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Testbericht

10. Juli 2003

Der Buchstabe Z hat bei Nissan sportliche Tradition. Im November 1969 wurde auf der Tokio Motor Show mit dem 240Z das erste Modell dieser Baureihe präsentiert. Der Zweisitzer mit langer Motorhaube und kurzem Stummelheck bot hohe Fahrleistungen für wenig Geld. Obwohl nicht so klangvoll wie manch italienisches oder britisches Pendant, hat er dennoch Kultstatus erworben. Die Nachfolger 280ZX ab 1978, 300ZX ab 1983 und der bis 1996 gebaute Twin-Turbo 300ZX haben dieses sportliche Kapitel bei Nissan fortgeführt. Doch dann herrschte sechs Jahre Funkstille. 

Markteinführung im Oktober 2003
Erst im Januar 2002 wurde mit dem 350Z die sensationelle fünfte Generation auf der Detroit Motor Show vorgestellt. In den USA entwickelt sich das mit Retro-Anleihen reich bestückte Sportcoupé seit seiner Markteinführung im August 2002 zum Verkaufsschlager. Nun endlich wird das Sportcoupé auch zu uns kommen. Ab Oktober 2003 rollen die ersten 350Z auf deutschen Straßen. Wir waren bereits mit Nissans Sportskanone unterwegs und haben uns in die Sitze des neuen Traumcoupés pressen lassen. 

Hübsche Details
Augenfällig ist die speziell für den 350Z kreierte Farbe Sunset-Orange. Alternativ gibt es ihn noch im dezenteren Anthrazit. Weitere gestalterische Höhepunkte sind die massiven Türgriffe aus Metall, die aufpreispflichtigen 18-Zoll-Rays-Leichtmetallfelgen und die in Gold lackierten Bremsbacken mit rotem Brembo-Schriftzug. Die aerodynamische Form, die attraktiven Leuchten und viele weitere Details sorgen für eine verführerische Verpackung, die viel Aufmerksamkeit im Straßenbild hervorruft. 

Markanter Klang
Der 350Z wirkt schlank, elegant, muskulös und böse. Dieser Eindruck wird vom röhrenden Klang aus den zwei markanten Auspuffrohren am Heck verstärkt. Sein Sportwagen-Konzert ist charakteristisch und eigenständig ohne aufdringlich zu sein. 

Power-Paket
Für den auffälligen Klang verantwortlich zeigt sich unter anderem der V6-Saugmotor mit seinen 3,5 Litern Hubraum. Er leistet sagenhafte 280 PS und bietet ein maximales Drehmoment von 363 Newtonmetern. Damit sprintet nach Aussage von Nissan der mit 1.522 Kilogramm recht schwere Bolide in 5,9 Sekunden von null auf 100 km/h. Diese enormen Fahrleistungen verführen unweigerlich zu sportlicher Fahrweise. 

Ordentlicher Durst
Sparsam ist der 350Z dabei nicht. Nissan gibt den Durchschnittsverbrauch mit 11,1 Litern auf 100 Kilometer an. Der Bordcomputer in unserem Testwagen zeigte einen durchschnittlichen Spritkonsum von 15,7 Liter an. Wohlbemerkt, bei sehr forcierter Fahrweise. 

Sicherheit oder Fahrspaß?
Wie der Antrieb, ist auch das Fahrwerk für den rasanten Asphalt-Tanz bestens gerüstet. Über eine lange Kardanwelle treibt der Frontmotor die Heckräder an. Die enorme Kraft wird über die 245er-Schlappen in sauberen Vortrieb umgesetzt. Wer es drauf anlegt, der kann das Hinterteil mit Leichtigkeit ausbrechen lassen. Die Traktionskotrolle und das Stabilitätsprogramm ESP setzen dem zügellosen Muskel-Spiel jedoch Grenzen. Wer es krachen lassen will, muss das ESP ausschalten und kann dann mit Power-Slide um enge Kurven schlingern. 

Steif und präzise
Neben den breiten Reifen sorgt das Mehrlenker-Achsensystem und die spürbar steife Karosserie für hohe Präzision und Beherrschbarkeit. Selbst bei Höchstgeschwindigkeit fährt der Sportwagen unbeirrt geradeaus. Top-Speed erreicht der Nissan übrigens bei sanft abgeregelten 265 Tacho-km/h. Dann ist es aufgrund von Wind- und Motorgeräuschen recht laut im Innenraum. 

Sportlich und komfortabel
Durch schnelle Kurven lässt sich der Bolide leichtgängig, zielgenau und sehr spielerisch lenken. Selbst unerfahrene Piloten werden mit dem 350Z gut zurechtkommen. Für Sicherheit sorgen fabelhafte Brembo-Stopper mit ABS und elektronischer Bremskraftverteilung. Obwohl sportlich abgestimmt, bietet der Z dennoch einen hohen Federungskomfort. Auf Autobahnfahrten fühlen sich die Insassen nicht durch harte Stöße gebeutelt. 

