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Testbericht

29. Januar 2013
Haar, 29. Januar 2013 - Kennen Sie diese Dackel, bei denen sich zwischen kurzen Vorder- und Hinterbeinchen viel zu viel Hund erstreckt? An einen solchen fühle ich mich erinnert, als ich meinen neuen Testwagen in Augenschein nehme. Bisher habe ich für Hunde nicht all zu viel übrig gehabt - nun soll mich dieser Maxidackel zehn Tage durch den Alltag begleiten. Maxi-Dackel Gedacht war das eigentlich ganz anders. Ein schnuckeliges, wintertaugliches Auto für die Fahrt in den Skiurlaub. Doch nun habe ich den Dackel. 4,60 Meter lang, treuherzige Glubschaugen, frontgetrieben. Ein Gutes hat die Sache ja: Sorgen, dass die Skiausrüstung nicht in den Kofferraum passt, muss ich mir beim Grand Kangoo nicht machen. Ob er sich allerdings im verschneiten Hochgebirge wohlfühlt, bleibt abzuwarten. Quadratisch, praktisch, gut Was den Kangoo so dackelig macht, ist die Tatsache, dass zwischen den Achsen unglaublich viel Auto untergebracht wurde. Bei 4,60 Meter Länge beträgt der Radstand 3,08 Meter, die Überhänge sind dementsprechend klein. Ansonsten ist er, seinem praktischen Gemüt entsprechend, äußerlich unauffällig. Die Schnauze ist kurz und breit, die Scheinwerfer-Kulleraugen rund und groß. Der Hochdachkombi versucht gar nicht erst cool zu sein, alles an ihm bellt "zweckmäßig" - und das ist auch in Ordnung so.
Mehrzweckauto Immerhin können im Kangoo sieben Personen oder bis zu 3.400 Liter Ladung untergebracht werden. Und das in ganz unterschiedlicher Zusammenstellung. Die Einzelsitze im Kofferraum sind unabhängig voneinander umklapp- und ausbaubar, die Rückbank lässt sich im Verhältnis zwei Drittel zu einem Drittel zusammenfalten. Da man auch den Beifahrersitz flach legen kann, passen Gegenstände bis 2,90 Meter Länge in das Ladewunder. Zusätzlich finden trotzdem noch vier Personen Platz: der Fahrer, zwei Passagiere in der zweiten und einer in der dritten Reihe. Einfacher Umbau Um das Urlaubsgepäck unterzubringen, müssen die hinteren Sitze nicht ausgebaut werden. Hinter die gefaltete Bestuhlung passen locker zwei Koffer oder mehrere Sprudel- und Lebensmittelkisten. Aber testen, wie einfach der Ausbau geht, kann ja nicht schaden. Also in den Kofferraum gekrabbelt und losgelegt. Dank Schnellanleitung ist rasch klar, welche Stangen angehoben und welche Haken gelöst werden müssen. Mit ein bisschen Falten, Ruckeln, Ziehen und Anheben ist der Sitz schließlich demontiert und handlich genug, um einfach aus dem Auto gehoben zu werden. Hat man das Prinzip verstanden, dauern weder Ein- noch Ausbau länger als 20 Sekunden. 110-PS-Diesel Beeindruckt vom Platzangebot, aber noch immer skeptisch was die Wintertauglichkeit des Kangoo angeht, erfolgt vor der Abreise ein Stopp beim Baumarkt. Schneeketten für die 15-Zoll-Vorderräder müssen her. Sicher ist sicher. Und dann geht's ab Richtung Berge. Auf der Autobahn schlägt sich der Dackel tapfer. Er ist zwar kein Ausbund an Energie, aber der 110-PS-Diesel sorgt für eine ordentliche Beschleunigung, einen gemächlichen Null-auf-100-Spurt in 13 Sekunden und eine Höchstgeschwindigkeit von 170 km/h. Zum zügigen Vorankommen und Überholen reicht das allemal.
