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Testbericht

Wolfgang Gomoll, 29. August 2017

BMW macht dem i3 mit einem etwas stärkeren Motor und einem Sportfahrwerk Beine. Doch ein noch stärkerer Akku für mehr Reichweite lässt noch auf sich warten.

Langsam wird das Gedränge bei den E-Mobilen größer. Teslas Model 3 wird in diesem Jahr noch für Furore sorgen, auch andere neue Stromer von Nissan, Kia und Renault stehen vor der Tür. Das bringt BMW in Zugzwang seinen E-Mobil-Veteranen i3 weiter aufzurüsten. Nach der größeren Batterie mit 94 Amperestunden (Ah) / 33 Kilowattstunden im letzten Jahr, besinnt sich BMW auf seine sportlichen Wurzeln und verpasst dem i3 einen sportlichen Vitaminstoß - wenn auch nur einen kleinen. BMW i3s heißt der neue Strom-Athlet, der auf der diesjährigen IAA seine Weltpremiere feiert und als weitere Variante zum BMW i3 eingeführt wird.

Anstelle von 125 kW / 170 PS, die der Basis-i3 hat, hat die s-Version des E-Mobils jetzt 135 kW / 184 PS und ein maximales Drehmoment von 270 Newtonmetern (plus 20 Nm). Diese dürftige Leistungssteigerung ist eigentlich kaum der Rede wert, aber auch das Fahrwerk wird nachgeschärt. Die Karosserie des BMW i3s rollt einen Zentimeter tiefer über den Asphalt und die hintere Spur ist um immerhin vier Zentimeter breiter. Die Kennlinien der Lenkung und der Gasannahme werden entsprechend verändert und sind jetzt straffer beziehungsweise direkter. Passend dazu lässt sich auch der Fahrmodus "Sport" auswählen. Inwieweit diese Veränderungen den hochstelzigen Stadtstromer sportlicher machen, wird sich zeigen. Nach 6,9 Sekunden (BMW i3: 7,3 Sekunden) erreicht der BMW i3s Landstraßentempo und ist bis zu 160 km/h schnell (BMW i3: 150 km/h). Durch die Zusatz-PS-Kraft reduziert sich die nominelle Reichweite auf 280 Kilometer, das sind rund 200 Kilometer im Alltag (identisch zum BMW i3). Für beide Modelle ist auch weiterhin ein Range-Extender erhältlich.

Diese Veränderungen haben auch optische Konsequenzen: Neue, um zwei Zentimeter breitere 20 Zoll-Räder füllen die Radhäuser besser aus und die Heck- und Frontschürze sind neu gestaltet, um den i3s satter da stehen zu lassen. Ein paar Hochglanz-Applikationen vervollständigen den forscheren Auftritt des BMW i3s. Auch der reguläre BMW i3 profitiert von der Modellüberarbeitung - in erster Linie technisch. Bei beiden Modellen sind jetzt Voll-LED-Scheinwerfer inklusive Fernlicht und Blinkern serienmäßig. Das Infotainment bekommt ebenfalls ein Update: Auf dem 10,25 Zoll Bildschirm wird die neue BMW-typische Betriebssystem jetzt mit höherer Auflösung in Kacheloptik angezeigt: Eine Spracherkennung ist möglich, ebenso wie Apple CarPlay und im Interieur gibt es neue schicke Stoffe. Wer auf größere Batterien gehofft hatte, wird enttäuscht, allerdings will BMW demnächst auch da erneut nachbessern. Die ist auch nötig, um weiterhin im zunehmend intensiven Konkurrenzkampf der E-Mobile bestehen zu können, zumal der BMW i3 mit mindestens 36.800 Euro kein Sonderangebot ist und der BMW i3s teurer werden dürfte.

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Testwertung
4.0 von 5

Quelle: Autoplenum, 2017-08-29

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