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Nissan Qashqai SUV Voll-Hybrid 1.5 VC-T 140 kW / 190 PS (seit 2024)

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CARWALK_-_Der_Autoblog
14 Tage
Seit seiner Einführung im Jahr 2007 zählt der Nissan Qashqai zu den erfolgreichsten Vertretern der kompakten SUV-Klasse. Begeistern konnten mich bis heute alle Generationen. Wer mit dem Gedanken spielt, einen Nissan Qashqai e-POWER zu kaufen, sollte gezielt nach der seit Herbst 2025 erhältlichen Antriebsgeneration Ausschau halten. Auch, wenn diese hier leider noch nicht separat gelistet ist. Der technische Fortschritt fällt im Alltag deutlich spürbarer aus, als es die nüchternen Daten auf dem Papier zunächst vermuten lassen. Denn während Nissan beim Design und Innenraum zuletzt bereits kräftig Hand angelegt hatte, konzentrierte sich die Überarbeitung im Herbst 2025 vollständig auf die Technik unter der Haube. Das Wichtigste vorweg: Nissan hat das Grundprinzip des e-POWER-Antriebs nicht verändert, sondern konsequent weiterentwickelt. Der Qashqai bleibt ein serieller Hybrid. Anders als bei klassischen Vollhybriden übernimmt der Benzinmotor niemals direkt den Antrieb der Räder. Stattdessen dient der 1,5-Liter-Dreizylinder-Turbobenziner ausschließlich als Stromgenerator. Den eigentlichen Vortrieb übernimmt jederzeit der Elektromotor. Genau dieses Konzept verleiht dem Qashqai seinen ganz eigenen Charakter. Und das spürt man bereits nach wenigen Metern. Das SUV setzt sich direkt, leise und vollkommen ruckfrei in Bewegung. Es gibt keine Gangwechsel, kein Umschalten zwischen verschiedenen Antriebsquellen und kein typisches Hybridgefühl. Stattdessen erinnert der gleichmäßige Vortrieb deutlich stärker an ein Elektroauto – nur eben ohne Ladekabel und Reichweitenstress. Für die dritte Generation des e-POWER-Systems hat Nissan nahezu sämtliche Kernkomponenten überarbeitet. Herzstück ist ein neuer 1,5-Liter-Turbobenziner, der speziell für den Einsatz als Stromgenerator entwickelt wurde. Hinzu kommt eine neue modulare 5-in-1-Antriebseinheit, welche Motor, Generator, Wechselrichter sowie weitere Komponenten in einem kompakteren und leichteren Gesamtpaket vereint. Besonders viel Entwicklungsarbeit floss in die Optimierung für europäische Autobahngeschwindigkeiten. Genau dort zeigte sich der bisherige e-POWER zwar angenehm souverän, beim Verbrauch aber nicht immer von seiner sparsamsten Seite. Entsprechend deutlich fallen die Verbesserungen aus. Während mein zuletzt gefahrener Qashqai e-POWER je nach Strecke und Fahrstil zwischen 5,5 und 6,5 Litern konsumierte, waren mit dem neuen Antrieb problemlos Einsparungen von bis zu einem Liter möglich. Realistische 4,5 Liter auf 100 Kilometer sind absolut erreichbar. In Kombination mit dem 55-Liter-Tank sind Reichweiten von deutlich über 1.000 Kilometern deshalb nicht nur ein theoretischer WLTP-Wert, sondern auch im Alltag durchaus realistisch. Mit 151 kW (205 PS) liefert der Elektromotor zudem etwas mehr Leistung als bisher. Die bekannte Dauerleistung von 190 PS bleibt erhalten, im Sport-Modus stehen kurzfristig bis zu 205 PS zur Verfügung. Auf dem Papier mag der Unterschied überschaubar wirken, beim Überholen oder beim Beschleunigen aus niedrigeren Geschwindigkeiten heraus reagiert der Qashqai jedoch nochmals etwas spontaner. Viel wichtiger als die nackten Leistungsdaten ist jedoch das Fahrgefühl. Der Qashqai spricht unmittelbar auf Gaspedalbefehle an, stellt sein Drehmoment ohne Verzögerung bereit und beschleunigt angenehm linear. Das bekannte Gummibandgefühl vieler Hybridfahrzeuge bleibt ihm dabei erspart. Gerade im Stadt- und Landstraßenverkehr fühlt sich der Nissan jederzeit kraftvoll und entspannt an. Dazu trägt auch das sogenannte e-Pedal Step bei. Nach der Aktivierung lässt sich der Qashqai