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Testbericht

13. Februar 2012
Schon die Modellbezeichnung könnte vermuten lassen, dass Peugeot mit diesem Auto etwas Besonderes auf die Räder stellte. Tatsächlich ist bereits in den ersten Sätzen des Pressetextes zum Ereignis von Einmaligem die Rede. Die Betonung liegt auf dem „revolutionären Zusammenspiel von Diesel- und Elektromotor“ beim „ersten Serienfahrzeug der Welt als Full-Hybrid-Diesel“. Das Peugeot-Konzept bringt höchst Widersprüchliches zusammen, indem es „überragende Leistungswerte und vorbildlichen Verbrauch“ zu einer beeindruckenden Einheit werden lässt. Ausgangspunkt des Konzepts ist der Dieselmotor 2.0 HDi FAP, ein Common-Rail-Direkteinspritzer mit Turbolader also, der von vornherein sparsamer mit Kraftstoff umgeht als ein Ottomotor vergleichbarer Größe. Durchaus zu kam dem PSA-Konzern, seine Kompetenz als weltweit größter Dieselmotorenhersteller auch mit einem innovativen Hybrid-Konzept darzustellen. Und schließlich kann Peugeot für sich auch in Anspruch nehmen, jahrzehntelang Erfahrungen mit Elektroantrieben gesammelt zu haben. Die Chronik der Marke erinnert beispielsweise an den elektrisch angetriebenen Zweisitzer, der bereits 1941 in einer Kleinserie gebaut wurde. Schnell war der Kleine nicht, aber mit Tempo 30 konnte er schon bis zu 80 Kilometer weit kommen. Zu vergleichsweise urgewaltigem Elektro-Schub kam es erst in den zurückliegenden zwei Jahrzehnten durch Antriebskombinationen aus modernen Verbrennungs- und kräftigen Elektromotoren. Es entstanden unzählige interessante Concept-Cars, aus denen schließlich auch Hybridvarianten von Serienmodellen entwickelt wurden. Dafür stehen etwa die Hybrid-HDi-Versionen vom Peugeot 307 und 308. Als einen Vorreiter rein elektrischen Antriebs brachte Peugeot den i0n auf den Markt. Der in Serie gefertigte Vorzeigetyp entstand in Zusammenarbeit mit Mitsubishi.Peugeots Hybrid ab 34.150 Euro Von nun an aber gilt der Peugeot 3008 HYbrid4, inzwischen bereits in Großserie gefertigt und ab 34.150 Euro bestellbar, als das Maß aller Dinge. Gerade erlebte das Auto seine nationale Fahrvorstellung in Frankfurt. Auf den ersten Testrunden beeindruckte das überraschend harmonische Zusammenspiel des potenten Dieseldirekteinspritzers (120 kW/163 PS) mit einem drehmomentstarken Elektromotor (27 kW/37 PS). Nicht so recht im Einklang mit der gediegenen Laufkultur des innovativen Antriebs scheint der auffällige Drehzahlhunger der Schaltautomatik zu sein. Erst sanfter Umgang mit dem Gaspedal gibt dem hitzigen „Übersetzer“ Gelegenheit, sich in wohltuender Gelassenheit zu üben. Warum dem Motor vor dem Hochschalten erst nervige Drehzahlhöhen abverlangen? – Das wird angesichts der versammelten motorischen Potenz als einigermaßen überflüssige Übung empfunden. Vier Fahrmodi stehen zur WahlVier Fahrprogramme lassen sich über einen bequem erreichbaren Drehschalter auf der Mittelkonsole wählen: AUTO, ZEV (Zero Emission Vehicle), 4WD, SPORT. In Stellung AUTO (quasi das „Normalfahrprogramm“) wird der vollautomatische, situationsbedingte Wechsel vom Verbrennungs- zum Elektromotor und umgekehrt elektronisch geregelt. Beide Antriebsquellen arbeiten separat, sind also mechanisch nicht miteinander verbunden. Der Dieselmotor übernimmt den Antrieb der Vorderräder, und der im Heck installierte Elektromotor treibt die Hinterräder an. Der Fahrmodus ZEV (rein elektrisches Fahren) macht das Auto also zum Hecktriebler, solange nicht druckvoll Gas gegeben wird. Das funktioniert etwa bis 60 km/h. Wird kräftiger aufs Gaspedal getreten, um schneller zu fahren oder kräftiger zu beschleunigen, schaltet sich automatisch der Dieselmotor zu und die