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Testbericht

1. Oktober 2008

Es war einmal: Der Ur-Turbo wollte mit dem Schaltknüppel bei Dampf – temporärer Angstschweiß zwischen Turboloch und Heckausbruch – und mit starken Nerven auf der Straße gehalten werden. Das Sechsgang-Schaltgetriebe zu ordern, ist damit zumindest historisch korrekt.

Ja zur Schaltung
Stellt sich nur die Frage wozu? Allradantrieb, PSM (ESP) und die Tiptronic S bügeln die enorme 480 PS-Performance (4,0 s bis 100 km/h, nur 8,6 bis 160) auf Alltagstauglichkeit. Aber zu komfortabel soll es im Porsche nicht werden – es ist schließlich ein Sportwagen. Mit dem Handschalter spart man nicht nur 3.000 Euro, sondern kommt auch in den Genuss extrem präzise organisierter Schaltwege. Extrem rapid schnalzt die Kupplung gen linken Zehenballen und lauert auf den nächsten Schaltschritt. Kurzwegig und metallisch-zackig geht es, vom extrem rasant hochdrehenden Sechszylinder gepusht (2  VTG-Abgasturbolader, 2 Ladeluftkühler) durch die Schaltgassen.

Auf der Überholspur
Das Hirn wird gerade überholt – fast jeder Fahrer ist langsamer als ein 911er Turbo Cabrio. Wird der 3,6 Liter-Boxer mit geschärftem PSM auf nun 680 Nm gepumpt (Overboost), sollte der Pilot auch mental auf die Überholspur wechseln: aggressiver Antritt, brutaler Punch, harter Durchzug. Und dann plötzlich rollt der Turbo unversehens die Schmusedecke aus: eben noch schneidend boxernd, nun zivilisiert und unauffällig. Drehzahlen um 1.500? Kein Problem. Ein gepflegtes Gespräch? Bitte, auch wenn andere den Wind noch distinguierter am Verdeck vorbeileiten. Betragen? Pflegeleicht. Wenn man das Sportfahrwerk (hart, aber nicht zu hart), den kleinen Tank (67 l), die geschlossen schlechte Übersicht nach rechts hinten und den tiefen Frontspoiler (permanente Aufsetzgefahr) akzeptiert hat und die tiefe Sitzposition beim Ausstieg stemmt, darf man getrost mit seinem Turbo in Würde altern – mal ein Generationsvertrag ohne latentes Drama

Dramatisch unspektakulär schnell – so kann man das Turbo Soft-Top charakterisieren. Auch wenn man bei offenen 280 km/h an eine Sache denkt, die wahrlich nichts mit Emotion zu tun hat: Haarausfall. Mit der Taste „Sport” verwächst der Turbo dann vollends mit dem Terrain. Das sich daraus ergebende Potential: Rennstrecke. Der Alltag: fünf Einkaufstüten und die kleine Nichte auf Besuch. Extreme Spanne? Ja, typisch 911 eben.

Typisch 911

Leistung bietet das 911 Turbo Cabriolet so üppig wie Luft im Innenraum. Mit Schaltgetriebe – streng subjektiv – noch mehr Freude, auch wenn die Tiptronic S – ein widerlegtes Vorurteil – faktisch alles besser kann (Exempel: 3,8 s von 0 bis 100 km/h). So oder so macht der Porsche Turbo keinen arm, denn man muss reich sein, um einen zu besitzen (Grundpreis: 154.000 €). Ob mit Tiptronic S oder Schaltgetriebe? Keine Frage des Geldes. Eine Glaubensfrage, eine Altersfrage, … noch Fragen?

Fotos © 2014 Redaktionsbüro Kebschull

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