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Testbericht

Fabian Hoberg, 12. Oktober 2012

Wenn man über besonders elegante Fahrzeuge spricht, dann meistens über schöne Coupés. Ihre fließenden Linien bieten Designer größtmöglichen Spielraum bei der Kreation blechgewordener Kunstwerke. Doch die Zweitürer sind in der Regel relativ unpraktisch, flach und im Fond sowie im Kofferraum findet sich nur wenig Platz.

Immer häufiger hört man in letzter Zeit nun den Begriff „Shooting Brake“. Diese Karosserievariante soll die Schönheit eines Coupés mit der praktischen Heckklappe und der Variabilität eines Kombis vereinen. Vorreiter sind Fahrzeuge wie der Mercedes CLS Shooting Brake oder der Ferrari FF, 2013 oder 2014 folgt wahrscheinlich der Porsche Panamera Sport Turismo.

Doch so ganz neu ist das Konzept nicht. Schon in Zeiten von Pferden und Anhängern wurden spezielle Aufbauten für die Jagd konzipiert. Richtig populär wurde die Gattung dann in den 1960er Jahren vor allem in Großbritannien, wo die Sportwagen mit der großen Heckklappe die idealen Transportmittel für Gewehre, Golf- oder Poloschläger waren – daher der Name Shooting Brake. Beliebt waren unter anderem der Reliant Scimitar GTE und einige Umbauten auf Basis von Nobelfahrzeugen wie Aston Martin DB5, Bentley S2, Mercedes 300S und Jaguar E-Type.

Bekanntestes Modell ist der Volvo P1800 ES, Spitzenname „Schneewittchensarg“. Seine große gläsernen Heckklappe ohne Rahmen machten ihn berühmt und zum Vorbild aller modernen Shooting Brakes. Ab der B-Säule bestimmte lichte Glasarchitektur das gestreckte Kombiheck, das den Volvo schon im Stand dynamisch aussehen ließ, zumal die lange Motorhaube einen Sportmotor mit viel Leistung versprach. Dabei war der Volvo 1800 ES eigentlich nicht mehr als eine Modellpflege des Coupés P 1800, Einsatzfahrzeug von Simon Templar, dem britischen, von Roger Moore gespielten Privatdetektiv. Der wusste schon lange vor seinem James Bond-Einsatz, wie wichtig das richtige Fahrzeug für einen lässigen Auftritt ist.

Vielleicht erinnern sich auch deshalb immer mehr Fahrzeughersteller an diese Karosserieform. Den Begriff Shooting Brake hat allerdings nur Mercedes für den CLS Kombi übernommen. Die Mischung aus Coupé, Limousine und Edel-Kombi kostet mindestens 61.761 Euro und soll auch klassische Coupé-Fahrer ansprechen. Damit ist der Stuttgarter rund 1.900 Euro teurer als das viertürige Coupé. Der Lifestyler, dessen Laderaum auf Wunsch mit edlen Hölzern ausgeschlagen ist, fasst allerdings mit rund 1.500 Litern auch deutlich weniger als der Kombi-Klassiker, das T-Modell der E-Klasse.

Das Basismodell mit dem 150 kW/204 PS starken Diesel ist zugleich das sparsamste und benötigt im Schnitt 5,3 Liter Diesel je 100 Kilometer. Günstigster Benziner ist der CLS 350 mit 225 kW/306 PS, ihn liefert Mercedes ab 66.818 Euro aus. Topmodell der Baureihe ist der CLS 63 AMG. Er verfügt über einen 5,5-Liter-V8 mit 386 kW/525 PS und kostet 117.512 Euro. Die AMG-Version verteilt ihre maximal 700 Newtonmeter Drehmoment über ein Siebengang-Sportshift-Getriebe an die Antriebsräder.

Mit viel Leistung kann auch die Porsche Studie Panamera Sport Turismo auftrumpfen. Der edle Kombi, der in der Stuttgarter Konzernzentrale nicht so genannt werden darf, gibt schon mal einen Ausblick auf eine Oberklasselimousine mit viel Platz. Front und Partie ähneln bis zur B-Säule dem normalen Panamera, erst dahinter gibt es deutliche Unterschiede: So fällt das Dach der Studie oberhalb des Fonds nicht so rasant ab wie beim Serienmodell, sondern geht deutlich sanfter in eine schräg stehende Heckklappe über.

Für angemessene Fahrleistungen bei möglichst geringem Verbrauch sorgt die nächste Generation des Hybridantriebs der Marke – erstmals mit Steckdosen-Anschluss. Unter der Haube arbeiten ein aufgeladener 3,0-Liter-V6-Benziner und ein Elektromotor im Verbund. Der Verbrenner kommt dabei auf 245 kW/333 PS Leistung, das Hybridmodul auf 70 kW/95 PS. Die Reichweite im reinen Elektromodus soll bei 30 Kilometer liegen, den Verbrauch auf 100 Kilometern gibt der Hersteller mit weniger als 3,5 Litern an. Daneben werden die bekannten V6- und V8-Benziner zwischen 220 kW/300 PS und 368 kW/500 PS sowie der sparsame 3,0-Liter-V6-Diesel mit 184 kW/250 PS zur Verfügung stehen.

Wer sparen will, ist beim stärksten aktuellen Shooting Brake fehl am Platze: Der Ferrari FF kostet mindestens 260.000 Euro und wird auch beim Kraftstoffverbrauch kein Kostverächter sein. Dafür sorgt der 6,3-Liter-V12 mit 485 kW/660 PS und einer unglaublichen Klangkulisse. Bis zu 335 km/h fährt der italienische Allrad-Kombi und bietet noch weitere, für die Ferrari-Gemeinde bisher unbekannte Vorzüge: Vier vollwertige und komfortable Sitzgelegenheiten sowie ein Gepäckraum von 450 bis zu 800 Litern Fassungsvermögen verschaffen dem Boliden echte Langstrecken-Qualitäten.

Auch Peugeot springt auf den Design-Trend auf und zeigte schon mal den 608, der ab 2014 auf den Markt kommen soll. Vorbild für den fast fünf Meter langen Fünftürer mit der coupéhaft fließenden Dachlinie ist die IAA-Studie HX1. Neben einer Palette von Dieselmotoren soll auch ein Dieselhybrid mit 220 kW/299 PS und Allradantrieb angeboten werden. Der 608 tritt die Nachfolge der klassischen Stufenhecklimousine Peugeot 607 an.

Autodesigner haben eine neue Karosserieform entdeckt: den Shooting Brake. Die Mischung aus edlem Kombi und schnittigem Coupé findet sich immer häufiger. So richtig neu ist die Idee aber denn doch nicht.

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Fazit
Autodesigner haben eine neue Karosserieform entdeckt: den Shooting Brake. Die Mischung aus edlem Kombi und schnittigem Coupé findet sich immer häufiger. So richtig neu ist die Idee aber denn doch nicht.

Quelle: Autoplenum, 2012-10-12

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