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Testbericht

5. Februar 2009
Schwaig-Oberding, 5. Februar 2009 - Wenn es ums Sparen beim Fahren geht, spaltet sich die Gemeinde der Autokäufer in zwei Fraktionen: Während die einen auf einen möglichst günstigen Kaufpreis schielen, steht für die anderen der niedrige Verbrauch im Mittelpunkt. Subaru versucht nun, es beiden Lagern recht zu machen: Den kompakten Impreza gibt es jetzt mit einem Zweiliter-Diesel, zugleich rückt eine Variante mit Frontantrieb und 1,5-Liter-Benziner ins Programm. Grund genug, die neuen Japaner genauer zu betrachten. Ein ganz spezieller Selbstzünder Wenden wir unseren Blick zunächst auf den Diesel-Impreza. Hier leistet sich Subaru motorentechnisch eine Spezialität in jeder Hinsicht: den ersten Boxer-Selbstzünder für Personenwagen. Hintergrund für diese Entscheidung ist die flache und kompakte Bauweise eines Boxermotors, zudem wird damit ein niedriger Schwerpunkt erreicht. Besonders hervorgehoben wird seitens des Herstellers der vibrationsarme Lauf des Aggregats, der Ausgleichswellen überflüssig macht. Auffällig unauffällig Also schnell zum Parkplatz, um den Diesel-Impreza auf der Straße zu erfahren. Der Modellname leitet sich von dem englischen Wort "impress", zu deutsch "beeindrucken" ab. Beeindruckend beim Blick auf die Karosserie ist die große Lufthutze in der Motorhaube. Sie ist laut Subaru für den darunter liegenden Ladeluftkühler nötig. Über die Optik lässt sich streiten, wir finden, dass sie an den Impreza WRX STi erinnert, was der Dieselversion durchaus zum Vorteil gereicht. Ansonsten hält das Außendesign kaum Überraschungen bereit und gibt sich mehrheitsfähig. Zu den Highlights zählen die Scheinwerfer im so genannten "Falkenaugen-Design" und die Rückleuchten mit Bremslicht-LEDs.

Aufgeräumter Innenraum In den Zeiten der Informationswelle und Knöpfchenflut in den Cockpits von Neuwagen sticht der Impreza angenehm heraus. Alle wichtigen Funktionen sind schnell erkennbar und geben keine Rätsel auf. Einzige Ausnahme ist der Multifunktionshebel für die Scheibenwischer, der etwas Gewöhnung bedarf. Wenig befriedigend, speziell für Menschen mit langen Beinen, ist das zu niedrig stehende Lenkrad. Ebenfalls besser könnte die Materialanmutung der verbauten Kunststoffe sein - die Wertigkeit deutscher Konkurrenzmodelle wird nicht erreicht. Etwas größer und tiefer dürfte auch der Kofferraum sein, der sich mit einem Fassungsvermögen von 301 bis 1.216 Liter am unteren Ende der Kompaktklasse befindet. Bitte mit Gefühl Nun ist die Zeit gekommen, den Schlüssel im beleuchteten Zündschloss zu drehen und sich in Bewegung zu setzen. Doch hier ist zunächst Gefühl gefragt: Beim Anfahren muss man behutsam mit dem Kupplungs- und Gaspedal umgehen, sonst stirbt der Motor ab. Das gleiche Phänomen konnten wir bereits beim Subaru Outback Diesel feststellen. Zur Ehrenrettung sei allerdings hinzugefügt, dass man nach einiger Zeit die richtige Dosis im Fuß entwickelt. Bei der Beschleunigung zeigt der 150 PS starke Selbstzünder im Impreza wahre Sportqualitäten, der nominelle Beschleunigungswert von 8,6 Sekunden auf Tempo 100 erscheint glaubhaft. Mit dazu trägt auch das Sechsgang-Schaltgetriebe bei, welches in den ersten fünf Stufen kurz übersetzt ist. Zwiespältig ist der Griff zum Knüppel in der Mitte: Zwar rasten die Gänge sauber ein, doch die Wege sind recht lang. Eine Automatik soll ab 2010 als Alternative bereitstehen. Highlight unter der Haube Für ein sehr sicheres Fahrverhalten sorgt der serienmäßige permanente Allradantrieb, lediglich die Lenkung arbeitet etwas zu indirekt. Der Boxer-Diesel ist ein echtes Meisterstück: In Sachen Laufruhe setzt der Selbstzünder die aktuelle Referenz, selbst Tempo 100 sind im vierten Gang bei 2.500 Umdrehungen entspannt fahrbar. Freunde der Marke Subaru werden sich zudem über die dezente Boxer-Note beim Beschleunigen freuen. Wie leise der Motor ist, zeigt sich auch dran, dass wir bei niedrigem Tempo die Windgeräusche bewusst wahrgenommen haben.

