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Testbericht

24. Mai 2016
Barcelona (Spanien), 25. Mai 2016

Wenn der Italiener "in un baleno" sagt, dann meint er "blitzschnell". Wie schnell das nun genau ist, hängt sicher von der Art des Italieners ab, von der Tageszeit, der Temperatur und so fort. Wenn wir hier "in einem Baleno" sagen, dann meinen wir, dass wir im neuen Suzuki-Kleinwagen unterwegs waren. Wir haben den am 4. Juni 2016 startenden, neuen Polo-Konkurrenten getestet und herausgefunden, ob er tatsächlich so schnell ist, wie der Name nahe legt.

Zwei Motoren
Der stets fünftürige Baleno ist mit knapp vier Meter Länge der große Bruder des elf Zentimeter kürzeren Swift. In dem neuen Suzuki wird neben dem bekannten 1,2-Liter-Vierzylinder mit 90 PS ein neu entwickelter 1,0-Liter-Turbobenziner mit drei Zylindern angeboten. Der 111 PS starken Direkteinspritzer, ein Verwandter des 1.4 Boosterjet aus dem Vitara, steht mir für unseren Test zur Verfügung.

Anzeige für die g-Kräfte
Innen im Auto empfängt mich ein schwarzes Cockpit mit silbernen Akzenten. Die Materialien sind nicht hinterschäumt, und besonders die Plastikteile im Metall-Look wirken wenig wertvoll. Aber der Bereich um das Display in der Mittelkonsole strahlt mit seinem schwarzen Pianolack eine gewisse Eleganz aus, und die blauen Instrumentenskalen sind ein weiteres Plus. Eine nette Besonderheit ist auch das Farbdisplay dazwischen, das nicht nur Fahrdaten wie Verbrauch und dergleichen anzeigt, sondern auch Grafiken für Drehmoment, Leistung sowie Quer- und Längsbeschleunigung.

Gutes Beschleunigungsgefühl
Braucht man in einem Kleinwagen eine Anzeige für die auf den Fahrer einwirkenden g-Kräfte? In einem normalen Kleinwagen vielleicht nicht, aber in einem Suzuki mit dem Namen Blitz vielleicht? Mal sehen. Ich starte den Motor per Knopf und fahre los. Dank Turbo beschleunigt das Auto gut aus dem Drehzahlkeller heraus - gar kein Vergleich zu den Saugbenzinern, auf die sich Kleinwagenkäufer lange beschränken mussten. 170 Newtonmeter sind schon recht ordentlich, auch wenn etwa Audi im A3 1.0 TFSI aus dem gleichen Hubraum 250 Newtonmeter holt. Akustisch erfreut der Dreizylinder bei starkem Gaseinsatz ab etwa 4.000 Touren durch einen knurrigen, tiefen Ton, der richtig nach Motorsport klingt. Dieses Drehzahlniveau könnte auf deutschen Autobahnen durchaus öfter erreicht werden, wenn man sich mit den fünf Gängen an die Spitze von 200 km/h herantastet.

Weiches Fahrwerk, wenig Halt in den Sitzen
Wenig zum stürmischen Temperament des Baleno passt das weiche Fahrwerk. Zusammen mit den haltlosen Sitzen ergibt sich dadurch für die Frontinsassen oft eine erhebliche Schräglage, gerade wenn man auf den Serpentinen rund um das Montserrat-Massiv bei Barcelona unterwegs ist. Mich stört auch, dass ich auf dem nicht höhenverstellbaren Beifahrersitz schon auf das oberste Fünftel der Frontscheibe gucke - ich sitze zu hoch.

Viel Platz in Fond und Kofferraum
Ansonsten ist das Innenraumangebot eine Stärke des Baleno. Im Fond ist die Beinfreiheit für diese Klasse überragend, über dem Kopf ist sie immerhin klassentypisch. Der 355 bis 1.085 Liter große Kofferraum liegt im Konkurrenzvergleich ebenfalls gut, auch wenn der Rekord des Honda Jazz (354 bis 1.314 Liter) nicht wirklich gefährdet ist.
 
