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Testbericht

automobil-magazin.de, 5. Mai 2014
7,58 Sekunden für die 20,8 Kilometer der Nürburgring Nordschleife sind einfach die Wahrheit: Das ist schnell und war früher ein Wert, den nur echte Sportwagen in der Eifel herausfuhren. Mit dem Leon Cupra 280 geschah das jüngst annährend im Serientrimm. Nur die optionalen Sportreifen (Michelin Pilot Sport Cup 2) waren bei der Rekordfahrt aufgezogen und das „Performance Pack“, zu dem 19-Zoll-Leichtmetallräder und die Sportbremsanlage von Brembo gehören, gingen mit auf die schnelle Runde. Beides ist voraussichtlich ab Sommer für den neuen Leon Cupra orderbar.

Eine gute Eigenschaft auf dem Ring: geringes Gewicht. Als Dreitürer „SC“ steht der Cupra fahrfertig mit 1.375 Kilogramm auf der Waage (Cupra: 1.395 kg). Damit avanciert der Spanier zum leichtesten Fahrzeug seiner Klasse. Spürbar in der Beschleunigung, in den hohen realisierbaren Kurvengeschwindigkeiten und in der Verzögerung.

Nächster guter Coup: 280 voll am Leben teilnehmende PS. 1975 produzierte einer der forschesten Sportwagen seiner Zeit, der Porsche 911 Turbo, mit dem Boxermotor im Heck 260 PS. Heute hat ein Kompaktwagen 280 PS. Und das nicht mit forderndem Heckantrieb, sondern der sicheren Aussprache des Frontantriebs. Und mit Verbrauchswerten, die damals gerade mal fürs Warmmachen ausreichten: 6,4 Liter Super mit DSG-Getriebe, 6,6 Liter mit Handschaltgetriebe im Normverbrauch. Das manuelle Sechsgang-Schaltgetriebe ist bei der Motorverwaltung des Turbos eine gute Wahl. Das Gängewechseln geht flott, aber das Drehmoment von 350 Nm, das konstant zwischen 1.700 und 5.600 U/min ansteht, richtet es auch so. Deshalb ist es auf der Autobahn gar nicht mal so entscheidend, ob nun gerade der Fünfte oder Sechste einlegt ist. So oder so, der Cupra geht prächtig.

5,7 Sekunden von Null auf 100 km/h. Unter 20 Sekunden auf 200 km/h. Noch
Fragen zum Temperament? 5,8 Sekunden vergehen mit Handschaltgetriebe im Standardsprint. Auch das klingt gut. Und kraftvoll-kehlig hinten am Doppelauspuff. Noch aggressiver tönt der Leon Cupra nach dem Druck auf die DDC-Taste an der Mittelkonsole (DDC = „Dynamic Chassis Control“) und das „Cupra“-Feld auf dem Monitor: Nun bohrt sich der 2.0 TFSI in den Gehörgang. Die Progressivlenkung, zuvor noch leichtgängig, arbeitet direkt und mit mehr Lenkwiderstand. Der Fahrer tänzelt auf der Sportpedalerie, der Cupra trocken durch die Kurven, die rot lackierten Bremssättel tauchen die Schnauze in den nächsten Scheitel – Aussteigen will man nicht: „Holt mich bitte nicht heraus, bin gerade bei der Arbeit …“

Ganz im Gegensatz zum Antritt des Cupra, wirkt der Auftritt angenehm dezent. Trotz vergrößerter Lufteinlässe an der Front und dem angedeuteten Diffusor am Heck. Im Innenraum fällt das unten sportiv abgeflachte Sportlenkrad ins Auge, ist das DSG-Getriebe mit an Bord die Schaltpaddles. Die schwarze Lederausstattung für 1.200 Euro steht den serienmäßigen Sportsitzen wohl weit besser als der dunkelgraue Bezug mit Alcantara und wenig stilsicheren weißen Nähten – eindeutig: Geschmacksache. Zur Serienausstattung gehören weiterhin die mechanische Differenzialsperre vorne, die adaptive Fahrwerksregelung DCC, die LED-Scheinwerfer und die Leichtmetallräder „CUPRA 280“ mit 225/35-19-Zoll-Bereifung. Die Haftpflicht- und Kaskoklassen stehen auch schon fest: 18 / 23 / 25, und das mit den Aufpreisen gestaltet sich kundenfreundlich. Der neue ACC-Tempomat steht samt Umfeldbeobachtung und Stadtnotbremsfunktion für 560 Euro in der Preisliste - fair.

280 PS zum fairen Preis von 30.810 Euro. Vom Start weg wird der Leon Cupra als Fünftürer und Dreitürer angeboten und in Zukunft ebenso in der mehr Platz, Kofferraum und Variabilität aufbietenden Kombiversion ST. Das „Sag niemals nie“, von Seat Deutschland Geschäftsführer Manfred Kantner lässt darauf schließen.


(Lothar Erfert)


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Testwertung
4.0 von 5

Quelle: automobilmagazin, 2014-05-05

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