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Testbericht

4. Mai 2005
München, 4. Mai 2005 – Eilig oder flink heißt die deutsche Übersetzung für das englische Wort swift. Das gleichnamige Modell von Suzuki ist denn auch recht flott motorisiert: Der neue Swift wird ausschließlich mit einem 92 PS starken Motor angeboten. Das bis 2001 lieferbare alte Modell war nicht in allen Versionen so sportlich. Aber noch etwas ist neu beim Swift: Während der Vorgänger wirklich bieder und sehr nach 80er-Jahre-Auto aussah, kommt der Neue ganz frisch daher – in einer Optik, die sich an den populären Mini anlehnt. Ab 7. Mai 2005 steht der neue Swift bei den Händlern. Wir haben das Auto für Sie getestet. Freundlicher Stadtflitzer Suzuki versteht den Swift als freundlichen Stadtflitzer. Für die Freundlichkeit spricht die rundliche Karosserieform mit den sympathischen Leuchten. In der Stadt kurvt man mit dem weniger als 3,70 Meter langen Fahrzeug besonders bequem. Und Flitzerqualitäten soll dem Auto sein 92-PS-Motor verleihen. 92 PS zum Anfang Der einzige, zum Verkaufsstart angebotene 1,3-Liter-Benziner treibt das Auto in glatt elf Sekunden aus dem Stand auf Tempo 100. Die Höchstgeschwindigkeit liegt bei 175 km/h. Der Spritverbrauch wird mit 6,2 Litern angegeben. Zum Vergleich: Der Micra mit 88-PS-Motor verbraucht fast dasselbe und erreicht eine sehr ähnliche Höchstgeschwindigkeit, ist aber beim Spurt um fast eine Sekunde langsamer. Auch subjektiv wirkt der Swift flink. Wer möchte, kann beim Anfahren an der Ampel schon mal die Reifen quietschen lassen. Nur auf der Autobahn, bei hohen Geschwindigkeiten, wünscht man sich manchmal noch etwas mehr Kraft.

Weitere Versionen noch 2005 Wem die Startmotorisierung nicht zusagt, der kann ab Herbst 2005 auch einen 1,5-Liter-Ottomotor mit 102 PS und variabler Ventilsteuerung wählen. Ebenfalls noch 2005 soll es eine supersportliche Version geben, über deren Motorisierung noch nichts bekannt ist. Anfang 2006 folgt dann ein 70 PS starker 1,3-Liter-Diesel, der von Suzukis Konzernmutter General Motors stammt und etwa aus dem Opel Corsa bekannt ist. Ab 2007 soll es auch ein Swift Cabrio geben. Schön einrastender Schalthebel Mit dem 92-PS-Motor wird ein Fünfgang-Schaltgetriebe kombiniert. Der Schalthebel vermittelt einen ausgesprochen positiven Eindruck: Er rastet spürbar ein, ohne zu hakeln. Zu dem recht sportlichen Charakter des Motors passt auch das eher straffe Fahrwerk des Swift. Bodenunebenheiten fallen nicht mehr auf als bei Kleinwagen üblich. Schickes Innendesign Im Inneren setzt sich das gute Design der Swift-Karosserie fort. In der von uns gefahrenen Topausstattung Comfort Plus jedenfalls ist nichts von langweiligem Billigcharme zu sehen: Das schwarze Armaturenbrett erfreut mit großzügigen, glatten Flächen. Aludetails heitern das Ganze auf und setzen sportlich-edle Akzente. Auch die Instrumente sind schön anzusehen. Einzig das Lenkrad mit dem großen Suzuki-Logo fällt optisch etwas ab. Die Sitze bieten annehmbaren Seitenhalt. Besser hätten die Möbel gepasst, wenn die Sitzbreite nicht für ziemlich beleibte Fahrer ausgelegt wäre. Die Kopfstützen lassen sich für mittelgroße Erwachsene weit genug herausziehen. Sowohl Lenkrad als auch Sitz können bei allen Versionen in der Höhe eingestellt werden. Die Ablagen in der Umgebung des Fahrers reichen aus.

