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Testbericht

31. März 2014

Das letzte Fahrzeug im großen Kombi-Vergleichstest ist der Seat Leon ST. Seat hat nicht irgendeinen Leon ST, sondern gleich den FR ins Rennen geschickt. Eine gute Entscheidung, denn der Seat Leon ST ist nicht nur der preiswerteste aller Testkandidaten, sondern auch, zusammen mit dem Skoda Octavia RS mit 184 Diesel-PS, der stärkste. Ist er nur schön oder kann er auch im Alltag überzeugen? Wir geben die Antworten.

Seat Leon ST in der Sportausstattung FR
Der Seat Leon ST startet bei erfrischenden 16.640 Euro. Der ST in der Sportausstattung FR kostet dann schon 23.250 Euro mit 122 PS TSI. Der günstigste Diesel startet mit 150 PS, den wir im Seat Cupra vorgestellt haben. Dafür werden 27.170 Euro fällig. Das Top-Model mit 184 PS und 6-Gang kostet dann 28.490 Euro. OK, jetzt werden noch für 10.000 Euro für Extras fällig – oder? Nein, da ist Seat erfreulich zurückhaltend. Haben wir beim Volkswagen Golf Variant für das Navigationssystem “Discover Pro”  2.315 Euro bezahlt, begnügt Seat sich mit dem etwas älteren, aber keineswegs schlechteren Navigationssystem für 690 Euro. Die Voll-LED-Scheinwerfer (FR) sehen phantastisch aus, leuchten sehr gut die Straße aus, aber darauf könnte ich bei einem Preis von 990 Euro verzichten.

Die Fahrassistenz-Paket I mit Fernlichtassistent und Spurhalteassistent für 300 Euro und das Fahrassistenz-Paket II (Automatische Distanzregelung ACC, "Front Assist" mit City-Notbremsfunktion) für 560 Euro, würde ich auf jeden Fall ordern. Auch das Dynamic-Paket mit Adaptiven Fahrwerksregelung DCC und Progressivlenkung (760 Euro) macht bei so einem sportlichen Auto Sinn. Das Alcantara-Stoff-Leder-Paket FR für 500 Euro ist im Vergleich zum BMW, Audi, Mercedes und Co schon fast ein Schnäppchen. Sieht gut aus und für so einen sportlichen Life-Style-Kombi fast schon ein must have. Die geniale Farbe des Testwagens (Technik-Grau) kostet 530 Euro. Sieht übrigens in Natur wesentlich besser aus, als im Seat-Konfigurator.

Seat Leon ST - der praktische Spanier.

Am Ende landen wir mit allen Extras bei 34.785 Euro – nicht billig, aber der günstigste Wagen im Vergleichstest. Übrigens, für das geniale DSG-Getriebe, das wir hier auch schon ausführlich vorgestellt haben, werden nur um die 1.500 Euro mehr fällig. Nicht im Testwagen vorhanden, aber ich würde es auf jeden Fall ordern, ist die Ultraschall-Einparkhilfe, vorne und hinten mit optischer Einparkhilfe für 500 Euro. Der Seat Leon ST ist übersichtlich: Man sieht die Heckklappe und da hört das Auto auf. Also alles OK, wie schon mehrfach erwähnt. Ein Parkrempler ist immer teurer als 500 Euro in der Anschaffung.

Das Design gefällt
Seat ist ja als sportlichste Marke im Volkswagen Konzert gelistet. Während Skoda mit guten Preisen und Solidität glänzt, soll Seat eher die ambitionierten Sportwagenfahrer ansprechen, der zufällig auch noch eine Familie transportieren darf. Diese Vorgabe umzusetzen, ist den Designer gelungen. Der Seat Leon hat uns schon sehr gut gefallen und der ST hat einfach ein längeres Heck, in dem dann auch bei Bedarf bis zu 1.470 Liter Gepäck verschwinden.