Besondere Position auf dem Markt Was kostet nun der Wohlklang aus Japan? Subaru ruft für den Impreza 2.0D in der einzig erhältlichen Ausstattung "Active" einen Preis von 24.990 Euro auf. Damit ist er 2.200 Euro teurer als das gleich starke Benziner-Modell, aber dafür mit 5,8 Liter im Durchschnitt knapp drei Liter sparsamer. Die Serienausstattung lässt kaum Wünsche offen, sie umfasst unter anderem eine Berganfahrhilfe, eine Klimaautomatik und ein CD-Radio. Zudem entlässt Subarus Prachtstück seine Abgase durch einen geschlossenen Partikelfilter. Vorteilhaft für die Karriere des Diesel-Impreza ist die überschaubare Konkurrenz. Ebenfalls noch recht neu ist der VW Golf 2.0 TDI 4Motion. Er kostet mit fünf Türen und 140 PS in der Comfortline-Ausstattung 26.695 Euro. Neues Einstiegsmodell mit Frontantrieb Am unteren Ende ergänzt mit dem Impreza 1.5 RF eine neue Basisausführung das Angebot. Die Besonderheit ist der für Subaru ungewöhnliche Frontantrieb, erkennbar durch den Buchstaben "F" in der Modellbezeichnung. Jens Becker, Geschäftsführer von Subaru Deutschland, erklärt den Schritt mit der Anpassung an die Marktbedürfnisse: "Die öffentliche Wahrnehmung des Allradantriebs als zu teuer, zu schwer, zu durstig hat einen durchschlagenden Erfolg auf breiter Front bisher verhindert." Mit spitzem Bleistift kalkuliert Subaru stellt heraus, dass man bei der Preisgestaltung mit spitzem Bleistift gerechnet hat. Wo gespart wurde, bemerkt man schon beim Einsteigen: Der Türgriff ist in schwarzem Kunststoff gehalten, im Innenraum bestehen Lenkradkranz und Schaltknauf aus schlichtem Hartplastik. Sehen lassen kann sich aber die Serienausstattung der einzig lieferbaren Version namens Active. Neben sechs Airbags gibt es eine CD-Audioanlage, elektrisch verstellbare Außenspiegel und sogar eine Klimaautomatik.

Sparen an der Sicherheit Weniger gut ist die Tatsache, dass das bei Subaru VDC genannte ESP nicht einmal gegen Aufpreis im Einstiegs-Impreza zu haben ist. Ein weiteres klares Manko ist die Ausrüstung mit Trommelbremsen an der Hinterachse. In Kurven kündigt das Fahrzeug bei zu starkem Gasgeben ein Untersteuern an, indes dürfte eine solche Situation im Normalfall selten vorkommen. Dennoch: An der Sicherheit darf nicht gespart werden, ein ESP sollte in dieser Fahrzeugklasse zur Serienausstattung gehören, zumal es sich auch positiv beim Wiederverkauf auswirkt. Reisen statt rasen Unterwegs zeigt sich, dass der 1,5-Liter-Benziner mit seinen 107 PS eine gelassene Gangart bevorzugt. Möchte man schnell vorankommen, sind hohe Drehzahlen erforderlich, als Folge erhebt das Aggregat trotz Boxerprinzip recht kernig seine Stimme. Der Blick auf die nackten Zahlen bestätigt den Eindruck: Das maximale Drehmoment von 142 Newtonmeter liegt bei 3.200 Umdrehungen an, Tempo 100 ist nach 13,2 Sekunden erreicht. Die Kraftübertragung erfolgt über ein etwas teigiges Fünfgang-Schaltgetriebe, optional ist eine Vierstufen-Automatik erhältlich. Mit einem Durchschnittsverbrauch von 7,3 Liter liegt der Fronttriebler übrigens nur 0,2 Liter unter der Allradvariante. Sonderangebot von Subaru Subaru möchte für den Impreza 1.5RF einen Preis von 16.490 Euro haben, die Automatik kostet 1.400 Euro und die Allradversion 2.000 Euro Aufpreis. Zieht man diverse Produkte der Konkurrenz als Vergleichsbasis heran, zeigt sich die Preiswürdigkeit des Japaners: Kia möchte für einen Cee'd 1.4 EX mit 109 PS und Klimaanlage 17.380 Euro haben, der klimatisierte VW Golf 1.6 Trendline mit 102 PS und fünf Türen ist zu einem Preis von 18.245 Euro erhältlich. Beide verfügen jedoch serienmäßig über ein ESP. Sollte der elektronische Aufpasser noch mit an Bord kommen, könnte der Impreza 1.5RF zu einem interessanten Knaller-Angebot in der Kompaktklasse werden. Bis zum 31. März 2009 schenkt Subaru übrigens allen Neuwagenkäufern für vier Jahre die Kfz-Steuer.
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Technische Daten
Antrieb:Allradantrieb permanent
Anzahl Gänge:6
Getriebe:Schaltgetriebe
Motor Bauart:Boxer-Diesel mit Common-Rail-Direkteinspritzung
Hubraum:1.998
Anzahl Ventile:4
Anzahl Zylinder:4
Leistung:110 kW (150 PS) bei UPM
Drehmoment:350 Nm bei 1.800 - 2.400 UPM
Fazit
Der Boxer-Diesel im Subaru Impreza schließt überzeugend eine lange offene Lücke im Modellprogramm. Für den Selbstzünder spricht vor allem der exzellente Motor, welcher Maßstäbe in Sachen Laufruhe setzt. Hinzu kommt die Tatsache, dass es im Bereich der Kompaktklasse kaum Konkurrenz bei allradgetriebenen Dieseln gibt und sich im Vergleich zu einem VW Golf über 2.000 Euro sparen lassen. Einziges Manko ist die fehlende Automatik, allerdings wird daran bereits gearbeitet.
Testwertung
4.0 von 5

Quelle: auto-news, 2009-02-05

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