Reisetauglich So langsam gewöhne ich mich an meinen vierrädrigen Begleiter. Er mag zwar nicht wahnsinnig schick sein, aber zumindest ist er absolut reisetauglich. Die Fahrwerksabstimmung ist überraschend komfortabel, an der Lenkung und der Schaltung des Sechsgang-Getriebes gibt es wenig zu beanstanden. In den Kurven neigt er sich leicht zur Seite, das ist bei seinen hoch aufgeschossenen 1,80 Meter wenig überraschend. Die Fahrgeräusche sind moderat, der Fahrtwind zwingt einen allerdings bei Geschwindigkeiten über 120 km/h dazu, das Radio ein wenig lauter zu drehen. Knopfsuche Das ist aber gar nicht so einfach. Zwar befindet sich mittig in der Radiosteuerung ein handlicher Drehknopf - mit dem verstellt man allerdings die Sender, und das so ziemlich jedes Mal, wenn man gerade einen besonders schönen Song lauter hören möchte. Tatsächlich verstellt man die Lautstärke an einem zierlichen Knöpfchen weiter links, das man, aufgrund seiner Positionierung unter einer Kante, mit spitzen Fingern bedienen muss. Ferngesteuert Unterhalb des Radios ragt der Schalthebel joystickartig aus der Mittelkonsole, über Radio und Lüftung öffnet sich ein breiter Schacht, der tief ins Armaturenbrett dringt. Darin befindet sich beim Grand Kangoo serienmäßig das Display für die Audioanlage, im Testwagen weist hier außerdem das 490 Euro teure TomTom-Navigationssystem den Weg. Bedient wird dieses ganz unkonventionell mit einer im Mitteltunnel verstauten Fernbedienung. Dank optionalem Easy-Drive-Paket sorgt ein Tempomat samt Geschwindigkeitsbegrenzer für bequemes Fahren und die Einhaltung des Tempolimits. Wird man doch mal zu schnell, warnt das Navi vor festinstallierten Blitzern.
Langer Atem In den Bergen angekommen, beweist mein Dachshund, dass er gut in Form ist. Zehn Kilometer Anstieg auf der Passstraße rauben ihm zu keiner Zeit den Atem. Beim Fahren durch enge Dorfgässchen fühlt sich der Grand Kangoo dann ganz schön groß an, dabei ist er mit seinen 4,60 Meter Länge gerade mal so lang wie eine C-Klasse. Beim Einparken des kastigen Gefährts ist ein Parkpiepser sinnvoll, den gibt es für den Siebensitzer gegen einen Aufpreis von 350 Euro. 7,2 Liter, 20.190 Euro Nach einer Woche gemeinsamen Urlaubs sind mein Dackel und ich Freunde geworden. Ich weiß, dass er morgenmuffelig ist und bei den kalten Temperaturen erstmal vorglühen muss, bevor er anspringt. Dafür verweigert er sich nicht, wenn ich ihn durch den Schnee aus der Parklücke jage, wartet treuherzig, bis ich von der Piste komme und transportiert klaglos meine Ausrüstung für mich nach Hause. Außerdem ist er recht genügsam: Für 100 Kilometer benötigte er im Test 7,2 Liter Diesel. Kostenpunkt für den Siebensitzer: 20.190 Euro.
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Technische Daten
Antrieb:Frontantrieb
Anzahl Gänge:6
Getriebe:Schaltgetriebe
Motor Bauart:Common-Rail-Diesel-Direkteinspritzer
Hubraum:1.461
Anzahl Ventile:4
Anzahl Zylinder:4
Leistung:80 kW (110 PS) bei UPM
Drehmoment:240 Nm bei 1.750 UPM
Preis
Neupreis: 20.190 € (Stand: Januar 2013)
Fazit
Der Grand Kangoo ist, was er sein will: praktisch. Das Sitz- und Ladekonzept ist durchdacht und zweckdienlich, das Umlegen und Ausbauen der Sitze ist einfach und schnell erledigt. Auch in der dritten Reihe können Erwachsene ordentlich sitzen. Die Variabilität macht den Franzosen zum wahren Mehrzweckfahrzeug. Trotz der enormen Ladekapazität von bis zu 4,6 Kubikmeter ist der Kangoo nicht länger als eine C-Klasse und passt somit in jede normale Parklücke. Auswahl beim Motor gibt es nicht, der Hochraumkombi wird einzig mit dem 1.5-Liter-Selbstzünder dCi 110 mit Sechsgang-Schaltgetriebe angeboten.
Testwertung
4.0 von 5

Quelle: auto-news, 2013-01-29

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