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Testbericht

Stefan Grundhoff, 29. September 2009
Volkswagen hat sich in den letzten Jahren fast zur Premiummarke im Volumensegment hochgearbeitet. Wie viel Auto bietet das Basismodell Polo 1.2?

Beim Design muss der potenzielle Polo-Interessent auch beim Einsteiger keinerlei Abstriche machen. Der neue Polo sieht klasse aus. Linienführung, Proportionen, Front und Heck strahlen wie aus einem Guss. Dabei sieht der Dreitürer noch stimmiger aus, als die deutlich praktischere Version mit fünf Einstiegen für Gepäck und Personen. Wer sich für die dreitürige Polo-Basisversionen entscheidet, darf von einem Einstiegstriebwerk keine großen Sprünge erwarten. 1,2 Liter Hubraum müssen reichen, um den rund ein Tonnen schweren Wolfsburger durch die weite Welt zu tragen. Der kleine Dreizylinder arbeitet dabei solide und mit seinen 51 KW / 70 PS durchaus ordentlich. Dass das Dreikammer-Triebwerk mit seinen 112 Nm maximalem Drehmoment kein Wunder an Laufruhe und Durchzugsvermögen ist, darf man kaum erwarten. Der Verbrauch soll bei 5,5 Litern auf 100 Kilometern liegen. Wer mehr sparen möchte, greift zum Diesel. Der 105 PS starke Polo 1.6 TDI soll sich mit gerade einmal 4,2 Liter begnügen. Der Fahrspaß ist bei ihm deutlich größer. Nur der fehlende sechste Gang stört.

Trotzdem genießt der genügsame Polo-Lenker auch beim Einstiegsmodell die Vorteile des neuen Stars der Kleinwagenklasse. Lenkung, Bremsen, Fahrwerk und Handschaltung – alles ist für ein gutes Stück mehr ausgelegt. So hat der Fahrer nie das Gefühl, den knapp vier Meter langen Polo jemals in Verlegenheit bringen zu können. Auch 70 PS und 165 km/h Spitze können ein souveränes Fahrgefühl bedeuten. Alles eine Frage der Betrachtung. Zum ausgewogenen Fahrgefühl des Polo-Dreitürers gehört das entsprechende Innenraumambiente. Auch beim Basismodell gilt: alles fasst sich ordentlich und wertig an. Die Oberflächen werden einen auch nach ein paar Jahren nicht nerven und die Polo-Ergonomie ist sowieso über jeden Zweifel erhaben. Dort, wo die Konkurrenz mit mutigem Design und ungewöhnlichen Ideen auf sich aufmerksam machen will, glänzt der Polo mit solider Hausmannskost. Instrumente, Schalter und Lenkrad zeigen ebenso wenige Schwächen, wie die gut dimensionierten Sitze, in denen man sich trotz überschaubarer Fahrdynamik auch im Einstiegsmodell eine längere Strecke vorstellen kann.

Und für eine längere Fahrt in Wochenende oder Urlaub wäre zudem ausreichend Platz für das entsprechende Gepäck vorhanden. Der Laderaum schluckt 280 Liter. Wer mehr braucht, nutzt die Rückbank oder klappt diese kurzerhand um. Damit ist man auf Augenhöhe mit den Hauptkonkurrenten Corsa, Punto und Fiesta unterwegs, denen man in den ersten Monaten seit Markteinführung bereits kräftig in die Parade gefahren ist. Selbst der ein oder andere Golf-Fahrer überlegt sich schon, ob man eine Klasse tiefer im Polo nicht etwas schicker unterwegs ist. Die Geldbörse wird dabei zumindest im Vergleich zum klassenhöheren Bruder geschont.

Ein Billigmodell ist der VW Polo auch als nacktes Einstiegsmodell Trendline nicht. Außer einem ordentlichen Sicherheitspaket mit Airbags, ESP und 70 PS unter der Haube bietet der dreitürige Polo 1.2 Trendline für 12.150 Euro nichts Erwähnenswertes. Wie man es kennt, kann man den kleinen Volkswagen mit vielem Sinnvollen ausstaffieren lassen. Doch die Aufpreise lassen den Traum von einem gut gepreisten Kleinwagen schnell wieder zerplatzen. Zumindest für die mittlere Ausstattungsvariante Comfortline sollte man sich auch beim Polo 1.2 (ab 14.150 Euro) entscheiden. Dann gibt es immerhin 15-Zoll-Räder, Klimaanlage, elektrische Außenspiegel, in der Höhe einstellbarer Beifahrersitz, Mittelarmlehne vorn und eine Funkfernbedienung für die Zentralverriegelung.

Wer trotz wenig Hubraum mehr Fahrspaß sucht, dem sei der Polo 1.2 TSI mit Benzindirekteinspritzung empfohlen. Dank Turboaufladung leistet der Fronttriebler kraftvoll sprudelnde 77 KW / 105 PS. Tempo 200 sind dabei ebenso wenig ein Problem wie 0 auf Tempo 100 in 9,7 Sekunden. Alternativ zur serienmäßigen Sechsgang-Handschaltung ist der auch mit einer Siebengang-Doppelkupplung verfügbar, die den Flitzer aus Niedersachsen nicht nur sportlich, sondern mit 5,5 Litern Super auf 100 Kilometern auch entsprechend sparsam macht.
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Quelle: Autoplenum, 2009-09-29

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