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Testbericht

automobil-magazin.de, 6. November 2012
Honda Civic 1.8 Sport: Test

Civic Baujahr 2004 und Civic Baujahr 2012: Der alte geblieben, trotzdem hat sich vieles geändert. Die Sicherheitsausstattung, das mit der Übersicht und ein komfortableres Fahrwerk hat man dem neuen Civic auch noch verpasst.

Schon der Vorgänger hatte beim Fahrwerk einen starken Auftritt. Sportlich gesehen. Der Komfort blieb, mit etwas trockenem Abrollen, ein wenig auf der Strecke. Dass der neue Honda Civic – Generation 9 – schon in der Version 1.8 Sport komfortabler fährt, geht als echter Fortschritt glatt durch. Dem guten Komfort spielt eine überarbeitete Hinterachse zu. Die elektrische Servolenkung (EPS) arbeitet verbindlich und relativ direkt. Neue Assistenzhelfer sichern die Fahrt ab. Das radargestützte „CMBS“ (Collision Mitigation Brake System) warnt den Fahrer und leitet im Notfall auch selbsttätig die Notbremsung ein. Der neue adaptive Tempomat („ACC“) behält ebenso die Vorausfahrenden im Auge. In Fragen der Crash-Sicherheit gehört der Civic zu den sicheren Autos und in Sachen Übersicht und Rundumsicht nicht mehr zu den notorisch Betriebsblinden.

An der Übersichtlichkeit im vorigen Honda Civic konnte man in manchen Momenten tatsächlich nur eines: verzweifeln. Dass das bemerkt wurde, erkennt man an den schmaleren und steileren A-Säulen und den Seitenscheiben, die tiefer in Richtung Heck gezogen wurden. Den Rest erläutert die serienmäßige Rückfahrkamera bei Rückwärtsfahrt. Am besten für den Vortrieb eignet sich auch im neuen Civic der 150 PS starke 2,2-Liter-Dieselmotor 2.2 i-DTEC. Der 1,8-Liter-Benziner ist zwar laufruhig und sparsam (Testverbrauch: 6,9 Liter Super), aber nicht besonders durchzugsstark.

Man muss ihn hoch ziehen und drehen, damit er auflebt. 174 Nm bei späten 4.300 U/min und 142 PS bei 6.500 Umdrehungen künden davon. Mit dem kurzatmigen Sechsganggetriebe ist das jedoch ein leichtes Unterfangen auf direkten Wegen.

Oberhalb des Schalthebels gehört die Cockpitlandschaft immer noch zu den ungewöhnlichsten der Golf-Klasse. Ganz klassisch untenherum (drei Zeigerinstrumente), futuristisch-digital oben herum. 2004 so gewagt, wie gekonnt. 2012 gekonnt, ohne etwas Neues wagen zu müssen. Der aktive Tempomat sitzt auf der rechten Speiche des attraktiven Lederlenkrads, die Radio- und Bordcomputersteuerung auf der linken. Start-Stop ist abschaltbar, was des Sommers Sinn macht, weil sich die Klimaanlage an der Ampel nicht mehr kurz abstellt, sondern immer mitläuft. Eco-Assist assistiert wie in Hondas Hybriden. Zum Serienoutfit des Sport gehören Sportpedale genauso wie der Lichtsensor, automatisches Fahrlicht, die USB-Buchse und eine 12- Volt-Steckdose. Für die Navi, die einem 6,1-Zoll-Touchscreen den rechten Weg aufspielt, beträgt der Preis 960 Euro. Der ist beim Kauf eines Civic 1.4 S 40 Edition mit aktuell 13.590 Euro sehr fair und im 1.8 Sport in Testwagenkonfiguration schon deutlich höher (24.790 Euro).

So oder so, ist der neue Civic Fortschritt der behutsamen und weisen Art. Mit den alten Stärken im Handling, verbessertem Komfort, mehr Sicherheit und Übersicht sowie den bewährten Qualitäten in Verarbeitung und Variabilität. Die Karosserie baut ein wenig tiefer (- 2 cm) und in Länge und Breite kommt der Civic nun auf 4,26 und 1,77 Meter.

An den Platzverhältnissen hat sich somit nichts getan (geräumiges Handschuhfach, Ablage unter dem Rollo auf der Mittelkonsole, gut nutzbarer Stauraum unter der Sitzbank im Fond). Im Kofferraum wenig (Volumen: 477 statt 465 Liter). Er ist ein großer geblieben. Und ein praktischer: mit zwei Laderaumebenen, ebener Ladefläche bei umgeklappter Rücksitzbank und der Option, die Rückbankpolster in die Senkrechte zu stellen, was die Zuladung von Hohem möglich macht. Hinten kommt der Dachhimmel nur Sitzriesen nah, vorne sitzt es sich ausgesprochen bequem. Dass die Handbremse auf der Beifahrerseite thront ist nicht neu und hat vor allem etwas mit japanischem Linksverkehr zu tun. Ganz neu ist allerdings der offensiv überbordende Zinken der Türverkleidung, der die Schalter für die Fensterheber und die Spiegelverstellung beherbergt. Ob man an dem als Langbeiniger oder zu dicker hängen bleibt? Kann passieren.

Am deutlichsten erkennt man die Unterschiede zwischen altem und neuem Civic aber von außen. An den bauchigen Kotflügeln oder an der das Heck dominierenden Leuchten-Spange. Am Bug fallen die farblich abgesetzten Karosserieteile ins Auge. Das Ergebnis ist in der Totale eher Evolution. Die Revolution fand mit dem achten Modell der Civic-Reihe seit 1972 im Jahr 2004 statt, trotzdem kommt die Generation 9 rundum gesehen überzeugender.

(Lothar Erfert)
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Testwertung
4.0 von 5

Quelle: automobilmagazin, 2012-11-06

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