Die scharfe Sicke, die unterhalb des Seitenspiegels auf den hinteren Türgriff zuläuft und die scharfe Kante von der hinteren Tür, oberhalb des Tankdecks, geht gekonnt in die obere Linie der Heckleuchten über. Sieht gut aus, erzeugt dynamische Proportionen. Auch von vorne macht der Seat Leon eine gute Figur.

Auf der nächsten Seite muss der Seat Leon auf den Long-Run-Turn und seine Alltagsfähigkeiten beweisen.

Langstrecke, der 184 PS Diesel punktet

Jetzt muss der Seat Leon ST seine Langstreckenfähigkeiten beweisen. Wie macht er sich im Alltag?

Der Seat Leon ST sieht nicht nur gut aus - sondern ist ein echter Tausendsassa. Auf der Autobahn punktet er mit niedrigem Verbrauch. Wenn man ihn zwischen 100 und 130 km/h rollen lässt, fließen gerade mal so zwischen 5,5 und 6 Liter Diesel durch die Leitungen.

Der Seat Leon ST kann aber auch bissig. Im Modus Sport produziert er einen echten Sportwagensound, beschleunigt von 0 auf 100 km/h in nur 7,8 Sekunden und erst bei 228 km/h ist Schluss (alles Werksangaben). In der Regel waren wir mit 230 km/h unterwegs, als Höchstgeschwindigkeit erzielten wir 245 km/h.

Auf der Langstrecke helfen natürlich die Fahrassistenz-Paket I und II, um entspannt am Ziel anzukommen. Und wenn man will, lässt sich auf der Landstraße ein Verbrauch von unter 5 Litern auf 100 Kilometern erreichen.

Der Seat Leon ST im Alltag
Ein Kombi punktet immer im Alltag: Klappe auf, 6 Kisten Wasser verschwinden, ohne dass man lange hin- und herstapelt. Die beiden Gepäckwandtrennungen sind schnell ausgebaut. Wenn die Sitze umgeklappt sind, entsteht fast eine ebene Fläche (s.a. Fotos Galerie) und bis zu 1.470 Liter Gepäck verschwinden leicht im Kofferraum.

Im Alltag, vor allem auf der Landstraße, sind wir oft mit um die 5 l/100km unterwegs gewesen. Dann aber in der ECO- oder Normal-Abstimmung. Seat nennt es SEAT Drive Profile. Über die Taste Modus kann beispielsweise auch ein Individual-Modus konfiguriert werden, z.B. mit sportlicher Abstimmung, aber den Motor mit ECO.

Der Seat Leon ST punktet im Alltag.

Der FR (steht für Formula Racing) punktet natürlich schon mit seinen zahlreichen Feature in Serienausstattung, wie Berganfahrassistent (HHC) und elektronische Differentialsperr (XDS).

Kurios ist, dass man kaum etwas im Netz und auch auf der Seat-Homepage zum Thema Motorsound findet. Nur im Modus Sport fängt das Triebwerk ab ca. 3.000 u/min an zu knurren. Das hört sich so genial an, dass man dann natürlich auch die Gänge gern etwas höher dreht.

Mehr zum Motor, seinen Fähigkeit als Kurvenkünstler und zum Kraftstoffverbrauch auf der nächsten Seite.

Der Motor ist das Sahnestück

Das 184 PS Triebwerk haben wir bereits ausführlich im VW Golf GTD und im Skoda Octavia RS vorgestellt. Zwischen dem VW Golf Variant mit 110 PS und dem neuen 184 PS 2.0 TDI-Triebwerk liegen natürlich Welten. Der Seat Leon ST FR zieht einfach los. Und wenn man will, kann man bis zum 5. Gang spielend den roten Bereich erreichen, der höchste Gang lässt sich auch mal bis um die 190 km/h ausdrehen.

