen Bremse: Serienmäßig von ABS und einem Bremsassistenten unterstützt, packt sie ordentlich zu, wenn’s ums Anhalten geht. Zu den Sicherheitsfeatures gehört außerdem das ebenfalls ab Werk installierte elektronische Stabilitätsprogramm ESP. Es greift rechtzeitig ein, wenn der Vaneo auszubrechen droht.  

22.063 Euro  
Der Vaneo kostet in der von uns getesteten Motorisierung 22.063 Euro. Da ist das ESP schon dabei. Für die Family-Ausstattung kommen noch mal 1.578 Euro dazu. Wählt man die Family-Version mit einer dritten Sitzreihe anstelle des ausziehbaren Laderaumbodens, sind 2.129 Euro Aufpreis fällig. Das sind 23.641 beziehungsweise 24.192 Euro. Hinzu kommt beispielsweise die Klimaanlage für 1.299 Euro.  Zum Vergleich: Ein 125 PS starker Opel Zafira 1.8 kostet im Grundpreis 20.395 Euro, ein VW Touran 1.6 FSI mit 115 PS ist ab 21.100 Euro zu haben. Der Renault Scénic 2.0 16V Expression mit 138 PS steht ab 21.650 Euro in der Liste. Mit dem Renault Kangoo 1.6 16V Expression für 14.150 Euro und dem Citroën Berlingo 1.6 16V Multispace für 15.950 Euro geht es aber auch noch preiswerter.

 

Technische Daten
Motor Bauart:Reihenvierzylinder
Hubraum:1.898
Leistung:92 kW (125 PS) bei UPM
Drehmoment:180 Nm bei 4.000 UPM
Preis
Neupreis: 22.063 €
Fazit
Fazit: Praktisches Familiengefährt Der Mercedes Vaneo ist ein sehr geräumiger Van, mit dem sich die verschiedensten Transportaufgaben lösen lassen. Ob Urlaubsfahrt, Geschäftsreise oder Umzug – für die meisten Bedürfnisse ist der Innenraum gut variierbar. Wie bei vielen Vans können die Rücksitze herausgenommen werden. Besonderheit: Beim Vaneo ist dies auch beim Beifahrersitz möglich. Diese Transportfreundlichkeit ist gepaart mit einem für Familien-Bedürfnisse starken Motor. Dass das Fahrwerk nicht unbedingt Sportwagenqualitäten aufweist, ist zu verschmerzen. Schließlich kauft man den Vaneo für andere Zwecke. Sein Preis lässt allerdings Familien mit mittlerem Einkommen wahrscheinlich eher zur Konkurrenz greifen. Dort bekommt man gleichfalls viel Raum für weniger Geld.

Quelle: auto-news, 2003-06-05

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