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Testbericht

26. Juni 2003

Knapp zwei Jahre nach der Markteinführung des 911 Carrera 4S (kurz C4S) lässt Porsche im Herbst 2003 die offene Version des allradgetriebenen 2+2 folgen. Die nunmehr zehnte aktuelle 911er-Variante ist ein folgerichtiger Schritt. Cabriolets sind bei Porsche nun mal sehr positiv fürs Markenimage, verkörpern sie doch einen automobilen Mythos, der bereits im Ur-Porsche begründet liegt. 

Porsche-Cabrios im Aufwind
Die Markteinführung des C4S-Cabrios ist zudem strategisch sinnvoll. So hat die Coupé-Basis im Turbolook in den vergangen zwei Jahren viel Anklang gefunden. Und offene 911er-Varianten befinden sich seit Jahren im Aufwind. Der Anteil der weltweit verkauften Cabriolets innerhalb dieser Baureihe ist in den vergangenen fünf Jahren von 23 auf 33 Prozent gestiegen. 

Marktdebüt Oktober 2003
Das 911 Carrera 4S Cabriolet wird im Oktober 2003 in den Verkauf gehen. Wir sind den Zuffenhausener Aufschnitt im Turbokleidchen bereits gefahren. Auf den kurvenreichen Serpentinen der Silvretta-Hochalpenstraße konnte der offenherzige Neuling beeindrucken. 

Fehlendes Blechdach führt zu mehr Gewicht
Auch wenn die Fahrzeugbasis mit dem Coupé bereits weitgehend vorhanden ist, lässt sich eine Cabrio-Version nicht auf die Schnelle realisieren. Zur aufwändigen Dachkonstruktion kommt eine Verstärkung der Karosserie. Hierfür wurden beim offenen C4S zusätzliche Bleche an den B-Säulen und den Schwellern montiert. Hinzu kommen zwei hinter den Rücksitzen versteckte Überrollbügel, die bei einem drohenden Überschlag ausfahren. Aufgrund des entstandenen Mehrgewichts von allerdings nur 70 Kilogramm war außerdem eine Neuabstimmung des Fahrwerks nötig. 

Bleibt Pfeilschnell
Das Mehrgewicht wirkt sich leicht negativ auf die Fahrleistungen aus. Wie bei den anderen 911ern mit Saugmotor leistet der 3,6-Liter-Sechszylinder satte 320 PS. Statt 5,1 Sekunden von null auf 100 km/h wie beim C4S-Coupé braucht das Cabriolet mit Sechsgang-Schaltgetriebe jedoch 5,3 Sekunden. Bei der Endgeschwindigkeit sind die C4S-Geschwister mit 280 km/h gleich schnell. Der Verbrauch ist laut Hersteller mit durchschnittlich 11,4 Litern Benzin um 0,1 Liter höher als beim Coupé. Insgesamt sind diese Unterschiede jedoch vernachlässigbar, der Fahrspaß bleibt Porsche-typisch groß. 

Beeindruckend steif
Die 70 Kilo Mehrgewicht haben ihre Wirkung nicht verfehlt: Die Karosserie ist trotz des fehlenden Blechdachs vergleichsweise steif. Verwindungstendenzen fallen gering aus. Cabrio-Zittern ist selbst auf unebenen Straßen kaum spürbar. Dass sich diese Steifigkeit auch positiv auf das Fahrverhalten in Kurven auswirkt, versteht sich von selbst. 

Haftungswunder
Außerdem präsentiert sich die offene Version als Traktions- und Haftungswunder. Im Vergleich zum Coupé wirkt das C4S-Cabrio im Grenzbereich nicht ganz so souverän. Dennoch ist es dank Vierradantrieb quasi unmöglich, die Reifen zum Durchdrehen zu bringen. Auch ist es fast undenkbar, dass es das Cabrio einmal aus der Kurve tragen könnte. Zwar machen sich bei sehr hohen Kurvengeschwindigkeiten die Reifen durch deutliches Quietschen bemerkbar. Doch bleibt der Porsche immer sicher auf dem Asphalt kleben. Überraschend ist trotz des tiefergelegten und betont sportlichen Fahrwerks der verbliebene Komfort. 

Verdeck betätigen während der Fahrt
Neben dem gelungenen Fahrwerk bietet das 911 C4S Cabriolet in anderer Hinsicht einen technischen Vorsprung: Das per Knopfdruck betätigte Verdeck öffnet und schließt in nur 20 Sekunden. Setzt während der Fahrt ein plötzlicher Schauer ein, so muss man nicht umgehend den Fahrbahnrand aufsuchen. Bis zu einer Geschwindigkeit von 50 km/h kann das Verdeck betätigt werden. 

Kein Verlust an Stauraum
Die leise und präzise arbeitende Mechanik macht einen ausgereiften und hochwertigen Eindruck. Beeindruckend ist, wie sauber, geschmeidig und elegant die Stoffkapuze hinter den Rücksitzen verschwindet. Das Kofferraumvolumen wird dadurch nicht beeinträchtigt. Die äußerst bescheidenen 100 Liter Stauraum unter der Fronthaube bleiben beim 911er mit seinem Heckmotor natürlich unangetastet. 

Edles Technik-Zubehör
Optional kann das Cabriolet übrigens mit Keramikbremsen bestückt werden. Ein technischer Höhepunkt, den sich Porsche teuer bezahlen lässt. Zwar helfen die 7.800-Euro-Stopper, den Grenzbereich zu erweitern. Doch wer kann und darf sich schon derartig engagiert im Straßenverkehr bewegen, dass er dieses zusätzliche Potential nutzen kann? Eine solche Fahrweise ist eigentlich nur auf gesperrten Strecken zulässig. Und dann muss man kritisch die Frage stellen, was man mit einem Cabriolet auf der Rennstrecke soll. Denn vor allem für diesen Einsatz ist ja der C4S optimiert – ob mit oder ohne Keramik-Stopper. In jedem Fall verleihen die Hightech-Bremsen dem 911er ein hochwertigeres Erscheinungsbild und wiegen zudem 18 Kilogramm weniger. 

Unter 100.000 Euro
Im Oktober 2003 ist die offizielle Markteinführung des Porsche 911 Carrera 4S Cabriolet. Es wird für 99.792 Euro angeboten. Dieser Preis beinhaltet ein Windschott und ein in Wagenfarbe lackiertes Hardtop. Mit den zahlreichen Optionen für Zusatzausstattungen lässt sich dieser Preis noch deutlich steigern. 

 

Technische Daten
Motor Bauart:Sechs-Zylinder-Boxermotor
Hubraum:3.596
Leistung:235 kW (320 PS) bei UPM
Drehmoment:370 Nm bei 4.250 UPM
Preis
Neupreis: 99.792 €

Quelle: auto-news, 2003-06-26

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