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Testbericht

Stefan Grundhoff, 9. April 2013
Maserati macht Ernst und setzt seine Wachstumsstrategie mit einem kleinen Bruder des Quattroporte um. Seine Weltpremiere feiert der Maserati Ghibli auf der Shanghai Motorshow Ende April in China.

Der neue Quattroporte war zum Jahreswechsel ein Neustart für Maserati. Die Marke mit dem Dreizack hat sich viel vorgenommen und die will dümpelnden Verkaufszahlen an die 50.000-Auto-Marke katapultieren. Mit neuen Modellen für Oberklasse und SUV-Liga wollen die Norditaliener die deutsche Premiumkonkurrenz auf dem Markendreizack aufspießen. Im Fokus des neuen Maserati Ghibli stehen dabei in erster Linie die Topmodelle von BMW 5er, Audi A6 und Mercedes E-Klasse mit sechs und acht Zylindern. Der Maserati Ghibli nimmt mit einer Länge von fast fünf Metern und seinem emotionalen Styling dabei fast die Rolle ein, die der Vorgänger des neuen Quattroporte bis zum Jahresstart innehatte. Das Design des Ghibli ist typisch Maserati mit der flachen Front, dem Haifischmaul als Kühlergrill und der eleganten Seitenlinie. Innen und am Heck gibt es deutliche Gemeinsamkeiten mit dem neuen Quattroporte.

In den 60er und 70er Jahren war der Maserati Ghibli ein edles Sportcoupé mit bulligem V8-Charme, von dem es auch eine betont sehenswerte, offene Version gab. Zukünftig verfügt die Ghibli-Neuauflage über zwei Türen mehr und zwei Zylinder weniger, denn das V6-Volumenmodell wird in der Basis von einem 300 PS starken Sechszylinder mit Turboaufladung befeuert. Die stärkere Version spielt mit über 400 PS und knapp 300 km/h Spitze in der bisherigen Quattroporte-Liga.

Während der neue Maserati Quattroporte in Dimension (5,25 Meter Länge) und Motorleistung (bis zu 530 PS) deutlich nach oben gewachsen ist und sich ausschließlich mit Konkurrenten aus der Luxusklasse auseinander setzen muss, will der Ghibli sportlicher und kompakter ans Werk gehen. Angetrieben wird der viertürige Ghibli von zwei aufgeladenen V6-Dreiliter-Benzinern oder einem ebenfalls drei Liter großen Commonrail-Diesel aus dem Hause VM. Während die Sportlimousine obligatorisch über die bekannt gute Achtstufen-Automatik aus dem Hause ZF verfügt, hat der Kunde wie beim größeren Bruder Quattroporte die Wahl, ob der Ghibli Hinterrad- oder als Q4 einen Allradantrieb hat. "Derzeit decken wir mit Quattroporte, GT und Cabrio gerade einmal 20 Prozent des Luxusmarktes ab", erläutert Maserati-Chef Harald Wester, "das wird sich ändern. Und durch die größeren Volumina wird auch Ferrari als Motorenlieferant von uns profitieren."

Neben den beiden Benzinern mit 400 und 400 PS wird der Ghibli erstmals auch as Diesel mit rund 275 PS verfügbar sein. Eine leistungsstärkere Dieselversion mit über 300 PS soll folgen. Harald Wester: "Der Motor wird in Sachen Klang und Leistungsentfaltung ein echter Maserati sein. Und ich sage auch nicht nein zu einem Diesel im Quattroporte - wenn er echte Maserati-Gene hat. Dieselmotoren haben eine globale Chance - sie sind besser als die meisten Hybriden." Preislich dürfte es im Herbst 2013 bei rund 70.000 Euro losgehen.
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Quelle: Autoplenum, 2013-04-09

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