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Testbericht

Stefan Grundhoff, 5. Juli 2011
Wem der DB9 zu komfortabel und der DBS zu kompromisslos ist, findet in der Aston-Martin-Produktpalette ab sofort seinen leibhaftigen Traumwagen: den Virage.

Die Buchstabenkombination „DB“ kann man zumindest kurzzeitig einmal getrost vergessen. Aston Martin versucht es mit dem Produktnamen „Virage“ um den Unterschied zu seinen optisch nahezu identischen Brüdern DB 9 und DBS entsprechend zu verdeutlichen. Wie schon bei seinem Design haben die Briten auch bei der Nomenklatur ein feines Händchen. Virage hört sich nicht nur betörend schön an, es zeigt mit seiner Bedeutung als „Kurve“ oder „Biegung“ auch eine Eigenschaft, die der 1,8 Tonnen schwere Brit-Bolide nahezu perfekt beherrscht. Denn gerade in lang gezogenen Kurven und auf großzügig geschnittenen Bergstraßen spielt der Aston Martin Virage sein grandioses Fahrgefühl am eindrucksvollsten aus. Auf trockener Straße bringt er seine 497 V12-PS in einer Art und Weise auf die Straße, dass es einem immer wieder den Atem verschlägt. Am besten, man lässt die präzise abgestufte Sechsgang-Automatik im Sportmodus autonom ihre Arbeit verrichten und schert sich ausschließlich um die Landschaft und den Gegenverkehr. Auf feuchter oder gar nasser Strecke sieht das schon anders aus. Hier hat der Virage immer wieder Probleme seine Urgewalt auf den Asphalt zu bannen. Besonders dann würde man sich einen Allradantrieb neuester Bauart wünschen, der den exzellenten Fahrwerksauftritt mit variabler Kraftverteilung in noch höhere Dimensionen erheben würde.

Der Virage ist bei Aston Martin keinesfalls unbekannt. Bereits Ende der 80er und Anfang der 90er Jahre war der Virage die Krone der Aston-Martin-Schöpfung. Als man nach einem imageträchtigen Lückenfüller zwischen Grand Tourismo und Supersportwagen suchte, war der Name schnell gefunden. Fahrdynamisch orientiert sich der Virage besonders im Sportmodus angenehm am Topmodell DBS. Seine Lenkung ist präzise und die Bremsen haben keinerlei Mühe, den britischen Koloss im Zaum zu halten. Die breite Spur, der lange Radstand und die Positionierung des V12-Triebswerks auf und hinter der Vorderachse sorgen für eine vorbildliche Gewichtsverteilung. Doch sein Gewicht kann der Virage auch so nicht vollends überspielen – im Gegenteil. Trotz gewaltiger V12-Power spürt man die 1,8 Tonnen zunehmend mit immer kleiner werdenden Kurvenradien.

Die Fahrleistungen sind so beeindruckend, wie man es von einem Aston Martin erwartet. Damit der Virage beim Zahlenvergleich nicht allzu sehr am DBS kratzt, blieb die Motorleistung mit 497 PS knapp unter 500er-Marke und auch die Höchstgeschwindigkeit von 299 km/h verheimlicht mehr als sie zeigt. Die 15 Liter Normverbrauch belegen ganz nebenbei, dass der 4,70 Meter lange Aston auf gängige Effizienzmaßnahmen weitgehend verzichtet und seine Insassen stattdessen nicht nur mit 570 Nm maximalem Drehmoment, sondern auch mit einem phantastischen Klang betört. Wer fährt damit nicht immer wieder gerne zum Tankwart seines Vertrauens?

Im Innenraum offenbart such das Luxuscoupé so klassisch und so kühl wie seien Brüder. Die Sitzposition in dem edlen Ledergestühl dürfte nicht nur für groß gewachsene Insassen etwas niedriger sein und das Lenkrad lässt sich nicht weit genug nach oben verstellen. Das einzige was wirklich nervt, sind partiell preiswerte Schalter und Bedienelemente, die man bereits von Fahrzeugen der Marken Jaguar oder Ford kennt. Passt nicht in ein Fahrzeug, das als Basispreis schmucke 190.000 Euro aufruft.
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Testwertung
4.5 von 5

Quelle: Autoplenum, 2011-07-05

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