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Testbericht

Mario Hommen/SP-X, 13. Dezember 2016

Waren die ersten beiden A-Klasse-Generationen noch Hochdach-Aliens, schmiegte sich die Ende 2012 eingeführte dritte Generation mit klassischer Kompakt-Karosserie ganz wunderbar ins Mercedes-Portfolio ein. Als eine seither ernstzunehmende Alternative zum BMW 1er legte der kleinste Benz eine steile Karriere hin, die auf dem Gebrauchtmarkt ihre Fortsetzung findet. Auf den einschlägigen Online-Portalen tummeln sich viele tausend gebrauchte A-Klassen vom Typ W176 zu bemerkenswert hohen Preisen. Im Gegenzug bekommt der Gebrauchtkäufer dafür ein Auto, das entsprechend viel Gegenwert bietet.
 
Karosserie und Innenraum: Wie schon angedeutet, hat sich die A-Klasse in ihrer dritten Ausgabe vom nutzwertorientierten Van-Zuschnitt verabschiedet. Während die 4,30 Meter lange, stets fünftürige Karosserie den vorderen Gästen ein gutes Platzangebot bietet, ist der Fond etwas eng geschnitten. Der Kofferraum ist mit 341 Litern ausreichend groß, doch reicht es bei umgelegter Rückbanklehne für lediglich 1.157 Liter. Ein Golf bietet jedenfalls mehr Nutzwert. Angesichts der wuchtigen C-Säulen schränkt die A-Klasse zudem die Sicht nach hinten ein, weshalb man als Gebrauchtkäufer gut beraten ist, nach Exemplaren mit Rückfahrkamera zu suchen. Apropos Ausstattung: Die Möglichkeiten sind sehr vielfältig, weshalb auch der Qualitätseindruck des Innenraums stark variieren kann. Üppig ausgestattet kann die A-Klasse sehr edel sein, während die Basisversion vergleichsweise nüchtern daherkommt.
 
Motoren und Fahrwerk: Auch bei den Antrieben ist der Markt der Möglichkeiten vielfältig. Der mit Abstand am häufigsten angebotene und empfehlenswerteste Motor ist der Benziner A 180 mit 90 kW/122 PS, der ordentliche Fahrleistungen mit mäßigem Verbrauch (um 5,5 Liter) in Einklang bringt. Nicht ganz so spritzig ist der zum Modelljahr eingeführte A 160 mit 75 kW/102 PS. Wer es sportlicher mag, sollte nach den Benzinern A 220 oder A 250 suchen, die serienmäßig über Doppelkupplungsgetriebe und optional über Allrad verfügen. Leistungstechnisch ziemlich abgehoben ist der A45 AMG, der mit 360 respektive 381 PS in knapp über vier Sekunden sprinten und über 270 km/h schnell werden kann. Langstreckenfahrern bietet die A-Klasse alternative eine gute Auswahl an Dieselmotoren im Leistungsspektrum von 90 bis 177 PS. Am genügsamsten ist der A 180 Blue Efficiency mit 3,5 Liter Verbrauch, mit 4,9 Liter am meisten Diesel benötigen A 200d und 220d, wenn sie denn mit Allrad und Automatik gekoppelt sind.
 
Fahrdynamisch hat die A-Klasse im Vergleich zu ihren Vorgängern deutlich zugelegt, was unter anderem dem niedrigeren Schwerpunkt geschuldet ist. Zugleich zeichnet sich das Kompaktmodell durch einen hohen Fahrwerkskomfort aus. Lediglich bei Modellen mit Sportfahrwerk, wie etwa der AMG-Version, kommt etwas Härte ins Spiel. Eine feine Lenkung und souveräne Bremsen runden das dennoch erfreuliche Fahrwerkskapitel positiv ab.
 
Ausstattung und Sicherheit: Bereits in der Basisversion bietet die A-Klasse einige Nettigkeiten, was man von einem mindestens 25.000 Euro teuren Auto allerdings auch erwarten sollte. So sind Klimaanlage, Audiosystem und Multifunktionsdisplay immer an Bord. Besonders vorbildlich ist die A-Klasse bei der Sicherheitsausstattung, die viele Airbags und alle wichtigen elektronischen Helfer umfasst. Kleiner Wermutstropfen: Der stets serienmäßige Kollisionswarner kann erst ab dem Modelljahr 2016 eine Notbremsung auch selber einleiten.
 
Qualität: Nicht nur bei Ausstattung, Antriebe und Komfort bietet die A-Klasse Top-Niveau, auch bei den Langzeitqualitäten hat sie die Nase vorne. Der TÜV Report 2017 kürte den Benz gar zum Zuverlässigkeits-Sieger unter den Kompakten. Ärger bereitet das Auto bislang nicht, wenn man von Kleinigkeiten absieht. Die Mängelquote bei den TÜV-Checks ist weitaus geringer als im Klassendurchschnitt. Auch in den von Autobild und Auto Motor Sport durchgeführten 100.000-Kilometer-Dauertests glänzte der Sternträger mit makelloser Weste. Wer maximale Zuverlässigkeit will, ist mit der A-Klasse also über jeden Zweifel erhaben.
 
Fazit
Wer ein möglichst zuverlässiges Kompaktmodell sucht, sollte die Mercedes A-Klasse unbedingt in die engere Wahl nehmen. In Dauertests und im TÜV Report hat der Schwabe bei den Langzeitqualitäten Traumnoten eingefahren. Schnäppchen-Jäger dürften mit der A-Klasse hingegen ein Problem haben: Selbst für ältere Exemplare mit hoher Laufleistung sollte man derzeit noch mit mindestens 15.000 Euro rechnen. Andere Kompakte bekommt man für dieses Geld bereits neu.

Die Mercedes A-Klasse gehört zu den besonders teuren Vertretern der Kompaktklasse. Selbst auf dem Gebrauchtmarkt bleibt das Preisniveau hoch. Ein Grund dafür sind ihre Langzeitqualitäten und die hohe Zuverlässigkeit.

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Fazit
Die Mercedes A-Klasse gehört zu den besonders teuren Vertretern der Kompaktklasse. Selbst auf dem Gebrauchtmarkt bleibt das Preisniveau hoch. Ein Grund dafür sind ihre Langzeitqualitäten und die hohe Zuverlässigkeit.
Testwertung
4.5 von 5

Quelle: Autoplenum, 2016-12-13

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