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Testbericht

Stefan Grundhoff, 27. Oktober 2009
Volkswagen bringt seine Flotte auf Sparkurs. Auch das Einstiegsmodell Polo ist nun als genügsame Bluemotion-Version zu bekommen. Finanziell lohnen dürfte der Wolfsburger jedoch für kaum einen Kunden.

Erst Anfang kommenden Jahres wird der neue VW Polo Bluemotion beim Händler stehen. Nunmehr im Blechkleid des aktuellen Modells schnittiger und sehenswerter denn je. Statt des ebenso lauten wie sparsamen Vorgängers mit 1,4 Liter großen Pumpe-Düse-Triebwerk arbeitet nunmehr die neueste Commonrail-Generation hinter dem vollständig verkleideten Kühlergrill des neuen Polo. Der 1,2 Liter große Dreizylinder muss mit 55 KW / 75 PS auskommen; fünf PS weniger als bisher. War die erste Bluemotion-Generation des VW Polo bereits ein echter Sparmeister, so wurde der Durst des Nachfolgemodells nochmals deutlich reduziert. Dank der standesgemäßen Sparausstattung mit regenerativem Bremssystem, Aerodynamikfeinheiten, Schaltpunktanzeige und Start-Stopp-Funktion verringerte sich der Durst von 3,8 auf 3,3 Liter Diesel auf 100 Kilometer. Mit dem 45 Liter großen Tank liegt die maximale Reichweite weit jenseits der 1.000-Kilometer-Marke.

Nicht abgenommen hat jedoch das üppige Geräuschniveau. Nach wie vor rasselt und brummt der kleine Dreizylinder, als wäre er nach einer eisigen Nacht gerade dem härtesten Winter entstiegen. 55 KW / 75 PS und 180 Nm maximales Drehmoment bei 2.000 Touren sollten an sich reichen, um in einem 1,1 Tonnen schweren Fronttriebler flott durch die Lande zu flitzen. Doch der Polo Bluemotion will einen durch seine Schaltpunktanzeige und die betont lang übersetzten fünf Gänge mit Nachdruck vom Gegenteil überzeugen. An der Ampel geht der Volkswagen aus, um beim Tritt auf die Kupplung wieder in Sekundenbruchteilen zu neuem Leben zu erwachen. Früher als man es befürchten würde, maßregelt einen der Sparmeister, emsig hochzuschalten – je früher, desto besser. Deutlich unter 2.000 Touren gibt es den dezenten Hinweis, einen Gang höher zu springen. Dass hierbei jegliche Fahrfreude auf der Strecke bleibt, versteht sich von selbst. Dabei animiert nicht nur das sehenswerte Design des kleinen Wolfsburgers an sich zu flotterer Gangart. Auch Fahrwerk, Lenkung und Schaltung lassen den Fahrer durch ihre Leichtgängigkeit an sich forsch zu Werke gehen.

Das ändert sich hinter dem griffigen Steuer schnell. Der Motor dröhnt und einen Überholvorgang auf der Landstraße sollte man lieber dem Hintermann überlassen. Denn selbst wenn man vom fünften in den vierten Gang zurückschaltet, ist es mit der Elastizität des Kleinhubers nicht weit her. Doch zähes und lautes Gleiten hat eben auch seine Vorteile – spätestens an der Zapfsäule. Wer seinen Gasfuß auf die Schaltempfehlungen der Multifunktionsanzeige abstimmt, kann einen Verbrauch von kaum mehr als vier Litern Diesel auf 100 Kilometern verwirklichen. Wer nur im Verkehr mit schwimmt, schafft sogar eine „drei“ vor dem Komma. Der Durchschnittsverbrauch von 3,3 Litern Diesel pro 100 Kilometern lässt sich jedoch nur als mobiles Verkehrshindernis verwirklichen. Wer Zeit mitbringt, schafft jedoch auch mit dem Ökomodell aus Wolfsburg eine Höchstgeschwindigkeit von 173 km/h.

Der eigentliche Hasenfuß am 3,97 Meter langen VW Polo Bluemotion sind jedoch weder das laute Triebwerk oder das lang ausgelegte Getriebe, sondern der Einstandspreis. 16.575 Euro für einen VW Polo Bluemotion 1.2 TDI sind ein stolze Ansage. Wenn es noch ein paar nette Sonderausstattungen wie Klimaautomatik, Navigationssystem, Sitzheizung oder Nebelscheinwerfer sein sollen, wird das Ganze zu einem teuren Sparvergnügen. Dieser Kaufpreis lässt sich nur auf Langstrecken über 30.000 Kilometern pro Jahr ernsthaft herausfahren. Und wer derartige Etappen zu bewältigen hat, wird dies sicher nicht in einem noch so guten Kleinwagen, sondern – bei entsprechender Herstellergeneigtheit - einem Mittelklasseauto wie dem Passat tun. Auch den gibt es ebenfalls wie den Golf als neue Bluemotion-Version mit 1,6-Liter-Diesel und 105 PS. Wer sich für den erstklassigen Polo interessiert, sollte es lieber bei den Benzinern mit 1,2 und 1,4 Litern Hubraum belassen. Die machen Spaß und verbrauchen trotzdem nicht viel.
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Quelle: Autoplenum, 2009-10-27

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