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Testbericht

Peter Weißenberg/SP-X, 31. Januar 2014

Dass ein Vorstandschef persönlich einen neuen Transporter seiner Marke enthüllt, kommt eher selten vor; mangels Glamour: Diese Fahrzeugklasse sieht eben in der Regel eher nach Lastesel als Lifestyle aus – und im Inneren nach Schubkarre und Farbeimer statt Showtime und Festplatten-Navigation.

Aber hier steht Dieter Zetsche – und strahlt mit seiner neuen V-Klasse um die Wette. Der CEO des Daimler-Konzerns enthüllt persönlich in München den Nachfolger des Viano, der ab 6.März für mindestens 42.900 Euro zu kaufen sein wird. Seine Botschaft: Die V-Klasse ist für Mercedes eine Zeitenwende in diesem Segment. „Platz ist Luxus – das sieht man hier in der Stadt mit den teuersten Mieten Deutschlands“, so Zetsche. Aber Luxus ist eben mehr als nur Platz.

Die Schwaben wollen darum bereits in der Einstiegsvariante sicht-, spür- und hörbar aller Pkw Ende bieten; oberes Ende nämlich. Verströmte der Viano bei aller optischen Verschönerung immer auch das Hartplastikflair des gewerblichen Brudermodells Vito, so soll die V-Klasse unverfälscht Ambiente und Bedienkonzept von A- bis S-Klasse ausstrahlen.

Von Außen betrachtet gibt es indes eine Grenze: Schließlich bekommt auch die V-Klasse ihren Handwerker-Verwandten, wie dieser entweder 4,90; 5,14 oder 5,37 Meter lang und stets 1,88 Meter hoch. Und für den sind hinter dem Fahrersitz hoch beladene Europaletten das Maß aller Dinge. Noch so schön chrombeplankt bleibt auch die V-Klasse darum vor allem von der Seite ein Kastenwagen.

Die Front aber glänzt im Rückspiegel mit dynamisch in die Flanken gezogenen Scheinwerfern und klassischem Kühlergrill. Macht im Rückspiegel auf der Autobahn was her. Leistungsstufen bis zu 190 PS des 2,1-Liter-Diesels sorgen dafür, dass das Heranrauschen auch zackig vonstatten geht. 440 Newtonmeter Drehmoment sollten die Zeit bis zur 206-Stundenkilometer-Spitzenmarke in der höchsten Ausbaustufe des einzig verfügbaren Motors schnell vergehen lassen. Diesen 250 Bluetec wird es nur mit der Siebengang-Automatik geben, die beim 200 CDI (136 PS, 330 Nm Drehmoment, 183 km/h) und 220 CDI (163 PS, 380 Nm, 194 km/h) Option ist. Mehr als 6,1 Liter Sprit sollen im Drittelmix bei keiner der drei Ausbaustufen anfallen. Service-Intervalle nur alle 40.000 Kilometer tragen zu überschaubaren Betriebskosten bei.

Richtig Pkw-like geht es im Innenraum zu. Die Instrumententafel ist ein Hingucker. Ober- und Unterteil werden durch ein elegant geschwungenes Zier-Panel unterteilt, das Cockpit-Oberteil kann der Kunde sogar in Leder mit schicken Ziernähten ordern. Auch den Dreh-Drück-Steller für Multimedia und Navi sowie das bis zu 8,4 Zoll große Touchscreen kennt der Pkw-Fahrer aus einer A- oder C-Klasse. Sehr bequeme Einzelsitze, die sich vielfach klappen, neigen, verschieben und drehen lassen, sind dagegen V-Klassen-exklusiv bei der Stern-Marke. Bei 30 Kilo Gewicht ist der Ausbau allerdings eine Aufgabe für die ganze Familie.

Die V-Klasse ist mit einer Armada von Fahrerassistenzsystem bestückbar. Automatisch abstandhaltender Tempomat, Verkehrs-Zeichen-Assistent, aktiver Einpark-Assistent – das Schlachtschiff soll so aufgerüstet ein flotter Kreuzer werden. Serienmäßig gibt es ein System, das vor Übermüdung und Unaufmerksamkeit warnt - und den höchst sinnvollen Seitenwind-Ausgleich durch gezielte Bremseingriffe an Vorder- und Hinterrad.

Wie die Soundanlage ist jetzt auch die Klimaautomatik Thermotronic auf S-Klasse-Niveau – gegen Aufpreis bietet sie drei verschiedene Belüftungseinstellungen für mehr oder weniger Luftschwall, schaltet im Tunnel automatisch auf Umluft und klimatisiert je nach Sonnenstand Fahrer und Beifahrerseite unterschiedlich. Die Fond-Passagiere können ihre Temperaturen selbst auswählen.

Serienmäßig verfügt jeder V ab Reihe Zwei über vier Einzelsitze, der Kunde kann aber auch zwei Dreiersitzbänke oder viele andere Konfigurationen ordern – so wie auch eine zweite Schiebetür links. Ein Riesen-Panorama-Schiebedach kommt später – so wie Benzinmotoren für die USA.

Sehr pfiffig, gerade in engen Parklücken: Die Heckscheibe kann separat hochgeklappt werden. Der kleine Zwischenboden mit zwei eingebauten faltbaren Einkaufskörben ist durch die kleine Klappe leicht und mit bis zu 50 Kilo zu beladen. Die riesige Heckklappe gibt eine angenehm niedrige Ladekante frei - auch elektrisch. Gegen Aufpreis.

Zu allen Preisen übrigens wollen Zetsches Mannen erst im März Genaueres sagen. Dann wird die V-Klasse auch im Fahrbetrieb beweisen dürfen, ob sie mit Fahrdynamik-Programm sogar sportliche Gefühle vermittelt. Aus dem Stand ist sie aber bereits ein Wohnraum mit Pkw-Eigenschaften geworden – und soll so vor allem dem beliebten VW-Multivan mehr Paroli bieten als bisher. Zetsche setzt darauf, dass sich gerade die Großfamilie, Freizeitsportler und Fans rollender Büros für den neuen Daimler begeistern lassen werden. Wie beim Erzrivalen VW Multivan wird es übrigens auch in der V-Klasse optional einen Allradantrieb geben. 

Lebewohl Viano: Mit dem Nachfolger des Transporters will Mercedes das Fahrzeug zum größten Pkw der Marke aufwerten. Als V-Klasse wird das schon im Namen deutlich – und vor allem das Innenleben belegt diesen Anspruch.

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Fazit
Lebewohl Viano: Mit dem Nachfolger des Transporters will Mercedes das Fahrzeug zum größten Pkw der Marke aufwerten. Als V-Klasse wird das schon im Namen deutlich – und vor allem das Innenleben belegt diesen Anspruch.

Quelle: Autoplenum, 2014-01-31

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