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Testbericht

Marcel Sommer, 12. Februar 2013
Der neue Porsche Cayman S macht per Knopfdruck jede Landstraße zur Rennstrecke - die passende Geräuschkulisse inklusive.

Ein Fahrzeug so zu designen, dass es auf Anhieb sportlich ausschaut, können viele. Ein Fahrzeug so zu entwickeln, dass es sportlich aussieht und auch sportlich ist, können wenige. Porsche gehört dazu und der neueste Beweis heißt Cayman. Ein Druck auf den Sport-Taster und der 3,4 Liter große Sechszylinder-Boxerer dreht auf einem solch hohen Niveau, dass der rechte Fuß den schreienden Mittelmotor wieder beruhigend entlasten möchte. Eine echte Spaßmaschine.

Wer sich solch einer Erfahrung hingeben möchte, muss sein Sparbuch auf Links drehen. Der Cayman S steht mit 64.118 Euro in der offiziellen Porschepreisliste. Das sind rund 30.000 Euro weniger als das Zuffenhausener Aushängeschild Porsche 911. Ein voll ausgestatteter Cayman S schlägt allerdings ein knapp 100.000 Euro großes Loch in den Haushaltsplan. Dafür gehorchen aber auch innerhalb von Millisekunden 325 Rennpferde den Befehlen des Gasfußes. Die neu erhältliche Burmester Soundanlage versucht zwar mit ihrem beeindruckenden Klang gegen das Geräuschinferno des Boxers anzumusizieren. Doch wer mit Hilfe des guten Siebengang-Doppelkupplungsgetriebes ständig das maximale Drehmoment von 370 Newtonmetern über die bis zu 20 Zoll großen und 36,5 Zentimeter breiten Räder auf den Asphalt brennt, der ist mit dem Fauchen seiner Zuffenhausener Rakete bedient genug.

Der 4,38 Meter lange, 1,80 Meter breite und 1,30 Meter hohe Sportwagen kann auch ganz anders. Und wer ihn bewusst sparsam fährt, wird beim nächsten Tankstopp und der Berechnung des Spritverbrauchs wahrscheinlich zweimal den Taschenrechner bemühen, da 8,0 Liter auf 100 Kilometern auf Grund seines Potenzials nicht sofort glaubhaft erscheinen. Dank seiner Assistenzsysteme werden dem Fahrer kleine Fehler wie ein zu schnelles aus der Kurve Herausbeschleunigen im Nu verziehen. Und auch sein um 33 Millimeter länger gewordenes Kleid wirkt sich alles andere als negativ auf seine Fahreigenschaften aus. Der 1.350 Kilogramm schwere Sportler lenkt präzise sowohl in die Kurve ein als auch durch sie hindurch. Lediglich an der Traktion mangelt es ihm beim starken Herausbeschleunigen ein wenig, da er, im Vergleich zum 911, mit weniger Gewicht auf der Antriebsachse auskommen muss und der Allradantrieb außen vor bleibt. Doch die Elektronik hilft wo sie kann. Und sie kann es gut.

0 auf Tempo 100 und 281 km/h Spitze sind standesgemäße Werte. Dass all die Sportlichkeit in puncto Komfort zwangsläufig zu Abstrichen führt, ließ sich auch bei der Entwicklung des Cayman S nicht verhindern. Doch anders als zu erwarten ist, bezieht sich hier die Einschränkung nicht auf die in zwei Stufen regelbare Federung, welche ungewöhnlich breit abgestimmt ist und auf Wunsch Cruiser-Qualitäten offenbart. Das Komfort-Defizit bezieht sich beim Porsche Cayman S auf die Soundkulisse während des gemütlichen Dahingleitens. Denn bei längeren Fahrten mit etwa 130 Kilometern pro Stunde im umweltschonenden siebten Gang, gibt das Triebwerk einen äußerst dröhnenden Ton von sich. Wer sich mit seinem schwäbischen Volant auf den Weg in den Urlaub begeben möchte, der hat zumindest für Porsche-Verhältnisse beim Cayman S mehr Platz als erwartet. Bis zu 425 Liter fassen seine beiden Laderäume in der Front und im Heck. Wobei sich der vordere Kofferraum mit seinen 150 Litern sogar für einen Kasten Wasser anbietet.
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Testwertung
4.5 von 5

Quelle: press-inform, 2013-02-12

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