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Testbericht

Hanne Schweitzer/SP-X, 27. September 2016

Der modische Familienauto-Käufer tendiert heute zum SUV, der praktische Kompakt-Van ist aus der Mode. Wem allerdings ein gutes Abschneiden über die Jahre beim TÜV wichtiger ist als ein hippes Äußeres, der sollte sich eingehend mit dem ab 2009 auf Basis des Avensis gebauten Toyota Verso befassen.
 
Karosserie und Innenraum: Nein, das eher biedere Äußere des 4,44 Meter langen Toyota Verso kann sich nicht mit stylisch geformtem Blech in SUV-Manier messen. Ist die Front nach dem Facelift 2013 durchaus dynamisch geworden, bleibt das Hinterteil recht plump. Der Preis dafür, dass sich hinter der Heckklappe viel Platz verbirgt: 484 bis 1.740 Liter kann der Verso als Fünfsitzer-Variante unterbringen. Je nach Ausstattungsvariante gibt es eine Siebensitzer-Version, bei der man allerdings in der dritten Reihe ein paar Abstriche beim Platz machen muss – dafür ist der Japaner ein Kompakt- und kein Fullsize-Van. Die Einzelsitze im Fond lassen sich zugunsten von mehr Kniefreiheit oder Kofferraumvolumen verschieben. Auch das Interieur wurde im Frühjahr 2013 leicht aufgefrischt, bleibt aber nüchtern und schlicht.
 
Motoren: Die Motoren stammen aus dem Avensis, der Basis-Benziner mit 1,6 Litern Hubraum leistet 97 kW/132 PS. Darüber rangiert ein 1,8-Liter-Benziner mit 108 kW/147 PS. Mit dem Facelift ersetzt ein 1,6-Liter-Diesel von BMW (dort unter anderem in Mini und 1er eingesetzt) mit 82 kW/112 PS das bislang angebotene 2,0-Liter-Aggregat mit 91 kW/124 PS. Oberhalb steht wie gehabt der 2,2-Liter-Diesel in den Leistungsstufen 110 kW/150 und 130 kW/177 PS zur Wahl.
 
Ausstattung und Sicherheit: Auch hier gibt der Verso den Praktiker: So sind die verschiebbaren Einzelsitze im Fond beispielsweise Serie. Ebenfalls immer an Bord: Audioanlage (CD/MP3), elektrische Fensterheber vorn, Berganfahrhilfe und ESP. Ab der zweiten Ausstattungsstufe „Life“ sind Klapptische an den Vordersitzrückseiten, die dritte, versenkbare Sitzreihe und Klimaanlage an Bord. Für einen Familienvan wichtig: Beim Crashtest von Euro-NCAP erhielt der Verso 2010 die volle Punktzahl von fünf Sternen.
 
Qualität: Überdurchschnittlich viele Verso kommen gänzlich ohne Mängel durch den TÜV, bei den Prüfern schneidet der Van in fast allen Bereichen besser ab als der Durchschnitt. Regelmäßig beanstandet werden lediglich verschlissene Bremsscheiben bei älteren Modellen. Daneben sind die Scheinwerfer und manchmal auch die Auspuffanlagen Mängelkandidaten. Insgesamt attestieren die Sachverständigen auch älteren Exemplaren des Vans aber ein sehr solides Auftreten.
 
Fazit: Der Verso gehört zu den zuverlässigsten Familienkutschen und ist für Gebrauchtwagenkäufer mit Platzbedarf, die nicht zwingend das stylische Auto auf dem Parkplatz fahren müssen eine echte Empfehlung. Um 10.000 Euro findet man auf den gängigen Internet-Gebrauchtwagenbörsen Modelle der Anfangsbaujahre mit weniger als 100.000 Kilometern auf dem Tacho. Wer wenige tausend drauflegt, bekommt ein umfassend ausgestattetes Exemplar.

Bis zu sieben Sitzplätze, ein großes Gepäckabteil, komfortable Fahreigenschaften, hervorragende Langzeitqualität: Der Toyota Verso ist gebraucht ein praktischer und zuverlässiger Familienbegleiter. Einziges Manko: Er ist kein SUV.

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Fazit
Bis zu sieben Sitzplätze, ein großes Gepäckabteil, komfortable Fahreigenschaften, hervorragende Langzeitqualität: Der Toyota Verso ist gebraucht ein praktischer und zuverlässiger Familienbegleiter. Einziges Manko: Er ist kein SUV.
Testwertung
4.5 von 5

Quelle: Autoplenum, 2016-09-27

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