IAA 2011: Audi A8 hybrid steht in den Startlöchern
Testbericht
2012 ist es so weit: Der Audi A8 kommt als Hybrid auf den Markt. Sein 2.0 TFSI und die E-Maschine stellen kurzfristig 180 kW (245 PS) Systemleistung und 480 Nm Drehmoment zur Verfügung. Audis Flaggschiff kann bis 100 km/h rein elektrisch fahren und legt bei 60 km/h etwa drei Kilometer lokal emissionsfrei zurück. Der vorläufige Verbrauchswert im Normzyklus liegt bei weniger als 6,4 Litern pro 100 km.
Benzin- und Elektromotor sind als paralleles Hybridsystem direkt hintereinander montiert. Sie beschleunigen die Limousine in 7,7 Sekunden von null auf 100 km/h und bis auf 235 km/h Spitze. Der 2.0 TFSI leistet 155 kW (211 PS) und stellt von 1.500 bis 4.200 Touren sein maximales Drehmoment von 350 Nm bereit.
Für den Hybrid-Einsatz wurde der 2.0 TFSI in mehreren Bereichen verändert. Die Lichtmaschine als Nebenaggregat entfiel, die Lagerung der Kurbelwelle und das Feintuning des Turboladers wurde den neuen Ansprüchen angepasst. Ein Sekundärluftsystem am Zylinderkopf sorgt dafür, dass die Abgasreinigung besonders rasch anspringt. Im Steuergerät des Motors ist der sogenannte Hybridmanager integriert; er regelt den effizienten Wechsel und sanften Übergang zwischen den Betriebsarten.
Als Kraftübertragung dient eine stark modifizierte Achtstufen-tiptronic, die ohne Drehmomentwandler auskommt. Dessen Stelle nimmt der scheibenförmige E-Motor ein. Die permanent erregte Synchronmaschine (PSM), die auch als Starter und im Schubbetrieb und beim Verzögern als Generator dient, gibt kurzfristig bis zu 40 kW (54 PS) Leistung und 210 Nm Drehmoment ab. Der Elektromotor ist in den Kühlkreislauf des TFSI-Motors eingebunden und mit einer Lamellenkupplung kombiniert, die E-Maschine und TFSI verbindet oder trennt.
Als Energiespeicher dient ein Lithium-Ionen-Batteriesystem, das lediglich 36,7 Kilogramm wiegt und kollisionsgeschützt unter dem Gepäckraum platziert ist. Der Akku wird auf zwei Wegen mit Luft gekühlt. Bei niedriger thermischer Belastung bezieht sie über ein Gebläse temperierte Luft aus dem Fahrzeuginnenraum. Steigt die Temperatur über einen bestimmten Wert, wird ein eigener Kältekreislauf aktiv.
Der Fahrer des A8 hybrid kann zwischen drei Fahrprogrammen wechseln. Das Kennfeld EV räumt dem elektrischen Antrieb Vorrang ein, Programm D steuert beide Motoren effizient, und Modus S sowie die Tippgasse der tiptronic stehen für eine sportliche Fahrweise.
Im Stillstand sind beide Antriebsquellen deaktiviert. Löst der Fahrer die Bremse, rollt der A8 hybrid an. Wird das Gaspedal über eine gewisse Schwelle hinaus gedrückt, übernimmt der Verbrennungsmotor den Antrieb. Bei niedrigen Touren wird er zeitweise stärker belastet, als es zum Antrieb nötig ist – der Lastpunkt verschiebt sich in einen höheren Bereich, der Wirkungsgrad verbessert sich. Das überschüssige Moment kommt der Elektromaschine zugute, die jetzt als Generator arbeitet und die Batterie nachlädt sowie die Verbraucher speist.
Beim starken Gasgeben arbeitet der E-Motor mit dem TFSI zusammen; bei Vollgas im Modus S oder beim Kick-down steht kurzfristig die ganze Systemleistung zur Verfügung. Geht der Fahrer vom Gas, arbeitet die E-Maschine wieder als Generator. Der TFSI ist hier in den allermeisten Situationen vom Antrieb abgekoppelt, generiert deshalb keine Schleppverluste. Der Strom, den der Elektromotor im Schubbetrieb und beim Bremsen zurückgewinnt, wird in der Lithium-Ionen-Batterie zwischengespeichert.
Im Kombiinstrument findet sich statt des Drehzahlmessers ein Powermeter, dessen Nadel die Gesamtleistung des Systems von null bis 100 Prozent anzeigt. Eine zweite Skala ist in farbige Segmente aufgeteilt und macht deutlich, mit welchem Antrieb die Limousine gerade unterwegs ist. Ein Zusatzinstrument visualisiert den Ladezustand der Lithium-Ionen-Batterie.
Außen gibt sich der Audi A8 hybrid durch dezente Differenzierungen zu erkennen. An der Heckklappe und an den Kotflügeln sind Hybrid-Schriftzüge angebracht, in den Einstiegsleisten sind diese zusätzlich beleuchtet. Als exklusive Lackierung steht Arktissilber zur Wahl. (Auto-Reporter.NET/br)






