Eher mittelprächtiger Normverbrauch
Nicht ganz so gut schneidet der Baleno in puncto Sprintwert und Normverbrauch ab: Mit 11,4 Sekunden fährt er den meisten Konkurrenten hinterher. Und 4,5 Liter sind zwar nicht viel, aber im Vergleich zur Konkurrenz nur mittelprächtig. Ein Start-Stopp-System würde helfen. Laut Bordcomputer brauche ich trotz bergigem Fahrprofil und zügiger Fahrweise 5,8 Liter, also etwa 30 Prozent mehr - nach meinen Erfahrungen würde ich hinzufügen: "nur" 30 Prozent mehr.

Der leichteste Kleinwagen auf dem Markt
Der nicht rekordverdächtige Normverbrauch ist umso erstaunlicher, als der Baleno mit 980 Kilo der leichteste Kleinwagen auf dem Markt ist. Schon Nummer zwei, der Mazda 2 mit 115-PS-Benziner, wiegt fast 100 Kilo mehr. Möglich macht das die "New-Generation Platform" von Suzuki mit ihrer optimierten Struktur und hochfesten Stahlsorten. Wirft man eine Fondtür ins Schloss, merkt man dem Auto diese Leichtbauweise an. Nicht unbedingt dieser Leichtbauweise zuzurechnen ist jedoch das EuroNCAP-Crashtestergebnis: drei von fünf Sternen für den Basis-Baleno klingen nicht so toll. Allerdings haben die Crashexperten die Anforderungen auch immer wieder verschärft, gerade elektronische Assistenten werden immer wichtiger. Mit dem optionalen Antikollisionssystem ausgerüstet, erhält der Baleno schon vier Sterne. Auch hier wurde aber eine nicht optimale Entfaltung des Vorhangairbags bemängelt.

Hoher Basispreis
Ein wunder Punkt beim Baleno 1.0 Boosterjet ist der Preis. Der fällt mit 17.990 Euro schon arg hoch aus. Das liegt aber daran, dass es das Auto zum Start nur in der Topausstattung Comfort gibt - mit jeder Menge Sachen, die Kleinwagenfahrer in den meisten Fällen gar nicht brauchen, weil sie vor allem in der Stadt unterwegs sind, oder für die sie zumindest nicht gerne Geld ausgeben. Zur Serienausstattung des Comfort-Baleno gehört jede Menge Luxus: Klimaautomatik, Xenonscheinwerfer, Abstandstempomat und radarbasiertes Antikollisionssystem, Navigationssystem, Sitzheizung, schlüsselloses Zugangs- und Startsystem, Rückfahrkamera und noch einiges mehr.
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Technische Daten
Antrieb:Frontantrieb
Anzahl Gänge:5
Getriebe:Schaltung
Motor Bauart:Reihen-Turbobenziner, Direkteinspritzung, DOHC
Hubraum:998
Anzahl Ventile:4
Anzahl Zylinder:3
Leistung:82 kW (111 PS) bei UPM
Drehmoment:170 Nm bei 2.000-3.500 UPM
Preis
Neupreis: 17.990 € (Stand: Mai 2016)
Fazit
Zu den Stärken des Baleno gehören das niedrige Gewicht, das gute Innenraumangebot und der angenehme Turbobenziner. Zu seinen Nachteilen zählen das zu weiche Fahrwerk, die sehr weichen Vordersitze und vor allem der hohe Basispreis. Letzterer kommt durch die reichhaltige Ausstattung zustande, für die sicher nur wenige Kleinwagenkunden zahlen wollen. So wie er jetzt ist, ist der Baleno 1.0 Boosterjet Comfort ein Auto für Leute, die eine gute Motorisierung wollen, aber nicht schnell in die Kurve fahren, für Leute, die eine hervorragende Ausstattung wollen, aber denen ein edler Innenraum unwichtig ist - eine ziemlich spezielle Zielgruppe. + schwungvoller Turbobenziner, gutes Innenraumangebot, sehr niedriges Leergewicht, umfangreiche Comfort-Ausstattung mit etlichen klassenuntypischen Extras wie Abstandstempomat - extrem hoher Basispreis, wenig Seitenhalt in den Sitzen, weiches Fahrwerk
Testwertung
4.0 von 5

Quelle: auto-news, 2016-05-24

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