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Testbericht

Hans Bast, 2. Dezember 2013
Der Range Rover ist der gediegene Edel-Offroader. Wer es sportlicher mag, steigt in den Range Rover Sport - am besten gleich in den SD V8.

Optisch wird Range Rover und Range Rover Sport niemand verwechseln. Der Sportler ist 15 Zentimeter kürzer und fünf Zentimeter niedriger als das Luxusmodell aus gleichem Hause. Sein Handling ist gefälliger, die Wankneigung deutlich geringer ohne Abstriche bei Komfort und Geländetauglichkeit hinnehmen zu müssen. Das ist nicht nur dem - auch bei der englischen Nobelmarke - modern gewordenen Leichtbau zu verdanken, sondern auch bulligen Triebwerken. Unglücklich, dass Land Rover beide Dieseltriebwerke derart eng aufeinander positioniert hat. Da ist zum einen der 4,4 Liter große Achtzylinder-Diesel des SD V8 und zum anderen der drei Liter große Sechszylinder-Diesel mit Hybridmodul. Beide Motoren leisten 250 kW / 340 PS. Obwohl der 3.0 SDV6 Diesel-Hybrid zwei Zylinder weniger und 1,4 Liter weniger Hubraum aufweisen kann, bieten beide das gleiche Drehmoment von 700 Nm auf und zerren das Fahrzeug unwiderstehlich voran. In 6,9 Sekunden wird die 100 km/h-Marke erreicht. Bei 218 km/h wird die Geschwindigkeit elektronisch begrenzt.

Beim Verbrauch hören allerdings die Gemeinsamkeiten auf. Der 8-Zylinder entstammt einer anderen Motorengenration. Er verbraucht mit 11,5 Litern Diesel fast doppelt so viel wie der Hybrid. Der genehmigt sich nur 6,7 Liter auf 100 km/h. In der Realität ist der Verbrauchsunterschied jedoch deutlich geringer und wer einmal am Steuer des Achtzylinders gesessen hat, wird sich nur schwer für den Diesel-Hybriden entscheiden können. Zu kraftvoll und bullig geht der V8 zu Werke. Die Achtgang-Automatik schaltet perfekt - so muss es sein. Und wenn es einmal abseits befestigter Straßen sein muss, ist der Brite sowieso nicht zu halten. Das adaptive Allradsystem Terrain Response, die variable Bodenfreiheit und der kraftvolle Achtzylinder bringen die Insassen nebst üppigem Gepäck an sich überall hin.

Im Innenraum gibt es üppige Platzverhältnisse und einen nennenswerten Unterschied zum normalen Range Rover. Optional ist der Sport auch als 5+2-Sitzer mit zwei Notsitzen im Laderaum zu bekommen. In Europa interessiert sich für dieses Ausstattungsdetail kaum jemand. In den USA, dem Hauptmarkt der Range-Familie, steht die dritte Sitzreihe bei den Kunden allerdings hoch im Kurs. Im Innenraum dominieren Soft-Touch Materialien mit Aluminium-Applikation. Die zentrale Anzeige für den Fahrer ist ein 12,3 Zoll-Display. Für zusätzliche Funktionen gibt es ein 8-Zoll Touchscreen. Das gute Meridian-Audiosystem beschallt den Innenraum mit 23 Lautsprechern. Der Raumklang ist großartig - kein Wunder, es ist auch im kleineren Modell Raum genug vorhanden.

Auch hinsichtlich der technischen Ausstattung steht der Range Rover Sport kaum zurück. Es gibt ihn mit den gleichen Assistenzsystemen wie den großen Bruder Range Rover. Nur beim Preis treten die Unterschiede wieder deutlicher hervor. Für den Range Rover Sport Diesel-Hybrid muss der Kunde mindestens 88.000 Euro bezahlen. Den Range Rover Sport 4.4 SDV8 gibt es ab 84.500 Euro. Da ist der Achtzylinder für viele Kunden nicht nur wegen des Imageplus das bessere Paket. Im Vergleich zu der Langversion ist das aber ein richtiges Schnäppchen. Im großen Range Rover werden für den 8-Zylinder Diesel mindestens 107.000 Euro verlangt. Insofern bietet sich dem Kunden mit dem Range Rover Sport echt britisches Understatement - auch fürs Portemonnaie.
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Testwertung
5.0 von 5

Quelle: Autoplenum, 2013-12-02

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