Verspielter Innenraum
Ein ausgewogener Mix aus Sportlichkeit und Komfort herrscht auch im Innenraum vor. Der breite Kardantunnel und die niedrige Dachhöhe schaffen sportive Enge. Dennoch sitzen die zwei Passagiere sehr bequem. Sportlich-straffe Sitze und das sehr gut in der Hand liegende Lenkrad geben dem Fahrer das Gefühl von hoher Kontrolle. Die Sicht zur Seite und nach hinten ist jedoch stark eingeschränkt. 

Reichlich Infos
Das Cockpit zeigt sich ebenso funktional wie verspielt: Hinterm Lenkrad befindet sich ein mit der Lenksäule verbundenes Instrumenten-Trio. Es schwenkt beim Verstellen des Lenkrads in Höhe und Neigung mit. Drei weitere Rundinstrumente auf der Mittelkonsole im klassischen Sportwagen-Stil informieren über Öltemperatur, Ladestrom und wählbare Infos vom Bordcomputer. 

Alltagstauglich
Der hochwertige Kunststoff in verschiedenen Oberflächen ist ausschließlich schwarz. Aufgelockert wird das ganze durch diverse Alu-Applikationen. Bereits serienmäßig verfügt die ab Anfang 2004 erhältliche Einstiegsversion diverse luxuriöse Ausstattungsdetails. Ein klassisches Handschuhfach sucht man vergeblich. Dafür gibt es diverse Staufächer, Getränke- und einen Brillenhalter. Unter der großflächigen Heckscheibe befindet sich der voll ausgekleidete Kofferraum. Das Gepäckabteil hat für einen Sportwagen mit einem Volumen von 235 Litern ordentlich Platz. Unterm Kofferraumboden gibt es ein Notrad der Größe 155/80 R17. 

Kein Automatik und kein Turbo
Der etwas schwergängige Schalthebel vom Sechsgang-Schaltgetriebe liegt bestens in der Hand, vibriert jedoch unangenehm stark im Fahrbetrieb. Schade übrigens, das es keine Automatik-Version gibt. „Ein Automatikgetriebe wird es in Deutschland nicht geben und auch keine Turbo-Version wie beim Vorgänger 300 ZX.“, so Jochen Münzinger, Presse-Chef von Nissan Deutschland. 

Preis und Ausstattung

Zunächst kommt der Nissan 350Z in der Topversion mit Premium-Pack für 35.900 Euro. Etwas günstiger wird die Anfang 2004 lieferbare Einstiegsvariante für 33.500 Euro. Technisch sind beide Versionen identisch. Mit dem Premium-Paket erhält man zusätzlich zur umfangreich ausgestatteten Einstiegsversion einen Tempomat, eine Bose-Anlage und schwarze, elektrisch verstellbare Ledersitze mit Sitzheizung. Gegen Aufpreis gibt es zunächst nur eine Lederausstattung in Orange für 500 Euro, die besonders leichten 18-Zoll-Rays-Felgen für 1.000 Euro und eine Metallic-Lackierung für 490 Euro. 

Und was macht die Konkurrenz?
Einer der direkten Konkurrenten wird der im Oktober 2003 erscheinende Chrysler Crossfire sein. Das Sportcoupé wird es ab 37.500 Euro geben. Sein 3,2-Liter-Motor soll 217 PS leisten. Deutlich weniger Leistung also für deutlich mehr Geld. 

Audi TT
Ein weiterer Gegenspieler des 350Z ist das Audi TT Coupé 3.2 quattro. Hier sind bereits 250 PS zu einem Einstiegspreis von 41.200 Euro geboten. Immerhin sind im Preis bereits das geniale Sechsgang-Direktschaltgetriebe DSG und Allradantrieb enthalten. 

Mazda RX-8
Schließlich gibt es den neuen, 26.300 Euro teuren Mazda RX-8. Er hat zwar nur 192 PS, aber die kommen aus einem innovativen Wankelmotor. Außerdem hat er vier Sitzplätze und das wohl aufregendste Design.

 

Weiterlesen
Technische Daten
Motor Bauart:Sechszylinder-60-Grad-V-Motor
Hubraum:3.498
Leistung:206 kW (280 PS) bei UPM
Drehmoment:363 Nm bei 4.800 UPM
Preis
Neupreis: 33.500 €
Fazit
Fazit: Viel Leistung und Sportlichkeit fürs Geld, tolles Design und hohes Ausstattungsniveau Die Konkurrenz hat einiges zu bieten. Dennoch ist der Nissan 350Z gut positioniert. Wer aufregende Optik gepaart mit viel Leistung und guter Ausstattung zum günstigen Preis will, wird in diesem Segment kein besseres Angebot finden. Der 350Z ist eine tolle Fahrmaschine. Vor allem sein Heckantrieb, gepaart mit dem gut abgestimmten Fahrwerk sorgt für reichlich Freude. Es handelt sich um ein günstig geschnürtes Power-Paket, mit dem man viel Spaß haben kann. Der 350Z wird ein starker Imageträger. Seine Ausstrahlung dürfte der Marke Nissan in Zukunft mehr Glanz verleihen. Das könnte die Cabrio-Version wahrscheinlich noch besser. Ob sie nach Europa und Deutschland kommen wird, ist noch nicht sicher. Zu wünschen wäre es. Denn bereits das Coupé sorgt für viel Begeisterung.

Quelle: auto-news, 2003-07-10

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