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Testbericht

5. Juli 2015

Dass Seat mit dem Leon einen guten Lauf hat, dürfte auch den Autolaien aufgefallen sein. Die aktuelle Ausgabe des in der Golfklasse antretenden Spaniers sieht gut aus und kommt im Vergleich zu seinen Vorgängern extrem gut bei den Kunden an. Ein neues Qualitätsbewusstsein, ein sportliches Styling und die gesunde Basis des modularen Querbaukastens sind die maßgeblichen Ursachen des Erfolges. Kein Wunder, dass sich die Spanier zum ersten Mal mit dieser Modellreihe trauen, alle Versionen in der sportlichen Cupra-Version anzubieten.

Seat mausert sich zum Experten für schnelle Rundenzeiten.

Cupra das neue S
Doch wofür steht „Cupra“? Bislang war nur den eingefleischten Seat-Jüngern das Label ein Begriff, doch allein die Eckdaten der neuesten Cupra Generation lassen auch Anhänger anderer Marken aufhorchen. Nicht weniger als 265 bzw. 280 PS stehen in dem feurigen Spanier zur Verfügung. Erzeugt wird die Power, wie könnte es anders sein, von dem Tausendsassa im Volkswagen Konzern, dem 2,0 Liter Vierzylinder Turbomotor. Ein Aggregat, wie es in ähnlicher Form auch im Audi S3 oder im Golf R Verwendung findet. Im Seat wird das Prachtstück freilich garniert mit allerlei weiteren Schmankerl aus der Konzern-Rennkiste. Etwa durch verstellbare Stoßdämpfer, Brembo-Bremsen an der Vorderachse oder ein Sechsgang Schalt- bzw. DSG-Getriebe. Fürs Auge gibt es dann noch ein schmuckes Dreispeichen Lenkrad sowie Alurennpedale. Wer mag, darf gegen Mehrpreis in echten Recaro Rennschalen durch die Kurven jagen. Soweit so gut: Die Zutaten stimmen, das macht Hoffnung auf ein ansprechendes Fahrerlebnis.

280 PS stehen in dem feurigen Spanier zur Verfügung.

Es ist angerichtet
Doch dafür muss vor allem die Abstimmung richtig sein. Also raus auf die Rennstrecke. Zuerst mit dem klassischen Dreitürer als Handschalter. Ab der Startgeraden legen sich die 280 PS mächtig ins Zeug - auch akustisch. Im Cupra-Modus schärft Seat nämlich nicht nur Fahrwerk und Ansprechverhalten, sondern legt auch in Sachen Sound noch einmal eine Schippe drauf. Unter mächtigem Bollern sprintet der Seat binnen 5,8 Sekunden auf 100 km/h, um kurz vor der ersten Kurve nach der Zielgeraden auf den Punkt genau eingebremst zu werden. Die Zweifel, ob die Brembo-Bremsanlage dieses Martyrium dauerhaft überleben wird, wird der Seat später als völlig unbegründet zurückweisen.

Also raus auf die Rennstrecke.

Weiter geht’s. Runterschalten für den Ritt durch die Haarnadelkurven. Kein Problem, der Anschluss in den zweiten Gang sitzt perfekt und beim Rausbeschleunigen gibt es bis zur Abregelgrenze ordentlich Bumms an die Vorderräder. Die drehen dank der speziellen Differentialsperre auch bei solcher Belastung nicht haltlos durch, sondern bieten satte Traktion. Sogar wenn es feucht wird. Wer mag, kann die Regelgrenze des ESP zudem noch durch Knopfdruck etwas nach oben verschieben; der Seat geht dann noch zackiger ums Eck und lässt dem Könner durchaus Spielraum für Bewegungsübungen mit dem Heck. Bei solchen Übungen merkt man übrigens den Wert der Recaro Sitze. Zwar sind die Serien-Sportsitze im Alltag etwas praktischer, für den wirklich ambitionierten Einsatz bieten sie aber etwas wenig Seitenhalt. Auf der langen Geraden spielt der Zweiliter seinen nächsten Trumpf aus. Das Drehvermögen begeistert und macht so manch einen Schaltvorgang überflüssig. Runde für Runde schafft das elektronisch geregelte Fahrwerk zudem Vertrauen. Der Seat Leon Cupra wird schneller, die Linie sauberer und die Zeiten besser. Nach zwanzig Runden sind wir ein eingespieltes Team, das nur eine Schwachstelle hat  mich.

