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Testbericht

Stefan Grundhoff, 10. Juli 2009
Der neue deutsche Flügeltürer Mercedes SLS ist noch nicht einmal auf dem Markt, da sorgt er bereits für eine echte Sensation. AMG will den Supersportler auch komplett mit Elektroantrieb bauen.

Ein Supersportwagen mit einem grünen Feigenblatt? Das hat es zumindest in dieser Liga bisher noch nicht gegeben. Groß war die Aufruhr vor knapp zwei Jahren schon, als Tesla mit einem pfiffigen Elektro-Spaßroadster die Automobilwelt überraschte. Der Tesla ist mittlerweile auf dem Markt - und die Daimler AG stieg bei dem kalifornischen Kleinserienhersteller ein. Ein Spross dieser Verbindung: Bis zum Jahre 2015 will die sportliche Mercedes-Tochter AMG nun selbst einen spektakulären Elektro-Sportler auflegenen.

Darauf kann man wetten: Wenn der Mercedes SLS AMG Mitte September diesen Jahres seine Weltpremiere auf der IAA in Frankfurt feiert, dann werden sich tausende von Besuchern an dem neuen deutschen Flügeltürer die Nase plattdrücken. 6,3 Liter Hubraum, V8-Power, 571 PS, Alukarosse, Doppelkupplung und knapp 320 km/h Spitze sind die Eckdaten eines Männerspielzeugs, wie es lange keines mehr gegeben hat. "Bis 2015 werden wir den SLS mit einem Elektroantrieb auf den Markt bringen", kündigt AMG-Chef Volker Mornhinweg nun an uns weiß um das Gewicht seiner Aussage: "Es war unser erklärtes Ziel, einen eDrive in einem Supersportwagen zu bringen. Natürlich können wir einen SLS eDrive nicht über 300 km/h schnell machen. Aber wir profitieren von dem Allradantrieb, dem tieferen Schwerpunkt und dadurch, dass wir alle vier Räder einzeln ansteuern können." Mercedes und AMG haben in den vergangenen Jahren so manchen Motortrend verschlafen. Damit soll jetzt also Schluss sein. AMG will als Speerspitze im Daimler-Konzern zeigen, dass sich sportliche Fahrleistungen und ein vernünftiger Verbrauch nicht ausschließen. Technische Innovationen wie Zylinderabschaltung, Direkteinspritzung und Turboaufladung sollen da nur den Anfang machen und den Flottenverbrauch im Hause AMG bis 2012 um 30 Prozent senken. "Auch Hybrid und Elektroantrieb sind für uns nicht tabu. Doch alle unsere Fahrzeuge werden typisch AMG bleiben. Kompromisslos sportlich und PS-stark", blickt Mornhinweg in die Zukunft.

Ein Flügeltürer mit Elektroantrieb und exzellenten Fahrleistungen das bietet bislang keiner. "Zunächst einmal hat unser Packaging exzellente Möglichkeiten, den Elektroantrieb in dem Wagen unterzubringen", sagt Mornhinweg. "Man denke nur an den üppigen Platz, den V8-Triebwerk, Auspuffanlage und Getriebetunnel bieten." Diese Komponenten im Gesamtgewicht von über 400 Kilogramm sollen bei den ersten Erprobungsträgern schon Ende des Jahres ausgebaut und durch Elektromodule ersetzt werden. Vier radnah angebrachte Elektromotoren leisten beeindruckende 392 kW/532 PS und ein gewaltiges Drehmoment von 880 Nm, das bereits ab dem Start anliegt. Das Motorgeräusch: lautlos.

Die Elektromotoren und Akkus an Bord stammen vom Zulieferer Brusa. Gespeist werden die vier je 51 Kilogramm schweren Elektromotoren von drei Lithium-Ionen-Akkus. Die pro Stück 140 Kilogramm schweren Akkus sind einmal im Vorderwagen, einmal unter der Hutablage und einmal im Getriebetunnel verbaut. Sie haben eine Nennkapazität von 40 Ah und einen Energiegehalt von 48 kWh. Von außen deutet allein der potemkinsche Doppelauspuff auf den fehlenden Verbrennungsmotor hin. Sonst sieht die eDrive-Version aus, wie jeder SLS - aufregend. Bei aller Elektrotechnik soll die Fahrdynamik nicht hinter der des Benziners mit seinem V8-Triebwerk und 571 PS zurückstehen. Die Gewichtsverteilung wird so oder so bei 48:52 zugunsten der Hinterachse liegen.

Das Fahrwerk bleibt dabei - von leichten Modifikationen abgesehen - weitgehend identisch. Allein die doppelten Querlenker vorn werden durch ein modifiziertes Dämpfersystem ersetzt. "Gerade die fahrdynamischen Möglichkeiten des Antriebs fesseln uns ungemein", sagt Projektleiter Wolf Zimmermann. "Mit Torque Vectoring und schaltähnlicher Rekuperation beim Bremsen werden die bisherigen Erwartungen an ein elektrisch angetriebenes Fahrzeug auf den Kopf gestellt." Unterm Strich wiegen die Elektrokomponenten rund 600 Kilogramm. Heißt: Der Mercedes SLS AMG eDrive bringt im Versuchsstadium knapp zwei Tonnen Leergewicht auf die Waage. "Die Höchstgeschwindigkeit des SLS eDrive wird bei über 200 km/h liegen", verspricht Mornhinweg. "Bei der Reichweite rechnen wir derzeit mit 150 bis 180 Kilometern." Den Spurt von 0 auf 100 km/h soll er Dank Allradantrieb in rund vier Sekunden zurücklegen. Um die Lithium-Ionen-Akkus auf rund 80 Prozent zu laden, muss man der SLS eDrive bis sechs Stunden an die Steckdose. Für die komplette Ladung benötigt man rund acht Stunden. Verfügt der benzinbetriebene Flügeltürer über eine Doppelkupplung mit sieben Stufen, so wird die Kraft des SLS eDrive mit nur einem Gang und der festen Übersetzung von 1:5,5 auskommen.
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Quelle: Autoplenum, 2009-07-10

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