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Testbericht

8. August 2011
Haar, 8. August 2011 - Bitte bitte geh' nicht kaputt. Das Dach öffnet sich und eine unüberschaubare Anzahl von Bauteilen klappt und schiebt sich ineinander. Der ganze Mechanismus sieht wahnsinnig kompliziert aus - im VW Eos. Wir sind im 2.0 TSI mit 210 PS unterwegs. Das Klappdach-Cabrio ist sogar serienmäßig mit einem Glasschiebedach ausgerüstet. Hier unsere Frischluft-Erfahrungen.

Unaufdringlich Mit dem Facelift Ende 2010 wurde der Eos in den aktuellen VW-Markenauftritt hineingeglättet. Die Rundelemente aus Front- und Heckscheinwerfern sind verschwunden und der Grill mit seinen drei Querstreben sorgt ebenfalls dafür, dass der Eos jetzt ruhig und dezent wirkt. Das Klappdach öffnet und schließt jeweils in 25 Sekunden. Das dabei nach hinten aufschwingende Heckteil kann nicht gegen eine Wand oder ein hinter uns parkendes Auto stoßen - Sensoren erkennen das Hindernis und stoppen den Klapp-Vorgang.

Frischluft bis zum Abwinken Ein Cabrio ist nur für einen Zweck gemacht: offen fahren. Also öffnen wir das Dach, wann immer dies möglich ist. Alle Seitenscheiben lassen sich per Knopfdruck gleichzeitig versenken, das 320 Euro teure Memmen-Windschott bleibt ohnehin im Kofferraum. Es wird zugig in der Kabine, aber nicht so schlimm, wie wir vermutet haben. Und wird es draußen feuchtkalt, finden wir die Seitenscheiben und das Schott gar nicht mehr so memmenmäßig - jetzt wollen wir lieber gesund bleiben. In der Konfiguration Scheiben und Windschott hoch können wir 180 km/h fahren, ohne dass uns der Wind stört - nur laut wird es natürlich. Und wer noch ein paar Gänge in Sachen Offenheit zurückschalten will, kann das Klappdach geschlossen lassen und dafür das Glas-Schiebedach öffnen oder aufstellen. Aber wir fragen uns, wer diese Spielerei bei einem Cabrio nutzt.

Sehr hochwertig Der Innenraum des Eos wirkt auf uns ausgesprochen hochwertig. In unserer Ausstattung lässt helles Leder ein großzügiges Raumgefühl auch bei geschlossenem Dach entstehen. Die Verarbeitung und die Anmutung der Oberflächen ist top. Die vorderen Sitze geben für Rücken und Beine richtig sportlichen Seitenhalt, die beiden hinteren Einzelsitze sind bequem und genauso wie die Plätze in der ersten Reihe für die lange Reise gemacht. Die Beinfreiheit hinten geht in Ordnung, wenn man sich mit dem Vordermann einigt, und selbst die Kopffreiheit passt. Das Navi gefällt mit einer präzisen Routenführung - aber Vorsicht: Es zeigt die erlaubte Höchstgeschwindigkeit schon mal falsch an. So räumt uns die Bildschirmanzeige mehrfach auf Landstraßen in Mecklenburg-Vorpommern 100 km/h ein, obwohl auf den Strecken seit Jahren Tempo 70 gilt. Die Kabine bleibt während der Fahrt recht leise, erst ab 160 km/h wird es richtig laut. Der bei geöffnetem Dach nutzbare Teil des Kofferraums liegt bei 205 Liter - und ist somit auch für größere Reisetaschen geeignet. Bleibt das Dach geschlossen, können 320 Liter Gepäck mitkommen.

Verstellbar Das Fahrwerk unseres Eos lässt sich per Knopfdruck in die Modi Comfort, Normal und Sport versetzen - die adaptive Fahrwerksregelung schlägt mit 1.085 Euro zu Buche. Im Comfort-Modus ist der Eos beinahe schon übertrieben weich abgestimmt, schwankt in der Kurve und poltert über Schlaglöcher. Die Einstellung "Normal" bringt kaum einen Unterschied. Bei "Sport" wird dann richtig hart über zerfetzte Straßen gepoltert, wobei eine spürbare Wankneigung in den Kurven bleibt. Außerdem könnte das Chassis nach unserem Gefühl steifer sein: Es wabert und zittert bei Bodenunebenheiten spürbar. Und da ein steifes Chassis die Voraussetzung für ein gutes Fahrwerk ist, kann die Regelung per Knopfdruck hier auch nicht mehr viel retten. Die Lenkung hingegen ist große Klasse, arbeitet präzise und ohne Spiel.

Mit GTI-Motor Aus seinem Vierzylinder-Turbo mit 2,0 Liter Hubraum holt der Eos 210 PS. In 7,8 Sekunden spurtet das Cabrio auf Tempo 100, maximal sind 238 km/h drin. Der Motor kommt mit den gleichen Leistungsdaten im Golf GTI zum Einsatz. Allerdings wiegt der zweitürige Eos 170 Kilogramm mehr als der dreitürige GTI. Und dies spüren wir: Der Eos kann mit der Spritzigkeit und Leichtfüßigkeit eines GTI nicht mithalten. Allerdings sind die 7,8 Sekunden für den Referenzsprint immer noch sehr gut - sportliches Fahren ist im Eos 2.0 TSI definitiv möglich. Außerdem nehmen die Größe des Wagens und der Luxus des Innenraums etwas vom Beschleunigungs-Gefühl. Laut Hersteller genehmigt sich das Cabrio 7,1 Liter Super pro 100 Kilometer. In unserem Test waren es 8,9, bei harter Autobahnfahrt gerne auch mal 10,6 Liter - was für die Leistung immer noch ein guter Wert ist.

Feines Schalten Geschaltet wird in unserem Eos über ein manuelles Sechsgang-Getriebe. Wer den Kraftstoff effizient nutzen möchte, hält sich an die im Zentralinstrument eingeblendeten Schaltempfehlungen - an ein Start-Stopp-System ist das Getriebe nicht gekoppelt. Die Schaltung an sich ist nahezu perfekt: Auf mittellangen Wegen lassen sich die Gänge ohne jegliches Gehakel präzise einlegen.
Technische Daten
Antrieb:Frontantrieb
Anzahl Gänge:6
Getriebe:Schaltgetriebe
Motor Bauart:Otto-Turbomotor
Hubraum:1.984
Anzahl Ventile:4
Anzahl Zylinder:4
Leistung:155 kW (210 PS) bei UPM
Drehmoment:280 Nm bei 1.700 - 5.200 UPM
Preis
Neupreis: 33.100 € (Stand: Juli 2011)
Fazit
Der VW Eos 2.0 TSI ist zum einen was für Frischluft-Fanatiker, zum anderen lässt er sich auch noch über lange Strecken athletisch bewegen. Die stufenweise Befreiung von "Schiebedach angekippt", "Schiebedach auf", "Klappdach auf" bis "Klappdach auf plus alle Seitenscheiben und Windschott runter" macht Spaß.

Der 210-PS-Motor und die feine Schaltung ergeben einen gut abgestimmten und mehr als ausreichenden Antrieb. Einzig und allein das Fahrwerk konnte uns nicht restlos überzeugen, was an einer alten Cabrio-Krankheit liegen könnte: zu geringe Steifigkeit.
Testwertung
4.0 von 5

Quelle: auto-news, 2011-08-08

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