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Testbericht

Martin Andörfer, 21. Oktober 2013

Die C-Klasse von Mercedes-Benz gehörte bisweilen zu den meistverkauften Automobilen in Deutschland. Für die Marke mit dem Stern ist die Limousine, die einst den Einstieg in die Mercedes-Welt darstellte, immens wichtig. Im kommenden Jahr geht die nächste Generation des Brot-und-Butter-Autos der Stuttgarter auf die Reise zur Kundengunst, nicht nur außen folgt der weiterhin hinterradgetriebene Viertürer der neuen Formensprache der Marke.

Auf den freistehenden Stern verzichtet Mercedes einmal mehr beim Neuen. Eine Plakette mit dem Logo ziert die Motorhaube, das traditionelle Markenzeichen findet sich in üppiger Dimension auf dem breiten Kühlergrill. Das Heck hängt weniger schlaff herab als bei einem GLA, die Karosserie ist um rund zehn Zentimeter auf fast 4,7 Meter gewachsen. Der Raumgewinn kommt vor allem den Fondpassagieren zu gute, hier sitzen selbst gestandene Mannsbilder aufrecht und ohne Platznot für Kopf, Knie und Füße.

Dennoch hat die neue C-Klasse im Vergleich zur noch aktuellen Generation um bis zu 100 Kilogramm abspecken können. Möglich wurde das unter anderem durch den Einsatz von Aluminium-Bauteilen für die Außenhaut der Karosserie. So werden Dach, Kofferraumdeckel und Motorhaube ebenso wie die vorderen Kotflügel aus Leichtmetall geformt. Bei der Rohkarosserie ersetzt  Aluminium Abschlussbleche und Verstrebungen die einst aus Stahl hergestellt wurden. Sofern überhaupt auf Stahl zurückgegriffen wird, handelt es sich dabei um hochfeste Materialien, die dank ihrer hohen Steifigkeit und der dadurch möglichen geringen Wandstärken ebenfalls beim Bestreben um Gewichtsreduzierung helfen.

Vor allem aber mit inneren Werten soll sich die neue C-Klasse vom Wettbewerb absetzen. Als Upgrade, als Aufwertung, sieht Mercedes-Mann Hartmut Sinkwitz, Leiter des Interieur-Designs, die Erneuerung der Mittelklasse-Limousine. Sinnlichkeit sollen die Formen vermitteln, die klare Designstrategie orientiere sich an der einfachen Linienführung der Bauhaus-Architektur. Radien treffen auf rechte Winkel, Zierelemente verschwinden weitgehend, die Form als solche soll die Ansprüche des Schönheitsempfindens befriedigen. „Die Chromwurst als Schmuckelement hat bei der neuen C-Klasse ausgedient“, so Design-Chef Sinkwitz.

Fünf runde Luftdüsen in der Schalttafel sind Zitate der Vergangenheit, über den mittleren Dreien steht aufrecht der bis zu 8,4 Zoll (21,33 Zentimeter) große Monitor der Bordkommunikation. Wie bereits in A- und B-Klasse ist er fest eingebaut. Ähnlich wie in der S-Klasse werden nahezu alle Funktionen über das zentrale Steuergerät auf der Mittelkonsole kontrolliert, geglätteter Aluminiumdruckguss soll der bedienenden Hand schmeicheln. Eine berührungssensitive Oberfläche erlaubt die Eingabe der Befehle für Navigation und Kommunikation mit Fingergesten. Relevante Informationen lassen sich jenseits des Monitors über ein Head-Up-Display direkt ins Blickfeld des Fahrer einspielen. Für die geschwungene Schalttafel stehen Holz-, Klavierlack- oder Metall-Verkleidungen zur Wahl.

Ein Upgrade ist ebenso bei der technischen Ausstattungen zu finden. Das komplette Programm des aus der S-Klasse bekannten Intelligent-Drive-Angebotes kann bestellt werden. Dazu zählen unter anderem die Assistenten für Fahrsicherheit, der aktive Einparkhelfer, die 360-Grad-Rundumkamera und die Pre-Safe-Ausstattung bis hin zur Notbremsfunktion. Luft und Duft stammen ebenfalls aus der S-Klasse. Die Luftfederung kommt ebenso wie die Beduftungsanlage des Innenraums im Handschuhfach vom großen Bruder. Die Klimaanlage erkennt derweil mit Hilfe des Navigationssystems Tunnelstrecken und stellt automatische auf Umluft, reagiert außerdem schneller auf eventuelle Temperaturdifferenzen während der Fahrt durch die Röhre.

Ihre Premiere wird die neue C-Klasse auf der North American International Motor Show in Detroit Anfang Januar. Das Europa-Debüt ist für den Genfer Automobilsalon rund sechs Wochen danach vorgesehen, gleich im Anschluss daran ist die Markteinführung geplant. Der Preis des Neuen dürfte um einige hundert Euro steigen. Was angesichts des Wachstums bei Länge und Ausstattungsumfängen keine wirkliche Überraschung ist.

Im Takt der Neuerungen bei den Mercedes-Limousinen steht nach der S-Klasse die C-Klasse an. Bevor der einst kleinste Benz in Detroit seine Premiere feiert konnten wir einen Blick hinter die Kulissen werfen. Der Kleine wird ganz schön groß und strebt auch bei der Ausstattung nach höherem.

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Fazit
Im Takt der Neuerungen bei den Mercedes-Limousinen steht nach der S-Klasse die C-Klasse an. Bevor der einst kleinste Benz in Detroit seine Premiere feiert konnten wir einen Blick hinter die Kulissen werfen. Der Kleine wird ganz schön groß und strebt auch bei der Ausstattung nach höherem.

Quelle: Autoplenum, 2013-10-21

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