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Testbericht

15. Mai 2008
Sankt Wolfgang, 15. Mai 2008 - Bereits als Skoda vor wenigen Monaten die ersten offiziellen Bilder freigegeben hat, wurde gerätselt: Ist der neue Skoda Superb nun ein Vier- oder ein Fünftürer? Doch jetzt wissen wir es ganz genau: Er ist ein Fünftürer. Obwohl wir das noch nicht einmal glauben wollten, als wir seine Kofferraumklappe zum ersten Mal geöffnet haben. Wir wollen Sie noch ein wenig auf die Folter spannen: Das kleine Geheimnis um dieses besondere Hinterteil lüften wir weiter unten. Wir haben bei unserem Test nämlich nicht nur die Ladequalitäten ausprobiert, sondern sind den Superb mit 1.8-TSI-Motor und Siebengang-DSG ausgiebig gefahren. Gesicht mit eigener Note Schauen wir uns die zweite Generation des edlen Mobils zunächst einmal genauer an. Im Vergleich zu seinem seit 2001 gebauten Vorgänger wuchs der Neuling um 35 Millimeter auf 4,84 Meter in die Länge und um 51 Millimeter auf 1,82 Meter in die Breite. In der Höhe blieb das Kind der tschechischen VW-Tochter nahezu gleich. Der große Skoda wirkt eleganter als das Vorgängermodell. Die markant gestaltete Schürze und die weit in die Kotflügel gezogenen Scheinwerfer differenzieren den neuen Superb jetzt deutlicher vom kleinen Bruder Octavia. Auf den ersten Blick scheint die Motorhaube die Leuchten leicht zu verdecken. Das gibt dem Gesicht des Skoda nochmals eine eigene Note. AFS: Intelligentes Scheinwerfersystem Eine Besonderheit verbirgt sich hinter dem Scheinwerferglas: das AFS. Diese Abkürzung steht für Adaptives Frontlight System. Das ist ein intelligentes Lichtsystem, das die Ausleuchtung der Straße an die jeweilige Situation anpasst. Fahren wir in der Stadt zwischen 15 und 50 km/h, wird der rechte Fahrbahnrand besser angestrahlt. Ab 90 km/h leuchtet das System auch automatisch den linken Rand mit aus und schwenkt den Kegel leicht nach oben, um mehr Licht auf die Straße zu werfen. Das AFS ist bei der Ausstattung Elegance serienmäßig an Bord, bei den anderen Linien Comfort, Edition und Green Line kann es bestellt werden.

Kennzeichen in der Heckschürze In der Seitenansicht fallen bei unserem Testwagen vor allem die sportiv gestylten 18-Zöller auf. Sie können gegen Aufpreis montiert werden. Völlig neu wirkt das Heck: Da die Kennzeichenhalterung in den Stoßfänger gewandert ist, prangt in der Mitte des Deckels das große Skoda-Logo, darunter steht der Schriftzug "Superb" in nun breiteren Buchstaben. Klappe fürs kleine Gepäck Anders als bei Konkurrenzmodellen dient das Marken-Zeichen nicht als schwenkbarer Öffnungsgriff für den Kofferraum. Diesen entriegeln wir durch Drücken einer Taste unter der Zierleiste. Dann öffnet sich der Blechteil des Deckels wie bei einer herkömmlichen Stufenhecklimousine. Die entstehende Öffnung reicht aus, um beispielsweise eine Aktentasche bequem einzustellen. Doch jetzt kommt der Heck-Trick: Wir greifen rechts unter den Deckel und drücken eine weitere Taste. Die dritte Bremsleuchte blinkt kurz auf und ein leises Surren ist zu hören. Wir benutzen wieder die Taste in der Mitte. Danach öffnen sich Heckklappe und Heckscheibe gemeinsam und der Superb zeigt sein Wesen als Fünftürer. Die Öffnung ist nun etwa doppelt so groß und wir können großes Gepäck ohne zu stopfen einladen. "Twindoor" nennt Skoda diese patentierte Erfindung. Stauraum: 565 bis 1.670 Liter Das Kofferraumvolumen selbst hat sich im Vergleich zum Vorgänger um stolze 103 auf 565 Liter erweitert. Damit bietet der Skoda genauso viel Volumen wie eine Passat-Limousine. Klappt man beim Superb die Lehnen der Rücksitze nach vorn, wächst das Stauvolumen auf 1.670 Liter. Ein Mazda 6 Sport beispielsweise bietet 510 und 1.702 Liter, ein Ford Mondeo Fünftürer hat 540 beziehungsweise 1.460 Liter Platz. Wer einen Superb mit noch mehr Stauraum will, muss auf den Kombi warten. Ein solcher war bisher nicht im Angebot, soll aber frühestens Ende 2009 kommen.