Macht bei "einem Sinn" eigentlich "keinen Sinn", weil bereits zwischen 1.750 bis 3.000 1/min das maximale Drehmoment von 380 Nm anliegt. Aber es macht einfach Spaß, den Seat Leon FR bis 3.500 oder gar 5.000 1/min zu ziehen, weil dann das Sound-System ordentlich röhrt und fast Porsche Feeling aufkommt. Dann braucht der Seat natürlich auch seine 6 bis 8 Liter auf 100 km. Aber das will man sich auch gönnen. Kein Mensch kauft ein fast 200 PS Triebwerk, um damit nur im Sparmodus herumzufahren.

Kraftstoffverbrauch
Man hat uns den Wagen mit Langzeitdaten von 5.279 km, 62 km/h und 7,1 l/100 km übergeben. Dann haben die Kollegen nicht den Reset-Knopf gefunden. Gut für uns, da haben wir Vergleichswerte. 7,1 l/100 km, da waren die Kollegen ja seit Startbeginn meistens flott unterwegs.

Der Motor des Seat Leon ST ist ein Sahnestück.

Für die Übergabefahrt wurden 340 km, 95 km/h und 6,2 l/100 km notiert. Ok, zwischen 5,5 bis 6 l/100 km werden wir am Ende auch liegen. Mit dem VW Golf GTD hatten wir am Ende einen Testverbrauch nach 2.785 km und 81 km/h von 6,0 l/100 km. Ähnliche Werte beim Skoda Octavia RS mit einem Testverbrauch nach 2.082km,  75 km/h von 6,1 l/100 km.

Heißt im Klartext: Ein 184-PS Triebwerk kann man locker unter 5 l/100 km bewegen. Auf der Autoplenum-Vergleichsrunde haben wir nur 4,9 l/100 km benötigt, auf der Minimal-Runde sogar nur 4,3 l/100km. Es geht also, wobei wir den von Seat angegebenen Wert von 4,3 l/100 km (ECE Verbrauch) bewiesen hätten.

Aber wer will das? Wer will ein 184-PS Diesel-Motor Auto ständig im unteren Tourenbereich bewegen. Und dann, wenn man mal eine halbe Stunde fast Vollgas (200 bis 240 km/h) fahren kann, werden auch schon mal 8,5 bis 9,3 l/100 km fällig.

Modus Strecke [km] Geschw. [km/h] Verbrauch [l/100km]
Autoplenum-Vergleichsrunde 55 73 4,9
Super-Spar 14 64 4,3
Landstraße, sparsam 83 78 4,6
Landstraße, normal 46 85 5,5
BAB, sparsam 151 105 4,6
BAB, normal 152 129 5,9
BAB, schnell 67 146 9,3
BAB, Landstraße 100 108 5,5

Testverbrauch nach 2.043 km: 5,9 l/100 km

Übrigens, damit die Meckerei bei den hohen Preisen aufhört: Seat hat uns mit dem 75 PS Seat Ibiza ST überzeugt. Skoda mit dem preiswerten Skoda Rapid, den wir vermutlich noch in diesem Jahr als Skoda Rapid Spaceback vorstellen.

Fazit
Ein Fazit für den Vergleichstest zu ziehen, ist extrem schwierig, eine Kaufentscheidung zu geben, unmöglich. Der eleganteste war sicherlich der Skoda Superb, der als Großraum-Kombi natürlich den meisten Platz geboten hat und mit fast 40.000 Euro auch der teuerste im Test war.

Ein gutes Gesamtpaket bietet der VW Golf 7 Variant mit 110 PS gut motorisiert, topp in der Verarbeitung und sicher auch hoch im Wiederverkaufswert.

Ein Kopf-an-Kopf Rennen lieferten sich der Skoda Octavia und der Seat Leon ST. Beide mit 184 PS, beide fast gleich teuer. Irgendwie sportlicher kam mir der RS vor, vielleicht auch durch seine Racing-Gelbe Farbe. Der Seat Leon war mit seinem Alcantara-Leder, der edlen Farbe und seinem chicen Design irgendwie der edelste unter den Edel-Kombi. Am Ende für mich eine Patt-Situation.

Fotos © 2014 Redaktionsbüro Kebschull

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