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Testbericht

Jürgen Wolff, 27. Januar 2008
Ganz so schlimm wie einst ist es im Straßenbild um den VW Phaeton nicht mehr bestellt: Mittlerweile sieht man immer wieder mal einen ohne Heimat-Kennzeichen WOB oder DD. Jetzt versucht es VW mit einem Facelift.

Die Zahlen sind für einen Massenhersteller wie VW ungewöhnlich klein: Nur 2371 Exemplare des Phaeton sind vergangenes Jahr in Deutschland zugelassen worden - ein Großteil davon dürften Werks- und Händlerfahrzeuge sein. Zum Vergleich: Audi und BMW finden von ihren Luxusmodellen A8 und 7er jeweils mehr als doppelt so viele Zulassungen in der Statistik, die S-Klasse von Mercedes-Benz kommt gar auf fast 11.000 Zulassungen. Und selbst von der hierzulande wenig erfolgsverwöhnten R-Klasse verbucht die Statistik fast doppelt so viele Zulassungen als von dem VW-Luxusliner aus der gläsernen Manufaktur in Dresden. Fazit unterm Strich: Mit dem Phaeton haben sich die Wolfsburger 2006 keine sechs Prozent am Luxussegment (41.838 Zulassungen) erobert.

Im Ausland sieht es nicht viel besser aus. Aus dem in diesem Segment so wichtigen US-Markt hat VW den Phaeton schon vor Monaten zurückgezogen. Offizielle Zahlen rückt Volkswagen denn auch nur ungern raus: Mehr als 25.000 Exemplare des Phaeton seien bislang verkauft worden heißt es nur ziemlich vage. Ein Hersteller, der eine Klasse tiefer mit dem Passat einen absoluten Straßenfeger im Programm hat (fast 125.000 Zulassungen 2006), kann mit dem Darben des Top-VW also alles andere als zufrieden sein. Zumal jeder, der ihn gefahren hat, durchaus begeistert ist vom Phaeton selbst. Mit einem dezenten Facelift wollen die Wolfsburger nun retten, was zu retten ist.

Optisch ist die weiterentwickelte Phaeton-Generation nur sehr dezent an Chromleisten in der Frontschürze und neu gestalteten Bi-Xenonscheinwerfern zu erkennen. Prägnant auch das neue, integrierte LED-Tagfahrlicht sowie das Kurven- und Abbiegelicht. Dazu kommen neue und weiterentwickelte Assistenzsysteme. Erstmals im Phaeton eingesetzt werden so zum Beispiel die Adaptive Cruise Control (ACC) mit neuer "Follow to Stop"-Funktion, die Anhaltewegverkürzung "Front Assist", der Spurwechselassistent "Side Assist" und eine automatische Aktivierung des Abblendlichtes bei schnellerer Autobahnfahrt und Regen. Außerdem bekommt der Phaeton ein leistungsfähigeres DVD-Navigationssystem mit neuen Funktionen, ein ebenfalls modifiziertes Infotainmentsystem und ein neues, sprachgesteuertes Bluetooth-Telefon.

Besonderes Augenmerk hat VW beim Facelift auf den günstigsten und wohl auch deshalb meistgekauften Phaeton mit V6-TDI-Motor gelegt. Vor allem der Motor wurde gründlich überarbeitet - vor allem, was den Schadstoffausstoß angeht.

Wer die Grenzwerte der ab 2009 geltenden Euro 5-Norm erfüllen will, muss im Vergleich zu Euro-4 unter anderem die Rußpartikel um weitere mindestens 80 Prozent reduzieren. Laut VW schafft der TDI mit seinem Common-Rail-Direkteinspritzer diese neuen Grenzwerte schon heute. Der V6-Selbstzünder leistet jetzt 171 kW/233 PS - acht PS mehr als bisher. Der Verbrauch soll nach wie vor bei 9,6 Litern Diesel auf 100 Kilometern liegen, der C02-Ausstoß bei 248 Gramm je Kilometer. 450 Nm maximales Drehmoment beschleunigen den Phaeton nach Werksangaben in 8,4 Sekunden auf 100 km/h, die Höchstgeschwindigkeit beträgt nun 236 km/h, zwei km/h mehr als bisher.

Der Preis soll auch nach dem Facelift beinahe gleich bleiben: Volkswagen bietet den serienmäßig allradgetriebenen Phaeton V6 TDI ab 63.952,45 Euro an. Das sind knapp 350 Euro mehr als bisher - und fast 5000 Euro weniger als eine ähnlich motorisierte S-Klasse von Mercedes. Knapp darüber rangiert der 177 kW (241 PS) starke Phaeton V6 mit Benzinmotor für wie gehabt 68.014,65 Euro. Im Programm bleiben laut VW auch die V8- und W12-Versionen - und die Stretch-Version mit zwölf Zentimetern mehr Länge im Fond.
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Quelle: Autoplenum, 2008-01-27

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