Anzeige am Wahlschalter „springt“ von selbst von ZEV auf AUTO um. Der Fahrmodus 4WD ist nicht identisch mit herkömmlichen Allradantrieben. Zwar arbeiten dann beide Antriebseinheiten gleichzeitig, aber sie bleiben jeweils nur der Vorder- bzw. Hinterachse zugeordnet. Elektronische Steuergeräte berechnen, wie viel Drehmoment auf die Hinterachse entfallen kann. Bei sehr geringer Fahrgeschwindigkeit und einem ausreichenden Maß an Bodenhaftung können die Hinterräder maximal 40 Prozent der Traktion bewältigen. Im SPORT-Modus lässt sich die überlegene Gesamtleistung von 147 kW(200 PS) der beiden Antriebsquellen und ihr geradezu unerschütterliches Drehmoment von zusammen 450 Newtonmetern abrufen. Dem Zusammenspiel entspringt unbändiges motorisches Temperament. Überraschen sollte niemanden, dass sich betont motorsportliches Begehren in erhöhtem Kraftstoffverbrauch niederschlägt. Dem Sparprinzip widerspricht von vornherein das Verlangen, aus dem Stand in 8,5 Sekunden auf Tempo 100 zu kommen und als Höchstgeschwindigkeit 191 km/h zu erreichen. Beides macht der 3008 HYbrid4 möglich. 3,8 Liter reichen dem FranzosenWer Ehrgeiz entwickelt, die versprochene Sparsamkeit dieses Autos persönlich auszuloten, kann das in der Erwartung tun, dass durchschnittlich 3,8 Liter ausreichen, um eine Fahrstrecke von 100 Kilometern zu bewältigen. Peugeot verspricht das in Anlehnung an die Werte, die nach dem EU-Testzyklus ermittelt wurden. Mit wenig mehr, nämlich 4,0 Litern, schafft das eine reichlicher ausgestattete und damit etwas schwerere Version des 3008 HYbrid4. Generator als BremseIm emissionsfreien ZEV-Modus lässt sich der Hybrid-Peugeot rund vier Kilometer weit bringen; unter günstigen Fahrbedingungen. Rein elektrischer Vortrieb lässt eine Geschwindigkeit von bis zu 60 km/h zu. Eine Anzeige am Armaturenbrett vermittelt dem Fahrer, welche Energie verbraucht und wie viel in Brems- bzw. Schubphasen zurückgewonnen wurde. Ist der Elektromotor an der Hinterachse nicht am Vortrieb beteiligt, verwandelt er sich im Schubbetrieb (Gas weg, Bremsvorgänge) zum Generator, indem er kinetische Energie in elektrische Energie umwandelt, die der Nickel-Metallhydrid-(„Fahr“-)Batterie zugeführt wird. In solchen Rekuperationsphasen geht vom Generator ein deutlich wahrnehmbarer Bremseffekt aus, der im Fahrbetrieb sogar häufiger den Einsatz der Fußbremse entbehrlich macht. Geschmeidiger DieselstartUnterstützt wird der Wechsel vom Diesel- zum Elektroantrieb von Peugeots STOP&START-System der neuesten Generation. Ein Starter-Generator schaltet den Verbrennungsmotor in Standphasen des Autos oder im Elektrobetrieb auf „Stand-by“ und bei Bedarf wieder zu. Das geschieht sehr geschmeidig, keineswegs ruppig, was man beim „An“ und „Aus“ eines Selbstzünders eigentlich befürchten könnte.Hybrid mit Allure-AusstattungDas Interesse an den technischen Raffinessen eines Peugeot 3008 Hybrid4 drängt dessen automobile Erscheinung ein wenig in den Hintergrund. Dabei macht das 4,36 Meter lange Auto eine passable Figur, seine Inneneinrichtung ist attraktiv, das Raumangebot beachtlich. Die innovative Hybrid-Variante orientiert sich an der anspruchsvollsten Ausstattungslinie des Modells 3008 („Allure“), das in vielen Details Oberklasse-Anspruch erheben kann. Hybrid4 verbinde „das technisch Beste aus mehreren Welten“, wirbt Peugeot für den innovativsten Spross der Löwen-Züchtung. Für Autoanwärter vielleicht Grund, sich einmal näher mit dem bislang konkurrenzlosen Full-Hybrid-Diesel zu befassen. (Auto-Reporter.NET/Wolfram Riedel)          
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Quelle: auto-reporter.net, 2012-02-13

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