Nach zwanzig Runden sind wir ein eingespieltes Team.

Spaß für die ganze Familie
Also ab in die Boxengasse zum Verschnaufen und Wechseln, denn der ST-genannte Kombi muss ja genauso gehen und es wäre doch gelacht, wenn man mit 'nem Kombi nicht auch mal gute Zeiten auf die Piste zaubern könnte. Seat hat es ja vorgemacht und die Nordschleife jüngst in 7:58 Minuten bezwungen; schnellster Kombi in der Eifel war der Dank für die Hatz.Diesmal ist es ein Leon Cupra mit DSG. Nix da Automatik. DSG ist, wenn hier auch nur mit sechs Gängen, ein echtes Renngetriebe, wenn man will. Zackig schnippt es die Gänge rauf und runter und wenn es richtig sportlich sein soll, kann ich diesen Wechsel per Schaltpaddel am Lenkrad beeinflussen. Das braucht etwas Gewöhnung, macht aber auch Spaß und soll, so die Werksangaben, sogar einen Wimpernschlag schneller sein, als manuell zu Schalten.

schnellster Kombi in der Eifel.

Auf geht’s. Und tatsächlich, nach vier Runden hab ich den Bogen raus. Der Kombi fliegt um die Strecke, als gäbe es kein Morgen. Nur bei den haarigen Wechselkurven merke ich sein Mehrgewicht in der Hinterhand. Er lenkt etwas behäbiger ein, reagiert auf Lenkbefehle nicht ganz so spontan und direkt, wie der Drei- und Fünftürer. Aber was soll’s, am Ende hat nur der ST diesen Riesen Kofferraum und die geniale Möglichkeit, völlig problemlos Fahrräder und anderes Lifestyle-Gerät an das andere Ende der Rennstrecke zu transportieren. Und letztlich überzeugt so ein praktischer Kombi auch die kritische bessere Hälfte, die ja nicht unbedingt erfahren muss, dass man mit dem Leon ST in der Cupra-Version nach getanem Alltagseinsatz noch mal eben eine Runde drehen möchte - allein und nicht unbedingt mit festem Ziel.

Der Kombi fliegt um die Strecke, als gäbe es kein Morgen.

Fazit
Die Leon Familie ist in der Cupra-Ausgabe eine echte Bereicherung für Seat. Der Drei- und Fünftürer eigenen sich perfekt für sportliche Betätigung und Ausflüge zur Rennstrecke. Der Kombi bringt noch einmal einen größeren Mehrwert, ohne an Sportlichkeit zu verlieren. Für echte Fahrfreude lohnt sich die Investition (Mehrpreis rund 1.000 Euro) in die 280 PS Variante und die Rennsportsitze.

Pro: Exzellente Fahrleistungen, gutes Package, hohe Karosseriequalität, gelungene Gesamtabstimmung, akzeptabler Preis.
Contra: Nur befriedigende Innenraumqualität, bis Mj. 2015 veraltetes Navigationsgerät.

Technische Daten Seat Leon Cupra Dreitürer

Länge/Breite/Höhe 4,24/1,81/1,42 m
Radstand 2,63 m
Wendekreis 10,5 m
Leergewicht ab 1.375 kg
Zuladung 750 kg
Ahhängerlast (gebr./12 %): - kg
Kofferraumvolumen 380 - 1.210 l
Tankinhalt 50 l

Benziner 2,0 TSI

Leistung: 195/206 kw / 265/280 PS, max. Drehmoment 350 Nm bei 1.700-5.300 (5.600) / min.; 0-100 km/h in 5,9 (5,8) Sek.;
Spitze 250 km/h; Verbrauch (Werksangabe) 6,7 l auf 100 km, CO2-Ausstoß aus Kraftstoff (Werksangabe) 155 g/km; ab € 26.319,-
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Testwertung
4.5 von 5
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