Drei- und Fünftürer mit viel Platz im Fond Wir fuhren den Swift als Fünftürer. Darüber hinaus gibt es einen Dreitürer. Die früher einmal angebotene viertürige Stufenheckversion soll es beim neuen Modell aber nicht geben. Der Dreitürer hat vier Sitzplätze, der Fünftürer fünf. Dementsprechend sind beim Fünftürer drei Dreipunktgurte und drei Kopfstützen Serie. Dabei ist der mittlere Gurt in der Sitzlehne untergebracht. Das erleichtert das Anlegen gegenüber einer Verankerung im Fahrzeugdach. Der Sitzkomfort im Fond ist gut: Während die Kniefreiheit klassentypisch ist, fällt die Kopffreiheit besonders positiv auf. Auch die Kopfstützen reichen für Erwachsene aus. Ein Manko ist jedoch das völlige Fehlen von Ablagen auf den hinteren Plätzen. Kofferraum mit Wickelsystem Am Kofferraum erstaunt die recht hohe Ladeschwelle: Wer beim Ausladen etwa einen schweren Getränkekasten darüber heben muss, dem wird das weniger gefallen. Auch die Kofferraumklappe öffnet nicht weit genug nach oben, was eine Verletzungsgefahr für Große in sich birgt. Bei Normalkonfiguration passen 213 Liter Gepäck in den Kofferraum des kleinen Suzuki. Das Transportvolumen lässt sich erweitern, indem man die Lehne nach vorne klappt und dann den gesamten Sitz in die Vertikale kippt – dieses Wickelsystem findet sich in letzter Zeit bei Kleinwagen immer häufiger. Ein Vorteil ist der ebene Laderaum, der sich so ergibt. Doch auch Nachteile gibt es. So versperren die hochgewickelten Sitze den Zugang von den Fondtüren her und verkleinern die verfügbare Laderaumlänge. Provisorisch wirkende Sitzarretierung Beim Swift kommt hinzu, dass die senkrecht stehenden Sitze eigens mit einem Band an den Vordersitzlehnen befestigt werden müssen. Andere Hersteller bieten hier mit einem Paar Gasdruckfedern bessere Lösungen. Das Kofferraumvolumen bei umgeklappten Rücksitzen gibt Suzuki nur für fensterhohe Beladung an. Dann passen 562 Liter hinein. Zum Vergleich: Der etwa gleich große Nissan Micra bietet mit 251 Litern in Normalkonfiguration und 584 Litern bei umgeklappten Rücksitzen und fensterhoher Beladung etwas mehr Laderaum.

Ab 10.990 Euro Der neue Swift wird in drei Ausstattungen angeboten: Club, Comfort und Comfort Plus. Die dreitürige Basisversion ist ab 10.990 Euro zu haben. Das mag auf den ersten Blick viel sein, denn zahlreiche Kleinwagen sind schon für 1.000 Euro weniger erhältlich. Doch muss man an die Einstiegsmotorisierung von 92 PS denken: Die meisten Kleinwagen beginnen bei unter 70 PS. Zur Ausstattung zählen bei der Basisversion unter anderem sechs Airbags – sehr löblich, denn etwa beim VW Polo sind es serienmäßig nur vier. Hinzu kommen ABS, elektrische Fensterheber vorn und eine Zentralverriegelung. Ein ESP gibt es auch nicht gegen Aufpreis. Das soll sich ändern, wenn die erwähnte supersportliche Version auf den Markt kommt. Die soll es serienmäßig mit ESP geben. Vergleich mit dem Nissan Micra Vergleichen wir den Swift mit dem etwa gleich großen Nissan Micra: Die Version mit 88 PS und drei Türen ist erst ab 13.160 Euro zu haben. Dafür bekommt man aber die hochwertige Ausstattung Acenta. Serienmäßig sind hier zwar zwei Airbags weniger an Bord als beim Swift. Hinzu kommen aber noch elektrisch einstellbare und beheizte Außenspiegel, Regensensor und ein Multifunktionslenkrad. Beim Swift kostet die Ausstattung Comfort 12.990 Euro, also 170 Euro weniger als für den Micra 1.4 Acenta zu zahlen sind. Auch er hat elektrisch bedienbare Außenspiegel. Statt eines Regenssensors und dem Multifunktionslenkrad finden sich Alufelgen und ein CD-Radio mit Lenkradfernbedienung. Insgesamt dürfte der Swift etwas günstiger sein als der Micra. Überteuert kann man ihn jedenfalls nicht nennen.
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Technische Daten
Antrieb:Vorderradantrieb
Anzahl Gänge:5
Getriebe:Schaltgetriebe
Motor Bauart:Reihen-Ottomotor, Multipointeinspritzung
Hubraum:1.328
Anzahl Ventile:16
Anzahl Zylinder:4
Leistung:68 kW (92 PS) bei UPM
Drehmoment:116 Nm bei 4.200 UPM
Preis
Neupreis: 10.990 € (Stand: Mai 2005)
Fazit
Der Suzuki Swift ist ganz klar das am besten aussehende Modell der Marke. Auch wenn die Japaner ein wenig bei Mini abgeguckt haben – das Ergebnis kann sich wirklich sehen lassen, und zwar auch innen. Der 92-PS-Basismotor beherrscht eine sportliche Gangart; das Fahrwerk fiel nicht durch gravierende Mängel auf. Jedoch würde zumindest ein optionales ESP einem sportlich akzentuierten Kleinwagen wie dem Swift gut stehen. Zur Ehre gereicht dem Swift der gute Sitzkomfort im Fond. Der Enthusiasmus lässt etwas nach, wenn man sich den Kofferraum ansieht: Er ist nicht besonders gut zugänglich, aber vor allem nervt, dass man die Sitze nach dem Wickeln hochbinden muss. Für alle, die das nicht sonderlich stört, ist der Swift ein interessantes Angebot. Der hohe Basispreis dürfte allerdings so manchen Interessenten abschrecken. Einsteiger mit kleinem Portemonnaie kaufen wohl lieber ein Sondermodell mit vierstelligem Preisschild wie den Nissan Micra Season. Aber vielleicht schiebt Suzuki ja noch eine kleinere Motorisierung nach? (sl)

Quelle: auto-news, 2005-05-04

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