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Testbericht

27. Oktober 2006
München, 27. Oktober 2006 – Während der Honda Jazz recht oft auf unseren Straßen zu sehen ist, und der Civic in der neuen Version zunehmend die Straßen erobert, ist das Mittelklassemodell Accord auf dem deutschen Markt eher ein Mauerblümchen. Im ersten Halbjahr 2006 steht er in der Mittelklasse-Verkaufsstatistik an Platz 15 – weit hinter den Topsellern VW Passat, Audi A4, BMW 3er und Mercedes C-Klasse. Warum eigentlich? Wir haben den Accord mit dem Zweiliter-Benziner für Sie getestet, um das herauszufinden. Zweiliter: Spurtstark, aber nicht sportlich Der Zweiliter-Vierzylinder hat zwei oben liegende Nockenwellen und eine variable Ventilsteuerung. Seine 155 PS beschleunigen den 1,4 Tonnen schweren Accord in 8,9 Sekunden auf Tempo 100. Das klingt dynamisch, doch wie 155 PS fühlt sich das nicht an. Das mag am Drehmoment liegen, das zwar mit 190 Newtonmetern noch in Ordnung geht, doch erst bei 4.500 Touren anliegt. Zum Vergleich: Der Passat 2.0 FSI stellt seine 200 Newtonmeter schon bei 3.500 U/min zur Verfügung. Sparsam trotz Fünfgang-Schaltung Ein sportliches Talent ist dieser Motor nicht, eher schon ein Leisetreter, denn bis hin zur Höchstgeschwindigkeit, die bei 217 km/h liegt, bleibt es im Innenraum angenehm leise. Und auch als Spartalent kann man den Accord bezeichnen: Den Verbrauch gibt Honda mit 7,8 Litern auf 100 Kilometer an, und wir brauchten mit 8,1 Litern nur wenig mehr. Mit diesem Aggregat paart Honda eine Fünfgang-Schaltung; damit hat der Accord einen Gang weniger als die Konkurrenz. Schalten lässt sich das Getriebe jedoch gut. Wer dies lieber der Technik überlässt, kann für 1.750 Euro eine Fünfgang-Automatik bestellen. Die Lenkung macht ab und zu etwas Kummer. Bei niedrigem Tempo überlässt sie sich allzu bereitwillig Einflüssen des Antriebs und der Fahrbahn. Hier zeigen sich auch die Nachteile des Frontantriebs: Beim Gasgeben zerrt er an der Lenkung.

Fahrwerk als Accord-Highlight Ein durchweg positives Urteil können wir zum Fahrwerk des Accord abgeben. Besonders in Kurven erweist es sich als ungewöhnlich wankstabil. Dadurch kann man viel sportlicher durch enge Kurven fegen, als man es dem eher elegant aussehenden Stufenheckler ansieht. Ein klein wenig hart fühlt sich der Accord zwar an, wenn es über Stock und Stein geht. Auf der Autobahn aber – und darauf kommt es bei einer Reiselimousine wie dem Accord an – liegt das Auto satt und ruhig wie ein Riesentanker. Obwohl man sich mit diesem Untersatz gerade in der Kurve perfekt sicher fühlt, wird seit dem Modelljahr 2006 serienmäßig ein elektronisches Stabilitätssystem mit dem Zweilitermotor kombiniert. Schöne Instrumente Am Cockpit gefallen die elektrochromatisch leuchtenden Instrumente. Das Lenkrad sieht wie immer bei Honda etwas altmodisch aus. Es bietet Tasten für die Fernsteuerung des Audiosystems und mehr. Die Materialien sind in der von uns getesteten Topversion angenehm anzufassen. Die Ledersitze der Topversion gewähren angesichts der geringen Karosserieneigung in der Kurve ausreichend Seitenhalt. Der Fond bietet gerade mal genug Platz für mittelgroße Erwachsene. Mehr Raum vor den Knien als bei den meisten Kleinwagen ist hier nicht. Auch Ablagefächer in den Türen fehlen hinten. Praktisch jedoch: Die Rücksitzlehnen lassen sich umklappen – sogar asymmetrisch geteilt. So kann man auch die neue Gardinenstange transportieren. Der Kofferraum fasst ordentliche 459 Liter. Das ist zwar deutlich weniger als die 565 Liter des VW Passat. Doch misst der auch etwa zehn Zentimeter mehr in der Länge, und Audi A4, BMW 3er und Mercedes C-Klasse bieten nur etwa 460 Liter. Schon ab 23.400 Euro Den Accord 2.0 gibt es in den Ausstattungen Comfort, Sport und Executive. Die Basisversion kostet 23.400 Euro und ist schon recht ordentlich ausgestattet. So gehören sechs Airbags, ESP, elektrische Fensterheber rundum, CD-Radio und eine Zweizonen-Klimaautomatik zur Serienausstattung. Der Preisvergleich zeigt, wie günstig der Accord ist. Den Passat 2.0 FSI gibt es erst ab über 26.000 Euro – bei schlechterer Ausstattung, denn der Passat ist serienmäßig nicht musikalisch, hinten ist Fensterkurbeln angesagt, und statt Klimaautomatik gibt’s nur eine normale Klimaanlage. So ist der Honda ein richtiges Schnäppchen, wenn man ihn mit deutschen Fabrikaten vergleicht.(sl)
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Technische Daten
Antrieb:Frontantrieb
Anzahl Gänge:5
Getriebe:Schaltung
Motor Bauart:Otto-Reihenmotor, DOHC, variable Ventilsteuerung
Hubraum:1.998
Anzahl Ventile:4
Anzahl Zylinder:4
Leistung:114 kW (155 PS) bei UPM
Drehmoment:190 Nm bei 4.500 UPM
Preis
Neupreis: 23.400 €
Fazit
Der Honda Accord verfügt über ein hervorragendes Fahrwerk, das sich auch bei sehr sportlicher Kurvenfahrt oder Fahrfehlern kaum aus der Ruhe bringen lässt. Es ist das Highlight des Stufenhecklers. Doch deswegen ist der Accord noch kein One-Trick-Pony, wie man im englischen Sprachraum sagt, kein Auto mit nur einer einzigen Stärke. Mit dem Zweilitermotor kann man sich anfreunden, auch wenn er trotz 155 PS nicht direkt sportlich wirkt. Untermotorisiert ist man mit dem Aggregat aber nicht, und es ist angenehm leise. Design und Verarbeitung überzeugen auch im Vergleich mit deutschen Premiumherstellern. Verglichen mit den Marktführern in der Mittelklasse ist der Honda außerdem enorm günstig. Dass er so selten gekauft wird, liegt wohl daran, dass in dieser Klasse renommiertere Fabrikate bevorzugt werden – eigentlich schade.
Testwertung
4.5 von 5

Quelle: auto-news, 2006-10-27

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