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Testbericht

Susanne Kilimann, 18. Januar 2008
Drei Monate nach der Limousine bringt Renault die Kombiversion des neuen Laguna an den Start. Mit geschmeidigem Look, ausgewogener Antriebspalette und extralanger Garantie soll er einen Spitzenplatz erobern.

Den Tag, an dem der ehemalige Renault-Chef Louis Schweitzer seiner Mannschaft den Marsch geblasen hat, werden die Mitarbeiter noch lange nicht vergessen. Der sonst so steife, zurückhaltende Zwei-Meter-Mann schäumte über vor Temperament, erinnert sich PR-Manager Marc Osseux. So etwas wolle er nie, aber auch nie wieder lesen, polterte Schweitzer – während der Projektor Zeitungsartikel mit vernichtenden Urteilen über die jüngsten Fahrzeuge der Marke an die Wand warf. Das war vor vier Jahren, als Modelle wie der alte Laguna mit einer Fülle von Elektronikproblemen auf Krisenkurs schlingerten. Damals läutete Schweizer eine Qualitätsoffensive ein. Eines der Ergebnisse: Der neue Laguna.

Drei Monate nach der Limousine schickt der selbsternannte Créateur d’ automobiles Mitte Januar auch die Kombiversion des Laguna ins Rennen. Der "Grandtour" soll mit einem 60-Prozent-Anteil an den Verkäufen die Nummer Eins der Produktfamilie werden, die ab Herbst 2008 dann noch um ein Coupé erweitert wird. "Einen der drei Spitzenplätze im Segment zu besetzen, das ist das Klassenziel", erklärt Osseux - und ist sich sicher, dass für Toyota Avensis und Ford Mondeo die Luft dünner wird. Mit eleganter Linienführung und gelungenen Proportionen ist der Franzose jedenfalls schon mal auf einem guten Weg. Auffallend sind die tief heruntergezogene Motorhaube und die Heckscheibe, die sich weit nach vorne wölbt. Gelungen präsentiert sich das Hinterteil. Die geschmeidig abfallende Heckpartie des Grandtour wirkt allemal ästhetischer als so manches Kastenformat der Konkurrenz.

Mit 4,80 Metern ist der neue Kombi neun Zentimeter länger als sein Vorgänger - aber 15 Kilo leichter. Steht die Rückbank aufrecht, fasst der Kofferraum 508 Liter – 33 Liter mehr als der Vorgänger und 50 Liter mehr als die aktuelle Limousine. Wenn der Lifestyle-Kombi zum Kleinmöbeltransporter werden soll, helfen die "Easy Break"-Tasten, mit denen sich die Rückbank per Knopfdruck umlegen lässt. So bietet der Kofferraum einen zwei Meter langen Ladeboden und Platz für 1.593 Liter Gepäck. Schade nur, dass die Renault-Konstrukteure auf einen umklappbaren Beifahrersitz verzichtet haben. Optional kann der Grandtour mit "Storage"-Paket geordert werden. Für 400 Euro extra ist dann ein Sicherheitstrennnetz an Bord, das Insassen vor verrutschender Ladung schützt. Mit im Paket: Ein separat zu öffnenden Heckfensters, durch das sich das Auto auch dann noch einigermaßen bequem beladen lässt, wenn es eingefercht in der Parklücke steht.

Im Innenraum des Grandtour dominieren klare Formen und sympathische Materialien. Die Armaturen sind übersichtlich. Am Sitzkomfort gibt es nichts zu kritteln. Der Fahrer kommt serienmäßig in den Genuss einer Lendenwirbelstütze. Im Fond sitzen auch größere Passagiere bequem. Allerdings haben dort langbeinige Geschöpfe mit höheren Schuhen ein Fußproblem, weil die niedrig positionierten Vordersitze an den Spann stoßen.

Für den Grandtour stellt Renault sechs Motorvarianten zur Wahl: Zwei Benziner und vier Dieselaggregate. Basismotorisierung ist der 1,5 dCi mit 81/kW 110 PS, der bereits im Clio, Modus, Mégane und Scénic zum Einsatz kommt. Ob der angenehm ruhig laufende kleine Diesel im Grandtour ein Bestseller wird, ist fraglich: Mit seinen 240 Newtonmetern und maximal 187 km/h ist er nicht gerade ein Kraftpaket. Dafür kann das Common-Rail-Triebwerk mit einer erfreulichen Ökobilanz glänzen: Auf der 100-Kilometer Strecke kommt es durchschnittlich mit 5,0 Litern aus, was einem CO2-Ausstoß von 133 Gramm pro Kilometer entspricht.

Kraftvoller bringt der 2.0 dCi mit 173 PS und einem maximalen Drehmoment von 380 Nm (2000 U/Min) den Kombi auf Touren. Der neue Spitzendiesel beschleunigt den Kombi nach Herstellerangaben auf 215 Stundenkilometer und schafft den Spurt von 0 auf Tempo 100 in 8,9 Sekunden. Den Durchschnittsverbrauch gibt Renault mit 6,6 Litern an, den CO2-Wert mit 174 Gramm je Kilometer. Den kleinen Benziner 1.6 16 V, der ab Januar für die Limousine zur Verfügung steht, bieten die Franzosen für den Kombi gar nicht erst an. Wer mit Ottomotor auf "große Tour" gehen will, muss sich zwischen dem 2.0 16 V mit 140 PS (195 Nm, 3750 U/min) und dem 2.0 16 V Turbo mit 170 PS und (270 Nm, 3250 U/min) entscheiden.

Die Preise für den Grandtour, den Renault in drei Ausstattungsvarianten anbietet, starten bei 23.750 Euro – für den Laguna 1,5 dCi. Klimaanlage und Radio sind immer serienmäßig an Bord. Ob Baugruppen- und Zuliefererwechsel sowie verstärkte Qualitätskontrollen den erwünschten Erfolg zeigen, werden Limousine und Kombi erst noch beweisen müssen. Bei Renault gibt man sich zuversichtlich und bietet drei Jahre Neuwagengarantie.

Quelle: Autoplenum, 2008-01-18

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