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Testbericht

Wolfgang Gomoll, 17. Juli 2013
Mit dem Mini Clubvan auf große Fahrt in die Sonne Kroatiens. Nichts Besonderes? Von wegen, geschlafen wird nicht im Hotel sondern in dem umgebauten deutsch-britischen Klein-Kombi. Hier das Protokoll einer ungewöhnlichen Aktion.

Mini und Camping? Da denkt man unweigerlich an das berühmte Kamel und das Nadelöhr. Oder schlimmer noch, an eine Ken-und-Barbie-Puppen-Wohnlandschaft. Doch mit etwas Gehirnschmalz und handwerklichen Geschick lässt sich auch dies ändern. Frei nach der Devise: Geht nicht, gibt es nicht! Wie kommt man auf so eine abgefahrene Idee? "Wir wollten einfach mal zeigen, was mit dem Clubvan alles möglich ist", sagt der holländische Ingenieur Andreas Carell. War irgendwie klar, dass ein Landsmann Arjen Robbens für ein solches Fahrzeug verantwortlich ist. Die Vorlage für das außergewöhnliche Wohnmobil bildet der legendäre Mini Wildgoose. Ein unförmiges Camping-Vehikel aus den 60ern.

Fangen wir einmal mit den wichtigsten Zutaten des Mini-Wohnmobils an. Man nehme: einen handelsüblichen Mini Clubvan Cooper und verschiedene Camping-Zubehör-Artikel. Also einen zweiflammigen Gaskocher mit Grilleinsatz der Marke Outwell, eine Kühltruhe und eine Camping-Dusche. Außerdem noch von Nöten: eine etwa zwei Meter lange Holzplatte und eine Schlafmatte aus Schaumgummi sowie verschiedene Schrauben, Metallstützen und kleinere Krimskrams zum Fixieren der Einrichtung. Gesamtwert der Extra-Utensilien rund 1.000 Euro. Also nicht die Welt. Dazu kommt noch der Mini Clubvan Cooper für mindestens 20.700 Euro.

Der Clubvan eignet sich aus verschiedenen Gründen für die Transformation zum Camper. Zum einen sind die hinteren Fenster foliert, zum anderen ragt die Innenverkleidung im Bereich der Hecktür nicht so weit in den Kofferraum hinein. Außerdem bietet die rustikale Version des Clubmans hinten zwei 12-Volt-Steckdosen. Die sind wichtig, um zum Beispiel die Kühlbox und die Dusche anzuschließen.

Die Umsetzung dieser Idee muss aber strategisch angegangen werden. Einfach daraufloszimmern ist nicht. Eine der größten Schwierigkeiten besteht darin, eine ebene Schlaffläche zu generieren, da der Clubvan vorne auf der Rücksitzbank und beim Kofferraumboden drei verschiedene Höhen hat. Also Beifahrersitz und Rückbank raus und verschiedene hohe Stützen bauen. Zur Befestigung dienen die Gurtaufnahmen und die Verzurrösen im Auto. So der Plan. Natürlich muss das Kabel für den Sitzairbag abgeklemmt und dekodiert werden, damit nicht ständig eine nervige Fehlermeldung aufpoppt. "Wohin eigentlich mit dem Gepäck", wird sich jetzt so mancher fragen. Das passt in dem entstandenen Hohlraum unter der Liege. Der Raum in dem Mini Clubvan wird optimal ausgenutzt. Die Küche und die Kühlbox sind direkt neben der Liege. So hat man auch nachts Zugriff auf gekühlte Softdrinks.

Schlafen ist schon mal gesichert. Jetzt geht es an den Komfort, den selbst Mini-Fahrer schätzen. Um etwas Licht und Luft in den Innenraum zu lassen, wird ein Elektro-Schiebedach aus dem Mini-Zubehör-Shop eingebaut. Die Campingküche wird in eine selbstgezimmerte Holzbox eingepasst, die auf Schienen liegt und damit sofort verstaut werden kann. Der Duschtank fasst 35 Liter und befindet sich in der Reserveradmulde. Der Zwölf-Volt-Anschluss stellt den nötigen Strom bereit. "Die Dusche ist ja klasse", freut sich die 21jährige Katharina aus Graz, als sie das Mini-Wohnmobil am Strand von Zadar (Kroatien) entdeckt und sich gleich begeistert das Meersalz abduscht.

Und das Schlafen? Kein Problem für alle unter zwei Meter. Wer länger ist, lässt einfach die Heckklappen auf und die Füße herausbaumeln. Für Entertainment an Bord sorgt ein iPad, das mit einer handelsüblichen Befestigung an der Wand der Kühlbox angebracht ist. Der Sound kommt aus einem Bluetooth Lautsprecher.

Damit der Spaß auch am Tag und im Wasser weitergeht, wird auf dem Dach ein Kajak transportiert, das mit Hilfe des Dachträgers fest verzurrt ist. "Wichtig ist, dass dieses Fahrzeug voll verkehrstauglich ist", erklärt Carell. Deswegen ist auch die Crashsicherheit unverändert. Klar, mit einem Boot auf dem Dach lässt sich der Clubvan nicht so um die Ecke schmeißen, wie sonst, aber die Fahrt über 763 Kilometer an die kroatische Adria waren dennoch problemlos. Zumal der Fahrer auch in einem bequemen Schalensitz thront.

Die schlechte Nachricht zum Schluss: Leider wird dieser Mini Clubvan Camper vorerst ein Einzelstück bleiben. Doch mit etwas Geschick kann man dieses Projekt auch problemlos selbst stemmen.
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Quelle: Autoplenum, 2013-07-17

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