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Testbericht

Sebastian Viehmann, 1. März 2011
Der VW Bulli ist Kult. Kann man so etwas wiederholen? Vielleicht, denn VWs elektrische Neuinterpretation verbindet geschickt Retro-Elemente mit netten Gimmicks für die Generation Facebook.

Da werden böse Erinnerungen wach: Auf den Bänken von Volkswagens Bulli-Studie fühlt man sich im ersten Moment an die gar nicht so gute alte Zeit erinnert. Bequem geht anders, die dürren Lehnen und der piefige Stoffbezug an der Rückseite sind auch nicht gerade der letzte Schrei. Natürlich ist der T1-Bulli Kult, aber manch einer hätte die Camping-Bänke dieses alten Knochens gerne gegen gemütliche Ledersessel eingetauscht.

Dafür ist der neue Bulli ist ein extrem geselliges Auto. Front- und Rückbank sind durchgehend, so dass jeweils drei Personen nebeneinander auf Tuchfühlung sitzen. Weil der Bulli als Elektroauto keinen Schalthebel benötigt, geht dessen ehemaliger Herrschaftsbereich ganz als Fußraum an den mittleren Passagier. Das Cockpit ist ebenfalls ungewohnt, denn statt der heute üblichen aufgeblasenen Mittelkonsole hat der Bulli ein dürres Armaturenbrett ohne jeden Schnickschnack. Der Blick des Piloten ist auf den halbrunden Tacho konzentriert, herkömmliche Schalter gibt es kaum noch.

Ein Steckplatz fürs iPad in der Mitte des Armaturenbrettes ersetzt die üblichen Navigations- und Multifunktionsbildschirme. Nur ein kleines Infodisplay im Tacho bleibt erhalten, das auch mit dem iPad kommunizieren kann. Damit folgt VW dem allgemeinen Trend in Genf, wo sich kaum noch eine Studie ohne Smarthpone-Integration oder ähnliche Features auf die Bühne traut.

Abgesehen davon bleibt der Bulli jedoch aufs Wesentliche reduziert und wirkt als Studie viel praxisnäher als manch andere Van-Konzepte auf dem Genfer Salon. Der 3,99 Meter lange, 1,75 Meter breite und 1,7 Meter hohe Bulli, dessen Seitenansicht ein wenig an den Daihatsu Materia erinnert, ist zudem ein kleines Raumwunder. Abgesehen vom Fahrersitz lassen sich beide Sitzbänke komplett umlegen, dann entstehen 1600 Liter Laderaum. Bei Bedarf bietet der Mikrovan so auch gleich eine Schlafgelegenheit. Was VW-Fans mit einem solchen Interieur alles anstellen können, zeigen sie bei jedem Bulli-Treffen: Von der lauschigen Hippie-Höhle bis zum Werkstattwagen sind der Fantasie keine Grenzen gesetzt.

Optisch verbeugt sich der Bulli mit seiner rot-weißen Zweifarblackierung vor dem berühmten Samba-Bus, auch wenn es statt einzelner kleiner Dachfensterchen nun ein großes Glasdach gibt. Der Heckmotor ist natürlich Geschichte, beim neuen Bulli sitzt der Antrieb vorn und ist elektrisch – zumindest in der Studie. Dank seines Sandwichbodens finden die Lithium-Ionen-Batterien unter dem Passagierabteil ihren Platz. Insgesamt bringt Volkswagens Konzeptfahrzeug 1,4 Tonnen auf die Waage und ist damit für einen Stromer nicht besonders schwer.

Der Elektromotor leistet 85 kW und entwickelt aus dem Stand ein Drehmoment von 270 Newtonmetern. Die Batterie hat eine maximale Speicherkapazität von 40 Kilowattstunden und sollte damit Reichweiten bis zu 300 Kilometer möglich machen. Die Höchstgeschwindigkeit des Mini-Transporters beträgt 140 Km/h, den Spurt von 0 auf 100 Sachen schafft der Stromer in 11,5 Sekunden.

Ob die Bulli-Studie zum Serienmodell entwickelt wird, lässt Volkswagen noch offen. Als Teil der neuen Up!-Modellfamilie würde sich der Wagen jedenfalls gut machen. Der Elektroantrieb ist auch nicht zwingend an Bord. Kleine Benzin- und Dieselmotoren mit 1,0 bis 1,4 Litern Hubraum könnten in dem vielseitigen Mikrovan ebenfalls Platz finden.
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Quelle: Autoplenum, 2011-03-01

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