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Testbericht

Michael Gebhardt/SP-X, 29. Januar 2017

Im vergangenen Jahr ging der Volvo S80 nach fast zehn Jahren Laufzeit in den Ruhestand. Mit den Nachfolgemodellen S90 (Limousine) und V90 (Kombi) versuchen die Schweden nun, in der Geschäftswagen-Klasse erfolgreicher Fuß zu fassen. Die neuen Modelle orientieren sich klar an der deutschen Konkurrenz von 5er BMW, Mercedes E-Klasse und Audi A6. Jetzt haben die Schweden einen neuen Basisdiesel nachgeliefert, der die Chancen nochmals verbessern soll, da die Einstiegshürde auf 41.500 Euro sinkt.

Basis, das klingt immer ein bisschen nach Sparmaßnahme, doch lässt sich auch der schwächste 90er-Volvo zumindest mit allen erdenklichen Annehmlichkeiten ausstatten. Vom digitalen Kombiinstrument über das riesige Infotainmentsystem bis hin zum teilautonomen Fahren auf der Autobahn steht der D3 seinen großen Brüdern in nichts nach. Auch der Motor selbst ist keine Verzichtserklärung: Der wie alle Volvo-Antriebe zwei Liter große Vierzylinder entwickelt geschmeidige 110 kW/150 PS und 320 Newtonmeter Drehmoment. Genug Kraft, um die knapp 1,8 Tonnen schwere Limousine standesgemäß in Bewegung zu setzen. Zwar sind 9,9 Sekunden für den Standardsprint kein Bestwert und eine gleichstarke E-Klasse nimmt dem Volvo hier spielend anderthalb Sekunden ab, doch wirkt der S90 keinesfalls träge oder zu langsam.

Ganz im Gegenteil, bis Tempo 100 meistert er den Alltag souverän, erst darüber wird es etwas zäher. Doch wer auf spontane Zwischensprints verzichtet und seine Überholmanöver etwas vorausschauender plant, der fühlt sich mit dem D3 auch auf der Autobahn wohl. Allerdings sollte das persönliche Reisetempo nicht deutlich über 170 km/h liegen. Zwar gibt Volvo eine Höchstgeschwindigkeit von 205 km/h an, doch braucht’s dafür reichlich Anlauf und besagter E 200d etwa eilt mit 224 Sachen hier locker davon.

Serienmäßig kommt der D3 mit einem präzise geführten Sechsgang-Getriebe. Das früh anliegende Drehmoment – schon ab 1.500 Touren packt der Volvo ordentlich zu, die Maximal-Kraft steht bei 250 Umdrehungen mehr bereit –  erlaubt eine angenehm schaltfaule Gangart. Wer die Arbeit aber lieber abgegeben will, bekommt für 2.250 Euro auch eine sechsstufige Automatik. An den Fahrleistungen ändert sich dadurch nichts, sogar der Normverbrauch bleibt mit 4,4 Liter Diesel je 100 Kilometer gleich.

Der D3-Diesel kostet (mit leicht anderer Ausstattung als die Limousine) im V90 42.450 Euro, also einen knappen Tausender mehr. Entsprechend geht der Kombi mit Automatik für 44.700 Euro in Kundenhand über. Ob der 150-PS-Diesel im V90 allerdings die richtige Wahl ist, hängt vom persönlichen Einsatzzweck ab. Man bedenke, dass der Kombi leer schon über 60 Kilogramm mehr zu schleppen hat und in den bis zu 1.526 Liter großen Kofferraum geht ja noch einiges an Extra-Gewicht rein.

Wer sich davon nicht abschrecken lässt und definitiv zum Kombi greifen will, für den halten die Schweden noch ein Schmankerl bereit: Nur der V90 D3 kann nämlich auch mit Allradantrieb (ab 47.200 Euro) geordert werden. Damit schafft sich Volvo ein Alleinstellungsmerkmal, dem weder die Mercedes E-Klasse noch der Audi A6 in dieser Motorisierung Paroli bieten können. Im neuen Cross-Country-Stil – also etwas höher gelegt, mit Plastikplanken versehen und komfortabler abgestimmt – ist der D3 trotz Allrad nicht erhältlich, wohl aber mit der R-Design-Ausstattung. Hier lautet Volvos Devise scheinbar: Nur weil man zum schwächsten Motor greift, muss man auf sportliche Optik nicht verzichten.

Volvo S90 D3 (V90 D3) – Technische Daten:
Fünfsitzige, fünftürige Limousine, Länge: 4,94 Meter, Breite: 1,88 Meter (Breite mit Außenspiegeln: 2,02 Meter), Höhe: 1,44 (1,48) Meter, Radstand: 2,94 Meter, Kofferraumvolumen: 500 (560–1.526) Liter
 
2,0-Liter-Diesel, 110 kW/150 PS, Sechsgang-Schaltgetriebe, maximales Drehmoment: 320 Nm bei 1.750 - 3.000 U/min, 0-100 km/h: 9,9 (10,2) s, Vmax: 205 km/h, Durchschnittsverbrauch: 4,4 (4,5) Liter, CO2-Ausstoß: 115 (119) g/km, Abgasnorm: Euro 6, Effizienzklasse: A+

Preis: ab 41.500 Euro (42.450 Euro)

Kurzcharakteristik:
Warum: weil das Basismodell keine Verzichtserklärung ist
Warum nicht: weil er auf der Autobahn weniger souverän wirkt wie seine großen Brüder
Was sonst: Audi A6, BMW 5er, Mercedes E-Klasse

Mit seinen neuen Flaggschiffen S90 und V90 kann Volvo endlich ernsthaft in der Geschäftswagen-Klasse mitspielen. Mit dem kleinsten Diesel sinkt die finanzielle Einstiegshürde nun auf 41.500 Euro.

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Fazit
Mit seinen neuen Flaggschiffen S90 und V90 kann Volvo endlich ernsthaft in der Geschäftswagen-Klasse mitspielen. Mit dem kleinsten Diesel sinkt die finanzielle Einstiegshürde nun auf 41.500 Euro.
Testwertung
4.5 von 5

Quelle: Autoplenum, 2017-01-29

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