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Testbericht

17. Februar 2016

Die dritte Ausgabe des Mini Cabriolet war nur eine Frage der Zeit. Größer und stärker als seine Vorgänger buhlt es ab April um die vornehmlich weiblichen Kunden. Doch wie viel Mini-Gene stecken noch in dem Neuen? Sven Jürisch, Redakteur von autoplenum.de, fuhr das Cabriolet in der Cooper S Version.

Unverkennbar Mini. Das Design des ab April verfügbaren Mini Cooper S Cabriolet ist typisch für den kleinen Engländer. Runde Kulleraugen und die typischen Heckleuchten machen den Mini immer noch unverwechselbar, auch wenn die strengen Fußgängerschutzvorschriften die einstmals steil stehende Front ein wenig glattgebügelt haben und das Auto die ursprüngliche Leichtigkeit im Design eingebüßt hat.

Zahlreiche verchromte Bauteile an der Karosserie sollen zumindest im Ansatz den Bezug zum Original aus den Sechzigern herstellen. Allerdings merkt der kundige Betrachter, dass hier mehr Schein als Sein im Spiel ist. Denn das, was da in der Sonne glänzt und funkelt, ist nicht edles Metal, sondern verchromtes Plastik. Für die Funktion ok, für das Gefühl eher nicht, zumal man insgeheim bei einer Premiummarke etwas anderes erwartet hätte.

Wie sitzt es sich?
Wie alle neuen Autos ist natürlich auch Mini Nummer Drei gewachsen. Analog zur Limousine legt auch das Cabrio in allen drei Dimensionen noch einmal zu und wirkt vor allem im direkten Vergleich mit seinem Urahnen nun gar nicht mehr so mini. Den Insassen kann das herzlich egal sein, denn sie profitieren von dem Wachstum durch einen deutlich größeren Innenraum und ein gutes Raumgefühl.

Nahezu unverändert dagegen der Kofferraum, der sich durch das Umklappen der geteilten Rückbanklehne vergrößern lässt. Dazu hat sich Mini noch eine Besonderheit ausgedacht: Wer nämlich bei geschlossenem Verdeck eine Getränkekiste durch den schmalen Schlitz hinter dem Kofferraumdeckel einladen will, kann an zwei Hebeln ziehen und danach die Heckscheibe nach oben schwenken – so erleichtert man die Zugänglichkeit des Gepäckabteils enorm.

Let’s Mini – und wie.
Doch der Mini soll ja kein Laster, sondern vor allem eine Spaßmaschine sein. Eine Aufgabe, die der Cooper S mit Bravour meistert. Sonne an, Verdeck auf (macht der Mini elektrisch binnen 18 Sekunden und bei maximal 30 km/h) und los geht's. Der Vierzylinder Turbomotor mit 192 PS hat ordentlich Dampf auf dem Kessel und spurtet spontan los. Wahlweise mit einer gut funktionierenden Sechsgang- Automatik oder dem Schaltgetriebe kombiniert, geht es flott vorwärts, ohne dass die Vorderräder irgendeine Mühe mit der Traktion haben. Wer es besonders eilig hat und die 7,2 Sekunden bis 100 km/h zu langsam findet, der kann mit dem John Cooper Workshop Cabrio mit 230 PS noch etwas nachlegen – nötig ist das freilich nicht.

Es geht beim Mini nämlich in erster Linie um den Genuss beim Offenfahren. Und das beherrscht der Exil-Brite dank optimaler Sitzposition und dem daraus resultierenden Offenfahrgefühl perfekt. Scheint die Sonne doch mal zu stark oder droht es gar zu regnen, schützt die Insassen ein Stoffverdeck, was bei Bedarf sogar den "Union Jack" eingewebt bekommt.

Wie viel Qualität steckt im Mini?
Nix zu meckern? Doch! Und zwar da, wo man es am wenigsten erwartet, nämlich bei der Qualität. Der Mini will ein "Premium Cabrio" sein, zu einem Premium Preis von 27.950 Euro für den Cooper S, ohne all die schönen Fahrassistenzextras und ohne Ledersitze.

Viel Geld, das die Mini Kunden bisher bereit waren zu zahlen. Da sollte man meinen, es sei genug Geld bei Mini angekommen, um das Interieur des neuen etwas wertiger zu gestalten. Doch leider fällt entweder billiger Hartkunststoff oder das schon gescholtene Chromimitat dem Betrachter ins Auge, gepaart mit nicht immer sauberen Passungen und einer Haptik, die weit hinter der handschmeichelnden Noblesse anderer Premiumhersteller entfernt ist. Hinzu kommt die völlig zerklüftete Gestaltung des Armaturenbrettes, das man spätestens dann verflucht, wenn man aus den zahllosen Winkeln und Ecken den Staub des letzten Sommers herauspinseln muss. Und auch die Qualität der etwas schief vernähten Ledersitzbezüge kann nicht gänzlich überzeugen, ihr Material und ihre Passungen wirkt der Preisklasse nicht angemessen.

Schade, doch vermutlich alles kein echtes Kaufhindernis für ein am Ende der Preisliste fast 40.000 Euro teures Cabrio. Denn auch das Vorgängermodell hat schon bewiesen, dass man mit der Aura von Mini, einer gut gemachten Motor-Getriebe-Kombination und einem fahrspaßorientiertem Fahrwerk rund 165.700 Einheiten verkaufen konnte. Da fällt es nicht schwer, dem neuen Modell einen noch größeren Erfolg vorherzusagen, trotz Mängeln im Detail.

Fazit
Auch Mini Cabriolet Nummer Drei ist, trotz nochmals gewachsener Abmessungen, ein echtes Fahrspaßgerät. Vollgestopft mit allem, was die opulente Preisliste hergibt, wird er gar zum Luxuscabrio, dem es allerdings ein wenig am Finish mangelt. Trotzdem macht der kleine Große immer noch irre Spaß, der aber nicht billig ist. Doch das waren Minis ja noch nie.

Technische Daten
Mini Cooper S Cabriolet 2.0 Liter Benziner

Preis  
Einstiegspreis 27.950 Euro
Kfz-Steuer        134 Euro *
Motor  
Leistung 141 kw / 192 PS
max. Drehmoment 280 Nm bei 1.250 - 4.600 / min
0 - 100 km/h 7,2 s
Höchstgeschwindigkeit 230 km/h
Testverbrauch 7,8 Liter / 100 km
CO2-Ausstoß (Werksangabe), Effizienzklasse 142-139 g/km; C                          
Modell  
Länge / Breite / Höhe              3,85 / 1,72 / 1,41 Meter
Radstand 2,49 Meter
Leergewicht 1.275 kg
Zuladung 460 kg
Kofferraumvolumen 160-215 Liter
Tankinhalt 40 Liter

* Stand: 18.02.2016; Quelle: bundesfinanzministerium.de

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Testwertung
3.5 von 5
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