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Testbericht

25. September 2006
Frankfurt, 25. September 2006 – Suzuki war bislang nicht unbedingt für sportliche Autos bekannt. Da die Suzuki-Käuferschicht zunehmends jünger wird, war ein Sport-Modell unabdingbar. Abhilfe soll ab Anfang 2007 der 125 PS starke Swift Sport schaffen. Wir haben den kleinen Flitzer vorab getestet und schildern unsere Eindrücke. Leistungssteigerung um 23 Prozent Der Swift Sport wildert in fremden Gefilden. Seine Konkurrenten tragen so illustre Namen wie Citroën C2 VTS und Mini Cooper. Doch der kleine Japaner muss sich vor seinen Mitbewerbern nicht verstecken. Der ausschließlich als Dreitürer erhältliche Swift Sport schöpft seine Kraft aus einem 1,6-Liter-Vierzylindermotor. Neben der Vergrößerung des Hubraums führte eine Vielzahl von kleinen, aber scheinbar effektiven Veränderungen am Triebwerk zur Leistungssteigerung von fast 23 Prozent im Vergleich zum 1,5-Liter-Aggregat. Eine verbesserte elektronische Drosselklappenregelung erhöht das Luftansaugvolumen. Auch die Doppelrohr-Auspuffanlage trägt ihren Teil zum Gesamtpaket Swift Sport bei. Durch den großvolumigen Sportdämpfer konnte der Gegendruck minimiert und die Leistung gesteigert werden. Reibungsoptimierte Kolben und Pleuel sowie die gehärtete Kurbelwelle und eine verstärkte Kolbenfedern haben positive Auswirkungen auf die Leistung. Dynamischer als sein kleiner Bruder Bedingt durch das geringe Gesamtgewicht von 1.105 Kilogramm beschleunigt der Suzuki in 8,9 Sekunden in den dreistelligen Tachobereich. Die Höchstgeschwindigkeit ist bei Tempo 200 erreicht. Das sieht auf den ersten Blick nach nicht besonders viel aus, aber in der Stadt und auf kleinen Landsträßchen ist das völlig ausreichend. Doch der Swift Sport trägt seinen Namen nicht nur wegen der Fahrleistungen. Im optischen Vergleich mit seinem Nichtsportler-Bruder wirkt er deutlich dynamischer. Grund dafür sind die geänderten Lufteinlässe mit integrierten Nebelscheinwerfern, der aggressivere Frontstoßfänger und 17-Zoll-Leichtmetallfelgen und 195er-Reifen. Die Rückansicht ist durch einen Dachkantenspoiler und die modifizierte Heckschürze mit Doppelendrohr geprägt. Zusätzlich verleiht das so genannte Privacy Glass dem Fond ein abgedunkeltes Ambiente und vor allem von außen ein verwegenes Erscheinungsbild.

Alltagssportler Der Swift Sport wurde als Auto konzipiert, bei dem der Fahrspaß im Vordergrund steht. Dennoch soll die Alltagstauglichkeit nicht unter der sportlichen Auslegung leiden. Besonders gelungen ist das den Suzuki-Ingenieuren beim Fahrwerk. Für ein Sportfahrwerk dämpfen die exzellenten Monroe-Federbeine Unebenheiten sehr komfortabel. Dennoch bleibt der Swift Sport in Kurven und bei Lastwechseln die Ruhe selbst. Kein Wanken und kein Neigen trüben den Fahrspaß. Wahrscheinlich auch ein Grund hierfür ist erneut das geringe Gewicht des kompakten Japaners. Flotte aber wenig aufregende Beschleunigung Nicht ganz ohne Kritik bleibt der 1,6-Liter-Motor. Ein Triebwerk mit 125 PS Leistung als Sport zu bezeichnen, ist doch recht optimistisch. Zwar kann man die Beschleunigung getrost als flott bezeichnen und eine Endgeschwindigkeit von 200 km/h ist auch alles andere als langsam. Aber der letzte Adrenalinkick und die sich aufstellenden Nackenhaare beim Beschleunigen bleiben leider aus. Laute Motorengeräusche Fährt man den Swift Sport so, wie es sein Name verlangt, wird es im Innenraum ziemlich laut. Trotz moderater Drehzahlen hat man ständig das Gefühl, hochschalten zu müssen. Ein sechster Gang wäre für den Fahrspaß des Suzuki auf jeden Fall förderlich gewesen.

Keine Sonderausstattungen beim Swift Sport Im Innenraum und bei der Ausstattung verfolgt Suzuki das „Weniger ist mehr“-Prinzip. Schlichtes Schwarz durch einige rote Farbakzente aufgepeppt, beherrscht das Interieur. Die Sonderausstattungsliste des Swift Sport ist sehr kurz gehalten: Sie existiert nämlich nicht. Den Japan-Sportler gibt es nur in einer Ausstattungsvariante. Dennoch fehlt es an nichts. Ein CD-Radio mit Navigationssystem ist genauso verbaut wie ein Multifunktions-Lederlenkrad und eine Klimaanlage. Die bequemen, nicht zu engen Sportsitze sind höhenverstellbar und geben keinen Anlass zur Beschwerde. Zudem wirkt der Innenraum größer als es von außen den Anschein hat. Ganz schön durstig Den Verbrauch gibt Suzuki mit 7,2 Litern Super Plus an. Diesen Wert können wir allerdings nicht ganz bestätigen. Nach unserer etwa hundert Kilometer langen Testrunde durch den Taunus zeigte der Bordcomputer einen durchschnittlichen Testverbrauch von 9,9 Litern an. Damit setzt sich der kleine Trinker ziemlich weit nach vorne in der ewigen Säufer-Bestenliste. Bei 45 Litern Tankinhalt ergibt sich eine Reichweite von zirka 450 Kilometern. Nicht gerade üppig. Schnäppchen von Suzuki Preislich soll der Suzki Swift Sport voraussichtlich bei 17.000 bis 18.000 Euro liegen. Der Mini Cooper kostet in der Basisvariante 17.200 Euro, ohne Navigationssystem und ohne Klimaanlage. Daher ist der Suzuki ein echtes Schnäppchen. Optik und Fahrwerksqualitäten des Swift Sport sind in diesem Segment keine Selbstverständlichkeit. Verkaufsstart soll im Januar 2007 sein.
Technische Daten
Antrieb:Frontantrieb
Anzahl Gänge:5
Getriebe:Schaltgetriebe
Motor Bauart:Reihen-Ottomotor
Hubraum:1.586
Anzahl Ventile:4
Anzahl Zylinder:4
Leistung:92 kW (125 PS) bei UPM
Drehmoment:148 Nm bei 4.800 UPM
Preis
Neupreis: ca. 17.500 € (Stand: Dezember 2006)
Fazit
Das Konzept des Suzuki Swift Sport könnte aufgehen. Die sportliche Optik mit ganz ansehnlichen Fahrleistungen und einem günstigen Preis soll vor allem junge, sportliche und aktive Menschen ansprechen. Vor gleichwertig ausgestatteten und deutlich teureren Konkurrenten braucht sich der Swift Sport nicht zu verstecken. Weniger schön für ein 1.105 Kilogramm schweres Fahrzeug mit 1,6 Litern Hubraum ist dagegen der hohe Spritverbrauch. Ansonsten lässt sich nur Positives über den Swift Sport berichten.
Testwertung
4.0 von 5

Quelle: auto-news, 2006-09-25

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