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Testbericht

Stefan Grundhoff, 28. November 2011
Da soll einer die Seat-Welt verstehen. Nahezu jede Automarke müht sich, charakterstarke Sportversionen im Modellprogramm zu platzieren. Die dynamischen Spanier stufen die FR-Version dagegen zur seichten Ausstattungsvariante herab.

Sportversionen werden auch in den unteren Fahrzeugklassen immer beliebter. Namenskürzel wie GTI, ST, GSI oder OPC haben sich in internationalen Verkaufsprospekten längst ihren festen Platz erkämpft. Neben der Topversion Cupra R hatte Seat seit längerer Zeit die FR-Modelle im Programm. Sportliche Ausstattungsdetails und kraftvolle Motorvarianten wurden unter dem wenig informativen Namenskürzel zusammengefasst. Doch die einstige FR-Sportversion wurde unlängst auch beim Seat Leon zur Ausstattungsvariante herabgestuft. Wer will, bekommt einen pseudo-sportlichen Leon FR auch als dünn motorisierte 1.4-TSI-Variante mit gerade einmal 125 PS. Besser man bleibt bei einem echten Sportler: dem Seat Leon FR 2.0 TSI.

Denn der zwei Liter große Direkteinspritzer mit Turboaufladung, der im Volkswagen-Konzern seit Jahren befeuert, was nicht niet- und nagelfest ist, ist eine echte Idealbesetzung für den optisch wie technisch dynamischen Seat Leon. Kein Gedanke daran, dass es eben immer ein drehmomentstarkes TDI-Triebwerk sein muss. Wer im nach wie vor überaus sehenswerten Seat Leon wirklich sportlich unterwegs sein will, ist beim 2.0 TSI genau richtig. Dabei hat der Kunde die Wahl, ob er seinen iberischen GTI manuell mit der rechten Hand zu beeindruckender Fahrleistungen animiert, oder dies dem bekannt guten Doppelkupplungsgetriebe DSG überlässt. Im Gegensatz zum 1.8-TSI-Triebwerk ist der Leon 2.0 TSI jedoch auch als DSG-Version bis auf weiteres nach wie vor mit sechs Schaltstufen unterwegs. Doch es muss keinesfalls immer die beliebte Doppelkupplung sein. Der Handschalter kann mit seinen leicht zu schaltenden Gangstufen allemal im Alltagsbetrieb überzeugen.

Optisch unterscheiden sich Seats FR-Modelle durch Details wie Sportfelgen, bullige Schürzen rundum und mattierten Außenspiegelgehäuse vom zahmen Leon. Die 2.0-TSI-Version mit ihren 155 KW / 211 PS ist serienmäßig zudem noch auf 18-Zöllern unterwegs. Die sehen nicht nur gut aus, sondern sorgen zusammen mit den etwas zu dünnen 225er-Reifen dafür, dass die Motorleistung über die Vorderachse adäquat auf die Straße kommt. Bereits ab 1.700 U/min steht das maximale Drehmoment von 280 Nm zur Verfügung, was die Vorderreifen nicht nur beim Imagespurt 0 auf 100 km/h in 6,9 Sekunden an ihre Haftungsgrenze bringt. Die Höchstgeschwindigkeit des 1,4 Tonnen schweren Spaniers liegt bei 233 km/h. Seat gibt einen Normverbrauch von 7,3 Liter Super auf 100 Kilometern. Wem dieser Vortrieb nicht reicht: es gibt es noch den Leon Cupra R mit 265 PS.

Das Fahrverhalten des 4,32 Meter langen Seat Leon FR ist betont straff und die elektromechanische Lenkung kann die Antriebskräfte auf der Vorderachse bei ambitionierter Gangart in Kurven nicht komplett überdecken. Allzu gut würde dem Seat Leon FR oder gar der Topversion Leon Cupra R ein Allradantrieb stehen. Doch der ist seit Jahren beim Leon ebenfalls passé. Hier kann man nur auf die neue Leon-Generation hoffen, die im Herbst 2012 vorgestellt wird. Hier ist der Konzern-Allradantrieb für die Topversionen bei Diesel und Benzinern nach der aktuellen Leon-Generationspause wieder im Gespräch.

Auch wenn der Seat Leon im kommenden Jahr abgelöst wird; es macht gerade als 2.0 TSI jede Menge Spaß, mit ihm unterwegs zu sein. Kein Gedanke an ein betagtes Auto. Das merkt man allenfalls an den Sicherheits- und Assistenzsystemen. Außer ESP, ABS und eine Handvoll Airbags gibt es nicht viel. In den sehr bequemen, aber etwas zu hohen Sportsitzen genießt man die hohen Kurvengeschwindigkeiten, die mit einem Leon FR jederzeit möglich sind. Das Steuer liegt gut in der Hand und die wohl konturierten Stühle lernt man nicht nur bei der Kurvenhatz zu schätzen. Gerade ihr Langstreckenkomfort garantiert weitere Pluspunkte. Nach wie vor stören die bisweilen verstreuten Schalter und Bedienelemente, die sich partiell oberhalb der Klimaanlage und teilweise zu weit hinten auf dem Mitteltunnel positioniert, befinden. Das Platzangebot geht vorne ebenso in Ordnung wie auf der hinteren Bank. Hier finden zumindest zwei Erwachsene genügend Platz. Der Notsitz in der Mitte sollte jedoch leer bleiben. Sonst wird es ungemütlich. Der Laderaum des Seat Leon fasst 341 Liter. Wer die Rückbank umklappt, kann bis zu 1.166 Liter nutzen; muss die Gegenstände jedoch über die hohe Ladekante hieven.

Der Basispreis für den Seat Leon FR in der wenig sportlichen 125-PS-Variante des 1.4 TSI liegt bei 21.990 Euro. Besser man entscheidet sich gleich für die standesgemäße Motorisierung und lässt dem 211 PS starken Leon FR 2.0 TSI in der Natur freien Lauf. Er kostet als Handschalter 26.690 Euro. Für 1.600 Euro Aufpreis gibt es das optionale Doppelkupplungsgetriebe DSG. Serienmäßig gibt es den Leon FR mit Ausstattungsdetails wie 18-Zoll-Alufelgen, Regen- / Lichtsensor, Einparkhilfe und Klimaautomatik. Nur eingeschränkt überzeugen kann das Bildschirmnavigationssystem, dass für 850 Euro Aufpreis oder als Inhalt des Technologie-Pakets Plus (1.700 Euro zusammen mit Xenonlicht) zwar nicht teuer, aber eben auch nicht komfortabel zu bedienen oder gut ausgestattet ist.
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Quelle: Autoplenum, 2011-11-28

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