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Testbericht

Benjamin Bessinger/SP-X, 9. März 2010

Das waren noch Zeiten, als man mit einem Toyota Celica im Quartett gegen Ford Capri, Opel Manta oder den VW Golf GTI einen Stich machen konnte. Das erschwingliche Sportcoupé wirkte wie ein Ford Mustang aus der Morgenröte, weckte Emotionen und begeisterte eine ganze Generation. Ärgerlich nur, dass diese Zeiten lange vorbei sind und die Erinnerung so langsam verblasst: Was heute unter dem Markenlogo von Toyota um die automobile Weltherrschaft ringt, taugt kaum zum Pulsbeschleuniger: „unauffällig“ war für lange Zeit das wohl passendste Attribut, mit dem man Auris, Yaris oder Avensis belegen konnte. Immerhin: Mit dem iQ und dem Urban Cruiser hat ein vorsichtiges Umdenken begonnen. Und Menschen wie Tetsuya Tada sorgen dafür, dass es in dieser Richtung weitergeht: Er hat hat den derzeit wohl leidenschaftlichsten Job in Toyota City. Denn er verantwortlich für einen neuen Sportwagen, der den legendären Celica beerben und mehr Lust in die Showrooms von Toyota bringen soll.  

Zwar wird es wohl noch zwei Jahre dauern, bis das neue Coupé auf die Überholspur stürmt. Doch damit die Autofans sehen, wie ernst es Toyota ist, hat Tada San die Studie FT-86 ins Rampenlicht gerückt. Sie stand vergangenen Herbst auf der Motorshow in Tokio und ist jetzt ein Publikumsmagnet in Genf. „Es hat viel zu lange keinen Sportwagen mehr von Toyota gegeben“, entschuldigt sich Tada für die Vakanz, die seit dem Ende des MR2 besteht. „Wir hatten dieses Thema zwar nicht vergessen und ganz oben auf unserer Wunschliste. Aber leider waren die Prioritäten bisher anders gesetzt“, sagt Tada.  

Doch vor zwei Jahren gab es endlich grünes Licht, und Tada hat sich mit seinem Team an die Arbeit gemacht. Dabei herausgekommen ist ein scharf geschnittener Keil, der schon im Stand schnell aussieht. 4,16 Meter kurz, bietet er bei 2,57 Meter Radstand und den dünnen Sportsitzen der Studie tatsächlich Platz für mehr als zwei: Zumindest der Nachwuchs sollte problemlos im Fond sitzen können. Außerdem glänzt das Schaustück mit einer Liebe zum Detail, die man den Japanern nicht immer zutraut: Das futuristische Cockpit erinnert an einen Flugsimulator, und die Sportsitze sind detailliert modelliert. Zwar kann der FT-86 dem Windschatten des Lexus LFA nicht folgen. Doch so wie die Kollegen mit ihrem zivilisierten Formel-1-Rennwagen war auch Tada mit seinem heißen Toyota nicht nur auf Landstrasse und Autobahn unterwegs. „Natürlich haben auch wir unser Auto auf der Nordschleife getestet“, sagt der Ingenieur. Wie lange er für eine Runde gebraucht hat, daran kann oder will er sich nicht mehr erinnern. „Aber auf jeden Fall waren wir ziemlich schnell."   Überhaupt hat es Tada nicht so mit den Daten: Motorleistung, Drehmoment, Beschleunigung oder Höchstgeschwindigkeit? „Alle reden bei Sportwagen immer nur über Zahlen, das finde ich langweilig“, klagt der Projektleiter: Er will das Herz und nicht das Hirn erreichen. Statt das zukünftige Datenblatt herunterzubeten, schwärmt er lieber vom präzisen Fahrverhalten des Hecktrieblers, vom knackigen Sechsganggetriebe, dem tiefen Schwerpunkt und der guten Straßenlage. Nur dass der Wagen einen Boxermotor der neu in den Konzern geholten Tochter Subaru bekommt, verrät er gerne. Allerdings nicht wegen des Sounds oder der unvergleichlichen Charakteristik, sondern vor allem wegen der flachen Bauform fiel die Wahl auf diesen Vierzylinder. „Sonst hätten wir nie so eine niedrige Haube hinbekommen“, erläutert der Ingenieur.   Trotzdem braucht es nicht allzu viel Fantasie, um sich die Eckdaten des FT-86 zusammenzureimen. Bei 2,0 Litern Hubraum dürfte es wohl rund 200 PS geben, mit denen ein Sprintwert unter acht Sekunden und ein Spitzentempo von 230 km/h aufwärts möglich sein sollten. Im Quartett könnte das gegen Golf GTI und Nissan 370Z in einigen Disziplinen reichen. Und von einem Ford Capri oder einem Opel Manta ist ohnehin noch nicht wieder die Rede. Allerdings müssen sich die Kartenspieler noch ein wenig gedulden: „Zwei Jahre bis zur Serienreife brauchen wir noch“, sagt Tada. Aber dann macht man auch mit einem Toyota wieder einen Stich. Benjamin Bessinger/SP-X   (4.099 Zeichen)

SP-X/Genf. Das waren noch Zeiten, als man mit einem Toyota Celica im Quartett gegen Ford Capri, Opel Manta oder den VW Golf GTI einen Stich machen konnte.

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Fazit
SP-X/Genf. Das waren noch Zeiten, als man mit einem Toyota Celica im Quartett gegen Ford Capri, Opel Manta oder den VW Golf GTI einen Stich machen konnte.

Quelle: Autoplenum, 2010-03-09

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