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Testbericht

Stefan Grundhoff, 30. Oktober 2008
Wenn Ihnen dieser Audi spanisch vorkommt, dann hat das seinen Grund. Denn aus dem alten und erfolgreichen Audi A4 hat sich Seat seinen Exeo geschnitzt und lässt die Limousine so noch ein paar Jahre länger leben.

Das hat es in der Automobilgeschichte wohl noch nicht gegeben: Im neuen Seat namens Exeo steckt der bekannte, bewährte und vielfach ausgezeichnete Audi A4. Dabei haben die Seat-Designer dem Ingolstädter Fremdenlegionär immerhin ein neues Design verpasst und nicht nur das Logo ausgetauscht. Ob Ex-Audi oder nicht: Der neue Exeo ist der bisher beste Seat. Das können die Passagiere nicht nur im gelungenen Innenraum, sondern auch beim ausgewogenen Fahrwerk bewundern.

"Wir haben zur Umsetzung des Projekts knapp zwei Jahre gebraucht. Das ist mindestens ein Jahr weniger als bei der normalen Entwicklung eines komplett neuen Modells", sagt Carlos Tröger, technischer Projektleiter des Exeo: "Über 30 Prozent der Teile sind neu - insgesamt wurden rund 1800 Teile angefasst." So hat man sich beim Design trotz der Seat-typischen Front- und Heckpartie erst gar keine Mühe gegeben, den Stammvater Audi A4 optisch zu verleugnen. Der wirkte schließlich auch bei seiner Ablösung durch das neue Modell im vergangenen Jahr noch nicht alt und hausbacken. Produziert wird der Exeo in einem neuen Teil des Seat-Stammwerkes nahe Barcelona. Die Produktionsstraßen und Maschinen wurden dafür eigens aus Ingolstadt nach Barcelona gebracht.

Logistisch war das ganze eine Meisterleistung. Vom Abbau der Anlagen in Bayern bis zum kompletten Transport mit mehr als 1.200 Lastwagen ins 2.000 Kilometer entlegene Barcelona vergingen gerade mal acht Wochen. "Nach sieben weiteren Wochen lief schon der erste Prototyp des Exeo vom Band", sagt Produktionsvorstand Wolfram Thomas: "Das war für viele von uns schon ein besonderer Augenblick." Dass der spanische Markenableger die bewährte Audi-Technik derart 1:1 übernehmen durfte, war auch im Volkswagen-Konzern lange umstritten. Doch man wollte unter dem Seat-Label so kostengünstig wie möglich eine Mittelklasse-Limousine auf den Markt bringen, die die peinliche Designverfehlung des Seat Toledo vergessen machen sollte.

Das ist mit dem Klon des alten A4 gelungen. Gefälliges Design, gute Verarbeitung und nun auch endlich ein wertiger und sehenswerter Innenraum - das dürften Seat zahlreiche neue Kunden in die Verkaufsräume bringen. Schließlich ist der Exeo mit einem Einstiegspreis von 21.990 Euro für das Basismodell 1.6 Reference auch mindestens zehn Prozent günstiger als ein ähnlich dimensionierter VW Passat. Die umfangreiche Ausstattung des Grundmodells umfasst unter anderem ESP, sieben Airbags, Klimaautomatik, Bordcomputer, elektrische Fenster und Spiegel, Nebelscheinwerfer und ein Soundsystem mit vier Lautsprechern. Die höherwertigen Modelle tragen die Bezeichnungen Stylance und Sport. Optional gibt es hier unter anderem Xenonlicht, DVD-Navigation oder eine Lederausstattung. Besonders interessant dürften für die meisten Kunden die leistungsstärkeren Versionen sein. An der Spitze stehen ein 170 PS starker Selbstzünder und ein 200 PS starker Benzin-Direkteinspritzer mit Turboaufladung. Auch eine besonders für die leistungsstärkeren Varianten empfehlenswerte Allradversion scheint nur eine Frage der Zeit zu sein. Schließlich erfreuen sich auch die A4 quattro großer Beliebtheit.

"Wir haben erstmals in einem Seat nun die neuen Commonrail-Diesel im Programm, die eine bessere Akustik, einen geringeren Verbrauch und Leistungsstufen von 120, 143 und 170 PS bieten", sagt Tröger nicht ohne Stolz. Der 200 PS starke Exeo 2.0 TSI kostet mindestens 27.990 Euro, leistet 147 kW/200 PS und verbraucht bei 280 Nm maximalem Drehmoment 7,7 Liter Super auf 100 Kilometern. Wer es sowohl kraftvoll als auch sparsam will, der dürfte sich für den 125 kW/170 PS starken Top-Diesel interessieren, der bei 28.990 Euro startet. Er verbraucht trotz 350 Nm Drehmoment nur 5,8 Liter Diesel auf 100 Kilometern. Alle Motorvarianten werden mit zeitgemäßen Sechsgang-Handschaltungen ausgestattet. Eine Doppelkupplung dürften zeitnah ebenfalls folgen.

Bei den ersten Ausfahrten zeigte sich der neue Seat Exeo Exeo erwartungsgemäß ausgewogen. Selbst mit Sportfahrwerk und den optionalen 18-Zoll-Felgen mit Breitreifen ist man deutlich komfortabler unterwegs als seinerzeit im Audi A4. Bei den Vorserienfahrzeugen fielen jedoch die vergleichweise lauten Vierzylinderaggregate unangenehm auf. Auch in Sachen Windgeräusche gibt es Nachholbedarf für die Serienmodelle. Dagegen kann die Verarbeitung und Haptik vollauf überzeugen - wenngleich leichte Abstriche bei einigen Details gemacht werden müssen. Doch besser und wertiger als der Exeo hat ein Seat im Innenraum noch nie ausgesehen. Das Platzangebot ist aufgrund identischer Dimensionen auf dem angenehm komfortablen A4-Niveau. Hinten könnte es etwas mehr Beinfreiheit geben. Im Gegensatz zum Ingolstädter Vorläufer verfügt der Exeo serienmäßig über sieben Airbags, optional über zwei weitere Thorax-Luftsäcke im Fond.

Der Verkaufsstart für den Seat Exeo auf dem deutschen Markt ist Ende März/Anfang April kommenden Jahres. Noch interessanter als die Limousine dürfte für viele potentielle Kunden die bereits angekündigte Kombiversion sein. Sie wird auf dem Genfer Automobilsalon im März 2009 ihre offizielle Weltpremiere feiern. Der Verkauf soll im Herbst kommenden Jahres beginnen.
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Quelle: Autoplenum, 2008-10-30

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