über weite Strecken nahezu ausschließlich mit dem Gaspedal fahren. Nimmt man den Fuß vom Pedal, verzögert das Fahrzeug spürbar und gewinnt gleichzeitig Energie zurück. Besonders im Stadtverkehr oder im Stop-and-Go-Verkehr erhöht dies den Fahrkomfort merklich. Unterstützt wird das System durch Autohold, Berganfahrhilfe und eine sanfte Kriechfunktion. Am Ende bleibt genau das, was den Qashqai e-POWER schon bisher von vielen Wettbewerbern unterschieden hat: Er verbindet das entspannte und direkte Fahrgefühl eines Elektroautos mit der Alltagstauglichkeit eines Verbrenners. Mit der dritten Generation des Systems gelingt Nissan dabei der bislang größte Entwicklungsschritt. Der Antrieb arbeitet effizienter, leiser und harmonischer als je zuvor – und macht den Qashqai für mich mehr denn je zur interessantesten Variante innerhalb der Baureihe. Die Verbesserungen des neuen e-POWER-Antriebs beschränken sich nicht allein auf Verbrauch und Effizienz. Auch akustisch hat Nissan spürbar nachgelegt. Einer der wenigen Kritikpunkte am bisherigen System war die mitunter recht präsente Geräuschkulisse des Dreizylinder-Benziners bei kräftigen Beschleunigungsmanövern. Genau an diesem Punkt haben die Ingenieure angesetzt. Bereits nach den ersten Kilometern hinterlässt der neue Qashqai einen deutlich kultivierteren Eindruck. Der Antrieb arbeitet angenehm unauffällig und rückt selbst unter Last wesentlich seltener in den Vordergrund. Gerade auf längeren Autobahnetappen profitiert das Reisegefühl von der verbesserten Geräuschdämmung. Bei Tempo 130 wirkt der Qashqai ruhiger und entspannter als sein Vorgänger, was den ohnehin komfortablen Gesamteindruck zusätzlich unterstreicht. Die Schaltzentrale für das Fahrverhalten befindet sich gut erreichbar in der Mittelkonsole. Über ein Drehrad lassen sich die verschiedenen Fahrmodi anwählen. Neben dem ausgewogenen Standard-Modus stehen unter anderem Eco und Sport zur Verfügung. Während Eco den Fokus auf maximale Effizienz legt, reagiert der Qashqai im Sport-Modus spürbar spontaner auf Gaspedalbefehle. Modelle mit Allradantrieb bieten darüber hinaus zusätzliche Terrain-Programme für Schnee oder unbefestigte Wege. Der von mir gefahrene e-POWER setzt jedoch auf Frontantrieb und konzentriert sich klar auf den Alltagseinsatz auf befestigten Straßen. Dort fühlt sich der Nissan ausgesprochen wohl. Das Fahrwerk präsentiert sich angenehm ausgewogen und findet einen gelungenen Mittelweg zwischen Komfort und Fahrstabilität. Unebenheiten werden sauber absorbiert, ohne dass die Karosserie ins Wanken gerät. Gleichzeitig wirkt die Abstimmung ausreichend straff, um auch auf kurvigen Landstraßen ein sicheres und kontrolliertes Fahrgefühl zu vermitteln. Dazu passt die direkt abgestimmte Servolenkung, die eine ordentliche Rückmeldung liefert und harmonisch mit dem Fahrwerk zusammenspielt. Der Qashqai lässt sich präzise platzieren, ohne dabei nervös zu wirken. Genau diese Ausgewogenheit macht einen großen Teil seines Charakters aus. Er fährt sich entspannt und komfortabel, wenn man ihn gelassen bewegt, vermittelt aber gleichzeitig genügend Vertrauen, um auch einmal etwas zügiger unterwegs zu sein. Ein angenehmer Nebeneffekt der technischen Überarbeitung zeigt sich zudem bei den Wartungskosten. Nissan verlängert die Wartungsintervalle von bisher 15.000 auf nunmehr 20.000 Kilometer. Das reduziert Werkstattaufenthalte und trägt langfristig zu niedrigeren Betriebskosten bei. Unterm Strich bleibt der Nissan Qashqai auch fahrdynamisch seiner Linie treu. Er will kein Sportler sein und muss es auch nicht. Stattdessen überzeugt er mit einer gelungenen Mischung aus Komfort, Souveränität und Alltagstauglichkeit. Eigenschaften, die hervorragend zum Charakter des e-POWER-Antriebs passen.
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