Viel Kniefreiheit im Fond Das Raumangebot im Fond ist eine Schau für sich. Hier sind wir nicht untergebracht, hier residieren wir mit so viel Kniefreiheit, dass wir uns wie in einem langen Oberklasse-Automobil fühlen. Zwischen unseren Beinen und der Vordersitzlehne ist jede Menge Luft. Der Radstand des Superb beträgt 2,76 Meter. Das sind sogar vier Zentimeter weniger als beim Vorgänger. Dennoch haben wir das Gefühl, dass das Platzangebot im Fond noch besser wurde. Ein VW Passat ist 4,76 Meter lang und weist einen Radstand von 2,71 Meter auf. Allerdings bietet der VW-Bruder für die Gäste in zweiter Reihe weniger Kniefreiheit. Luftausströmer in den B-Säulen Wenn wir hinten nur zu zweit reisen, können wir die herausklappbare Mittelarmlehne nutzen und es uns gut gehen lassen. Eine Anzeige zwischen den Vordersitzen verrät uns die Uhrzeit und die Außentemperatur. Hier sind auch die Tasten für die optionale Sitzheizung im Fond untergebracht. Für ein besseres Klima sorgen Luftausströmer in den B-Säulen. Aufgeräumt und elegant gestylt Doch auch als Fahrer oder Beifahrer sind wir in bequemen Sesseln untergebracht. Das Cockpit wirkt aufgeräumt und wurde sehr ansprechend gestaltet. Materialien wie Holz und Leder sind harmonisch aufeinander abgestimmt und hervorragend verarbeitet. In der Mittelkonsole finden wir die Regler der optionalen Zwei-Zonen-Klimaautomatik. Sie lässt sich selbsterklärend bedienen. Über der Temperatur-Steuerung fällt unser Blick auf das große Touchscreen-Display des optionalen Navigationssystem mit 30-Gigabyte-Festplatte. Am Lenkrad gibt es Bedientasten. Die Instrumente hinter dem Volant stecken in Röhren, dazwischen gibt es, wie bei Fahrzeugen des VW-Konzerns gewohnt, ein übersichtliches Display für den Bordcomputer und den Navigations-Pfeil.

