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Testbericht

Holger Holzer/SP-X, 10. Februar 2014

Nach SEC und CL geht Mercedes bei der Benennung seines luxuriösesten Zweitürers nun den naheliegenden Weg: In der neuen Generation trägt das große Coupé keinen Buchstabencode mehr auf dem Kofferraumdeckel, sondern nennt sich nach seinem nächsten Verwandten „S-Klasse Coupé“. Seine Premiere erlebt der Luxusliner auf dem Genfer Salon (6. bis 16. März), in der zweiten Jahreshälfte rollt er zum Händler.

Äußerlich orientiert sich die Serienversion eng an der im Herbst auf der IAA gezeigten Studie. Wie gewohnt tritt der Zweitürer klassentypisch wuchtig und repräsentativ auf. Diesmal setzt er sich aber mit seiner dezidiert sportlichen Linienführung stärker von der Limousine ab als noch der Vorgänger. Das zeigt sich nicht nur an den stark modellierten Seitenflächen und den Power-Domes auf der Motorhaube, sondern auch an den drahtigeren Proportionen. Denn entgegen dem Trend bei Modellwechseln ist die Neuauflage um knapp sieben Zentimeter auf 5,03 Meter geschrumpft.

Neu ist auch ein serienmäßige Panorama-Glasdach, das sich über zwei Drittel der Dachfläche erstreckt. Dank der aus dem Roadstermodell SL bekannte „Magic Sky Control“-Technik dunkelt sich das Glas auf Knopfdruck ab und schützt so vor zu starker Sonneneinstrahlung. Für die Scheinwerfer nutzt Mercedes nun LED-Technik anstatt Bi-Xenon wie beim Vorgänger. Für zusätzliche Strahlkraft sollen 47 optional bestellbare Swarovski-Glassteinchen sorgen. Vor allem chinesische und russische Kunden dürften so etwas schätzen.

Jenseits optischer Spielereien hat das S-Klasse Coupé aber auch funkelnde Technik zu bieten. So feiert in dem Viersitzer ein Fahrwerk mit Kurvenneige-Funktion Premiere. Federn und Dämpfer gleichen dabei das Wanken der Karosserie bei Fahrten ums Eck aus und neigen das Fahrzeug entgegen der von der Fliehkraft vorgegebene Richtung. Ziel ist dabei allerdings nicht das Erreichen höherer Geschwindigkeiten bei der Fahrt durch Serpentinen, sondern die Verbesserung des Fahrkomforts. Die Kurvenneigefunktion ist die neueste Komponente des optionalen „Magic Body Control“-Fahrwerks, bei dem eine Videokamera die Straßenoberfläche vor dem Fahrzeug ausliest, so dass sich die Dämpfer auf kommende Unebenheiten einstellen können. Aktiviert wird die Kurvenneigungstechnik aber nur auf Fahrerwunsch per Knopfdruck.

Für den Antrieb steht zunächst nur der V8-Benziner zur Verfügung. Der aus der S-Klasse-Limousine bekannte Biturbo-Motor mit 4,7 Litern Hubraum leistet 335 kW/455 PS und schickt ein maximales Drehmoment von 700 Nm Richtung Hinterachse. Höchstwahrscheinlich wird es aber auch wieder eine Zwölfzylinder-Variante des Coupés geben. Und auch auf AMG-Versionen beider Motoren wird Daimler kaum verzichten.

Noch nicht bekannt sind die Preise des Coupés. Der Vorgänger startete bei knapp 121.000 Euro, preiswerter wird auch der Nachfolger kaum werden. Zu den Konkurrenten zählen Bentley Continental GT, BMW 6er Coupé und Maserati Gran Turismo.

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Fazit
Mercedes macht die S-Klasse chic. In der zweiten Jahreshälfte startet die Coupé-Version der Vorstands-Limousine. Es will mit einer neuartigen Fahrwerkstechnik Akzente setzen – aber auch mit ästhetisch fragwürdigen Glassteinchen.
Testwertung
5.0 von 5

Quelle: Autoplenum, 2014-02-10

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