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Testbericht

Susanne Kilimann, 8. Juni 2010

Sie wollen es einfach nicht lassen: Mit der Limousine Latidude bringt Renault demnächst einen neuen Oberklasse-Vertreter an den Start. Dabei tun sich die Franzosen in diesem Segment nun schon seit Jahrzehnten ungeheuer schwer. Safrane, Avantime und Vel Satis waren alles andere als Quotenbringer.

Keine stilistischen Experimente, keine Designer- Kapriolen. Bei ihrer neuen Limousine Latidude setzen die Franzosen auf klassische Zutaten. Ein sportlich eleganter Look, ausgewogene Proportionen mit Stufenheck und jede Menge Platz für Beine und Gepäck sollen die Kundschaft überzeugen. Bi-Xenon-Scheinwerfer mit dynamischem Kurvenlicht – soviel Luxus an der Front muss schon sein. Schließlich soll der Neue in der automobilen Oberklasse mitspielen. Bei den Heckleuchten wird dementsprechend auf moderne LED-Technologie gesetzt. Chromzierteile an markanten Stellen unterstreichen den edlen Charakter des neuen Renault, der in der Länge 4,89 Meter, in der Breite 1,83 Meter und in der Höhe 1,49 Meter misst. LatitudesKofferraum, kündigt der Hersteller an, gehört zu den größten Gepäckabteilen, die Fahrzeuge dieser Kategorie zu bieten haben.

Technisch basiert das künftige Spitzenmodell der Franzosen auf dem neuen SM5 der koreanischen Tochter Renault Samsung, der vor Kurzem in Südkorea auf den Markt gekommen ist. Bei der Entwicklung seien das gesamte Renault Ingenieurs-Know-how und die höchsten Qualitätsstandards der Renault-Nissan Allianz zum Einsatz gekommen, heißt es. So zeichne sich die Limousine durch exzellenten Fahrkomfort, ein präzises Fahrwerk mit hohen Sicherheitsreserven und eine Auswahl von Motoren aus, die zu den modernsten ihrer Klasse gehören.

Was genau sich unter der Haube tut, verrät der Hersteller dabei noch nicht. Offizielle Weltpremiere wird Latidude erst Ende August auf der Moskau Motor Show feiern. Nach dem Auftritt in der russischen Hauptstadt wird der Verkauf zunächst in Russland, der Türkei, Rumänien und Australien starten. Auch die Händlern in Nordafrika, Asien, Mexiko und der Golf-Region sollen ihren Kunden Latitude in Kürze anbieten können. Auf diesen Märkten rechnen sich die Franzosen offenbar weit bessere Chancen auf Erfolg in der Oberklassen-Limousinen-Liga aus. Im westlichen Europa dagegen tut sich der Hersteller seit langem schwer mit dem Segment. Mitte der 1970er Jahre ging Renault 30 ins Rennes. Mit dem komfortabel ausgestatteten Schrägheck-Modell hofften man, auch BMW und Mercedes-Kunden zu rekrutieren. Mit mäßigem Erfolg. In neun Produktionsjahren liefen 145.000 Renault 30 vom Band, 18. 000 davon wurden an Kunden in Deutschland verkauft.

Von solchen Zahlen können die Marketing-Strategen bei dem im letzten November ausgelaufenen Vel Satis allerdings nur träumen. Zwischen Nordsee und Alpen brachte Renault von seinem unkonventionellen Oberklasse-Modell pro Jahr nicht einmal 100 Stück an den Mann. Dabei hatte das französische Topmodell durchaus ein paar Trümpfe auf der Hand. Mehr Komfort als in die üppigen Chefsesseln seiner ersten Reihe bieten auch die Konkurrenzprodukte nicht, und auch Fondpassagieren wird im Vel Satis beispielhafte Beinfreiheit gewährt. Weder Ausstattung noch Fahrverhalten geben Anlass zum Tadel. Kunden aber, die bereit sind, Summen zwischen 40.000 und 50.000 Euro auf den Händlertresen zu legen, greifen dann nicht nur hierzulande lieber zum prestigeträchtigeren deutschen Produkt. Peugeot und Citroën haben ähnliche Erfahrungen gemacht.

Dem Renault Safrane, der von 1992 bis 2000 von den Bändern lief, war ebenfalls kein wirklicher Erfolg beschieden. Auf dem französischen Heimatmarkt waren seinerzeit vor allem kleinere Fahrzeuge gefragt. In Deutschland kam der Vertreter der oberen Mittelklasse nicht gegen die Lokalmatadoren an und der nicht gerade glücklich gewählte Name dürfte das Image der französischen Limousine auch nicht gerade gesteigert haben.

Das Raum-Coupé Avantime war ein weiterer Versuch, in die Oberliga aufzustoßen. Tatsächlich wurde der Dreitürer mit dem ausgeklügelten Türkonzept und dem komischen Knick im Heck zum letzten Flop in der Ära des früheren Renault-Chefs Louis Schweitzer. Nach nur zwei Jahren und achteinhalbtausend produzierten Einheiten ließ man Avantime sang- und klanglos in der Versenkung verschwinden.

Latitude soll nun auf eher konservativen Automärkten Punkte machen. Neben Sitzkomfort und solider Fahrleistungen soll eine vergleichsweise umfangreicher Ausstattung überzeugen. Eine 3-Zonen-Klimaautomatik und einen zweistufigen Ionisator zur Luftreinigung mit doppeltem Parfümzerstäuber gehen als Schmankerln mit an Bord. Zudem locken ein Fahrersitz mit Massagefunktion, das schlüssellose Start- und Zugangssystem Keycard Handsfree und ein Soundsystem der Spitzenklasse.

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Testwertung
3.0 von 5

Quelle: Autoplenum, 2010-06-08

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