1.8 TSI: Im Leerlauf kaum zu hören Beim Einschalten der Zündung sausen die Zeiger von Drehzahlmesser und Tacho einmal zum Anschlag und zurück. Der 1,8-Liter-Turbo-Direkteinspritzer ist im Leerlauf kaum zu hören und bleibt auch beim Hochdrehen akustisch sehr dezent im Hintergrund. Zum leisen Motor passt das überaus sanft schaltende Siebengang-Doppelkupplungsgetriebe DSG. Beides bildet einen Komfort-Zusammenschluss für entspanntes Vorankommen. Wer mag, kann auch selbst an Lenkradwippen oder am Hebel sequenziell schalten. Ein Sportmodus steht ebenfalls bereit: Dann schaltet die automatisierte Box später hoch und früher runter. Der 160 PS starke Otto-Superb lässt sich recht sportlich fahren: 8,5 Sekunden vergehen beim Sprint auf Tempo 100, die Spitze ist bei 220 km/h erreicht. Den Verbrauch gibt Skoda mit 7,6 Liter an. Komfortable Fahrwerksabstimmung Die Bodengruppe des neuen Superb basiert auf Modulen von VW Passat und Skoda Octavia. Jedoch wurde das Fahrwerk speziell für den großen Skoda komfortabel abgestimmt. Es bügelt Unebenheiten sauber weg, bringt aber auch in schnellen Kurven die Karosserie nicht auffällig zum Wanken. Die elektromechanische Lenkung ist darauf passend abgestimmt und reagiert direkt und exakt auf Drehbewegungen am Lenkrad. Drei Benziner, drei Diesel Der Hersteller geht davon aus, dass der 1.8-TSI-Motor einen der vorderen Plätze in den Verkaufsstatistiken belegt. Zur Wahl stehen außerdem ein 1.4 TSI mit 125 PS, ein 1,9-Liter-Pumpe-Düse-Diesel mit 105 PS, ein Zweiliter-Diesel mit 140 PS und ebenfalls Pumpe-Düse-Einspritzung sowie ein Zweiliter-Diesel mit 170 PS und Common-Rail-Technologie. Zukünftige Diesel-Aggregate sollen nur noch mit Common-Rail angeboten werden. Die Top-Motorisierung bildet der 3,6-Liter-V6 mit 260 PS. Die starke Maschine wird mit einem Sechsgang-DSG und permanentem Allradantrieb gekoppelt. Der V6 ist zugleich der erste Serien-Skoda, dessen Spitze bei 250 km/h abgeregelt wird. Optionspreise stehen noch nicht fest Wie viel die einzelnen Ausstattungen und die Optionen kosten, will Skoda erst Anfang Juni 2008 bekannt geben. Nur die Preise der Einstiegsmodelle in der Ausstattung Comfort, jeweils kombiniert mit einem Schaltgetriebe, stehen fest: Der 1.4 TSI startet bei 22.990 Euro, der von uns gefahrene 1.8 FSI bei 24.990 Euro. Die Comfort-Ausstattung beinhaltet unter anderem eine manuelle Klimaanlage, höhenverstellbare Sitze für Fahrer und Beifahrer und 16-Zoll-Stahlräder. Zum Vergleich: Ein VW Passat 1.4 TSI mit 122 PS kostet 24.625 Euro, der Passat 1.8 TSI ist ab 27.125 Euro zu haben.
Technische Daten
Antrieb:Frontantrieb
Anzahl Gänge:7
Getriebe:DSG
Motor Bauart:Reihen-Ottomotor
Hubraum:1.798
Anzahl Ventile:4
Anzahl Zylinder:4
Leistung:118 kW (160 PS) bei UPM
Drehmoment:250 Nm bei 1.800-4.500 UPM
Preis
Neupreis: 24.990 € (Stand: Mai 2008)
Fazit
Wer eine geräumige, komfortable Reiselimousine in der Mittelklasse sucht, sollte den neuen Superb unter die Lupe nehmen. Denn genau betrachtet, spielt der neue Edel-Skoda jetzt eine Liga höher als sein auf dem Passat basierender Vorgänger, fast schon in der oberen Mittelklasse: Die elegante Limousine überzeugt mit einem geräumigen Fond, exzellenter Verarbeitung und einem ansprechend gestylten Interieur. Die von uns getestete Kombination aus sehr leisem 1,8-Liter-TSI-Motor und Siebengang-Doppelkupplungsgetriebe passt gut zum Anspruch als Langstrecken-Fahrzeug. Dafür sprechen auch das sehr ordentliche Stauvolumen und die neue Twindoor-Möglichkeit für das Einladen von Gepäcks. Dass der Superb im Grundpreis billiger ist als ein Passat, sollte allen zu denken geben, die aus Gewohnheit an der Muttermarke VW festhalten. Der Superb jedenfalls ist mindestens genauso gut und hat auf jeden Fall Beachtung verdient.
Testwertung
5.0 von 5

Quelle: auto-news, 2008-05-15

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