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Testbericht

Holger Holzer/SP-X, 30. Mai 2011

Es gibt Sportwagen, da drängt sich eine offene Version buchstäblich auf. So auch beim Mercedes-Benz SLS AMG. Der Retro-Renner legt ab Herbst Dach und Flügeltüren ab und stellt sich damit noch deutlicher in die Nachfolge des legendären 300 SL aus den 50er-Jahren.

Der Preis für die neue Offenheit ist der Verzicht auf die Flügeltüren: Ohne Dachholme für die Scharniere müssen die Portale beim Roadster konventionell angeschlagen werden. Ansonsten hält sich der neue an den goldenen Schnitt des Coupés: Extra lange Motorhaube, weit nach hinten versetztes Passagierabteil und ein kurzes, kräftiges Heck. Das Stoffverdeck zieht im geschlossenen Zustand die Linien des Coupédachs nach und klappt bei Sonnenschein automatisch in elf Sekunden hinter die beiden Sitze. Das funktioniert auch während der Fahrt bis Tempo 50. Das Kofferraumvolumen sinkt zumindest bei geschlossenem Dach gegenüber dem Coupé nur um drei auf 173 Liter

Antriebsseitig bleibt alles wie gehabt. Ein 6,2-Liter-V8-Frontmotor mit 420 kW/571 PS, treibt über ein Siebengang-Doppelkupplungsgetriebe die Hinterräder an. Der hochdrehende Benziner stemmt ein maximales Drehmoment von 650 Nm bei 4.750 Touren. Dank der aus dem Rennsport entlehnten Trockensumpfschmierung ist ein besonders niedriger Schwerpunkt möglich.

Trotz eines leichten Mehrgewichts von nur 40 Kilogramm ändern sich die Fahrleistungen gegenüber dem Coupé nicht. Der Spurt auf Tempo 100 benötigt 3,8 Sekunden, die Höchstgeschwindigkeit ist elektronisch auf 317 km/h begrenzt. Den Verbrauch gibt der Hersteller mit 13,2 Litern je 100 Kilometer an (308 g CO2/km). Er wird minimiert durch ein Bremsenergierückgewinnungssystem, das im Schiebebetrieb Strom für die Batterie generiert, um den Verbrennungsmotor zu entlasten.

Mit einem Basispreis von 195.160 Euro ist der Roadster knapp 10.000 euro teurer als das Coupé. Dafür gibt es reichlich Ausstattung ab Werk. Serienmäßig sind unter anderem beheizbare Sportsitze, ein gläsernes Windschott und Klimaautomatik an Bord. Wer gerne auch im Herbst offen fährt, findet auf der Optionsliste einen wärmenden Nackenfön, bei Daimler Airscarf genannt.

Neu auf der Optionsliste ist eine nette Spielerein für den Fahrer, das sogenannte AMG Performance Media-System. Dabei lassen sich eine ganze Reihe rennsportspezifischer Daten auf dem Bildschirm in der Mittelkonsole darstellen, unter anderem Öltemperatur, Gaspedalstellung, Querbeschleunigung und Rundenzeiten inklusive Sektorzeiten. Zudem ermöglicht die Sonderausstattung den Internetzugang bei stehendem Fahrzeug.

Erstmals kann zudem neben dem normalen Sportfahrwerk ein Fahrwerk mit adaptiven Dämpfern geordert werden, das sich automatisch dem Straßenzustand anpasst. Darüber hinaus kann der Fahrer aus drei vordefinierten Modi wählen. Während die Einstellungen „Comfort“ und „Sport“ mehr oder weniger selbsterklärend sind, ist „Sport Plus“ speziell für schnelle Runden auf der Rennstrecke abgestimmt. Künftig wird dieses System auf für die Coupé-Version angeboten.

Bereits vom geschlossenen SLS ist die optionale Keramik-Bremsanlage für rund 11.000 Euro bekannt. Sie soll brachiale Verzögerung garantieren und verringert zudem die ungefederten Massen. Dabei helfen auch die speziellen Leichtbau-Felgen. Zur Wahl stehen Ausführungen mit fünf, sieben oder zehn Speichen. Dazu passend gibt es exklusiv für den SLS entwickelte Reifen.

Gebaut wird der SLS Roadster in Sindelfingen, der Motor kommt von Daimlers Hochleistungstochter AMG aus Affalterbach. Anders als bei den 300 SL-Geschwistern aus den 50er-Jahren bleibt das Coupé trotz der Einführung des Roadsters weiterhin im Programm. Wichtigste Konkurrenten sind unter anderem Audi R8 Spyder, Porsche 911 Turbo Cabrio und Aston Martin V8 Roadster.

Schon vom ersten Flügeltürer gab es später einen Roadster. Den legt Mercedes jetzt auch vom aktuellen SLS nach. Zum offenen Vergnügen gibt es zudem neue Extras. Manchen braucht man nur auf der Rennstrecke.

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Fazit
Schon vom ersten Flügeltürer gab es später einen Roadster. Den legt Mercedes jetzt auch vom aktuellen SLS nach. Zum offenen Vergnügen gibt es zudem neue Extras. Manchen braucht man nur auf der Rennstrecke.

Quelle: Autoplenum, 2011-05-30

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