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Testbericht

18. November 2010

Heute stellen wir den Volkswagen Scirocco R vor. 1974 war ich zufällig auf dem Nürburgring zur Premierenfeier VW Scirocco eingeladen. Jetzt 36 Jahre später treffe ich seinen Enkel.

Der Gentleman mit Dampf
Manche sagen der Volkswagen Scirocco ist „nicht Fisch nicht Fleisch”. Er hat so gar nichts von seinem Gegenspieler Ford Focus RS, den wir hier bereits vorgestellt haben. Der VW Scirocco der aktuellen Generation ist eher der unauffällige Gentleman, der sein R gar nicht so zur Show stellen will.

War früher der GTI das Maß aller Dinge, legt Volkswagen mit dem “R” noch eine Schippe drauf. Auf Basis des Volkswagen Eos haben die Designer dem Volkswagen Scirocco R hinten mächtige Radkästen spendiert, um die 235er 19 Zoll-Reifen (Sommer) unterzubringen. Unser “R” ist von Volkswagen mit einem 6-Gang Doppelkupplungs-Getriebe (DSG) ausgestattet und im Automatik-D-Modus merkt man die 265PS gar nicht. Er rollt nahezu lautlos durch den Ortskern. Kein Mensch dreht sich um.

Nach dem Verlassen des Ortsschildes der erste Sprint. Der Scirocco R schiebt kraftvoll an und jetzt kommt auch das Jubeln aus den beiden gar nicht so “unscheinbaren” Endrohren. Der Ford Focus II RS soll den Sprint bis 100 km/h in nur 5,9 Sekunden bewältigen. Der “R”, obwohl PS-mäßig etwas schwächer, soll, so die Kollegen von der “Autozeitung“,  sogar noch 2/10 schneller sein. Der Volkswagen Scirocco R mit DSG-Getriebe startet bei 35.775 Euro.

 

Der Volkswagen Scirocco R macht einfach Spaß. Er lässt sich im Automatik-Modus schön leise und brav bewegen und wird im Sport-Modus zum “Biest”. Was will man mehr?

Das DSG-Getriebe als Multitalent
Eigentlich bin ich kein Automatik-Getriebefahrer. In Amerika ja, aber da gibt es ja eh kaum eine Chance auf einen Schaltwagen. Den ersten Wagen, den ich mit Tiptronic gefahren bin, war ein Porsche 993 4S mit 275 PS. War schon schön, aber wer braucht die Schaltpaddel?

Das DSG-Getriebe hat mich überzeugt. Einmal, weil man im Normal-Modus so schön bummeln kann. Wenn man will, kann man blitzschnell über die Schaltpaddels am Lenkrad eingreifen, rechts hoch, links runter schalten. Wenn man es krachen lassen will – und wer einen “R” mit 265 PS ordert, hat natürlich manchmal diese Ambitionen, der schaltet mal um in den Sportmodus. Jetzt kommt Bewegung ins Spiel und der Fahrer starrt fasziniert auf den Drehzahlmesser: Geschaltet wird immer erst kurz vor dem roten Bereich.

Noch mehr Spaß macht aber das manuelle Schalten. Kennen wir auch schon vom Mercedes-Benz Vito. Den Wählhebel kurz nach rechts und schon kann man die Gänge nur so nachlegen. Auch geübte Rennwagenfahrer können mit einer “normalen” H-Schaltung oder mit einer Kulisse (Audi R8) da nicht mithalten. Akustisch macht der R dann mächtig Spaß, weil er jeden Gangwechsel mit einem satten Ausblasen quittiert. Mit 350 Nm Drehmoment (2500 – 5000 1/min) hat der “R” mit den 1.419 Kilogramm Leergewicht kein Problem und hat genügend Reserven beim Überholvorgang.

Alltagstauglich?
Beantworte ich mit einem klaren ja. Selbst hinten können zwei Erwachsene eine zeitlang sitzen. Der Kofferraum ist natürlich nicht mächtig, aber durch die Linienführung ziemlich tief (312 – 1006 Liter). Außerdem lassen sich die Rücksitze (50/50) schnell und bequem umklappen.

Mit etwa 55 Liter Tankinhalt bedeutet das bei flotter Fahrweise, dass man alle 550 Kilometer an die Zapfsäule muss. Natürlich möchte der “R” lieber SuperPlus “schlürfen”, aber auch mit Super kann man, wenn man moderat unterwegs sein will, sicher ans Ziel kommen. Wir werden testen, ob der “R” sich auch sparsam bewegen lässt.

Die Ledersportsitze sind beim Scirocco “R” mit 2.095 Euro kein Schnäppchen, aber bei so einem Auto fast schon Pflicht. Natürlich ist die Sitzheizung serienmäßig.

Wer sich einen 265PS-Sportwagen kauft, wird sicherlich nicht deshalb langsam fahren, um Kraftstoff zu sparen. Dennoch ist es gut zu wissen, dass man, wenn man moderat und ohne Stress ans Ziel kommen will, dies auch sparsam realisieren kann.

Fazit
Der Volkswagen Scirocco R ist ein Auto, dass von Tag zu Tag mehr Spaß macht. Er hat eine ausgesprochen hohe Alltagstauglichkeit. Der Spritverbrauch ist angemessen. Ich bleibe dabei: Für mich ist der Volkswagen Scirocco R ein Gentleman, der, wenn er losgelassen wird so manchen “Gegner” auf der Straße alt aussehen lässt.

Fotos © Redaktionsbüro Kebschull

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